UPS streicht 20.000 Jobs und schließt 73 Standorte, um Milliarden zu sparen. Kann der Logistikriese damit seine Krise bewältigen?

Der Logistikriese UPS greift zum letzten Mittel: Massenentlassungen und Standortschließungen sollen Milliarden sparen. Doch kann der Konzern damit seine tiefgreifenden Probleme lösen – oder ist das nur der Anfang einer längeren Talfahrt?

Machtpoker mit Amazon eskaliert

Hinter den drastischen Maßnahmen steckt vor allem ein Name: Amazon. UPS will das Versandvolumen für den Online-Riesen bis Mitte 2026 mehr als halbieren – ein riskanter Schritt, der die Ertragsbasiss des Unternehmens fundamental verändert. Gleichzeitig kämpft UPS mit sinkenden Paketvolumina und einer unsicheren globalen Konjunktur.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache:

  • 20.000 Stellen werden gestrichen
  • 73 Standorte schließen bis Ende Juni
  • Langfristige Einsparungen von 3,5 Milliarden Dollar angestrebt

Zwiespältige Quartalszahlen

Während der Aktienkurs seit Jahresbeginn über 20% verloren hat und kürzlich den tiefsten Stand seit Mitte 2020 erreichte, präsentierte UPS zumindest kurzfristig Lichtblicke:

  • Bereinigter Gewinn je Aktie (EPS) von 1,49 Dollar übertraf die Erwartungen
  • Umsatz von 21,5 Milliarden Dollar

Doch die Freude währte kurz – die Weigerung des Unternehmens, eine Jahresprognose abzugeben, nährte erneut Zweifel an der Nachhaltigkeit der Geschäftsentwicklung.

Gewerkschaft stellt sich quer

Während Investoren mit den Füßen abstimmen, formiert sich auch intern Widerstand. Die Teamsters-Gewerkschaft beruft sich auf einen Vertrag, der eigentlich die Schaffung von 30.000 neuen Stellen vorsieht. Der Konflikt könnte UPS' ohnehin schon angespannte Lage weiter verschärfen.

Die entscheidende Frage bleibt: Schafft es der Logistikkonzern, sich mit dem radikalen Sparkurs neu zu erfinden – oder ist dies nur der Beginn eines längeren Abschwungs? Die Märkte scheinen ihre Antwort bereits zu kennen.