Nach einem schwierigen Jahr 2025 rückt UnitedHealth wieder stärker in den Fokus großer Investoren. Der Kurs hat sich spürbar vom Tief gelöst, die Bewertung wirkt im historischen Vergleich günstig – gleichzeitig stehen die Margen unter Druck und Ermittlungen belasten das Sentiment. Reicht das institutionelle Interesse aus, um 2026 die Trendwende einzuleiten?

Großinvestoren bauen Positionen aus

Mehrere Adressen aus dem institutionellen Lager haben ihre Engagements zuletzt deutlich aufgestockt. Besonders ins Auge fällt Rakuten Securities: Das Haus erhöhte seine Beteiligung im dritten Quartal um 83,6 % auf 16.194 Aktien im Volumen von rund 5,59 Mio. US‑Dollar. UnitedHealth zählt damit inzwischen zu den zehn größten Positionen der Gesellschaft und macht etwa 2,1 % des Portfolios aus.

Auch andere Investoren haben zugekauft oder neue Positionen eröffnet:

  • LFA Lugano Financial Advisors SA stieg im zweiten Quartal neu ein
  • Sagard Holdings Management Inc. baute eine Erstposition im Umfang von rund 29.000 US‑Dollar auf
  • Riggs Asset Management Co. erhöhte seine Bestände um 69,4 %

In Summe sind rund 87,86 % der ausstehenden Aktien in Händen institutioneller Investoren. Marktbeobachter werten diese breite Basis als Signal, dass viele Profianleger die belastende Nachrichtenlage inzwischen im Kurs eingepreist sehen.

Kursseitig konsolidiert die Aktie derzeit im Bereich von gut 330 US‑Dollar. Auf Sicht von 30 Tagen ergibt sich trotz jüngster Schwankungen ein Plus von knapp 18 %, während der Titel im Zwölfmonatsvergleich weiterhin deutlich im Minus liegt.

Bewertungsniveau deutlich unter Historie

Trotz der Erholung vom Jahrestief notiert UnitedHealth klar unter früheren Bewertungsniveaus. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt aktuell bei 17,46, während der Fünfjahresdurchschnitt bei etwa 25 lag. Aus reiner Bewertungslogik erscheint der Titel damit rabattiert.

Weitere Kennzahlen unterstreichen das Bild eines defensiven, aber angeschlagenen Blue Chips:

  • Marktkapitalisierung: rund 303 Mrd. US‑Dollar
  • Verschuldungsgrad (Debt-to-Equity): 0,71
  • Beta: 0,42 – die Aktie schwankt traditionell weniger stark als der Gesamtmarkt
  • Dividendenrendite: etwa 2,6 % auf Basis einer Jahresdividende von 8,84 US‑Dollar

Charttechnisch handelt der Kurs komfortabel über den zentralen Durchschnittslinien: Der 50‑Tage-Durchschnitt liegt bei 303,36 US‑Dollar, der 200‑Tage-Durchschnitt bei 284,82 US‑Dollar. Damit bewegt sich der Titel klar oberhalb seiner längerfristigen Trendindikatoren, während er zugleich rund 37 % unter dem 52‑Wochen-Hoch notiert.

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Gewinnrückgang und Kostenquote im Fokus

Die entscheidende Belastung kommt von der Gewinnseite. Für das vierte Quartal 2025 erwarten Analysten einen deutlichen Ergebnisrückgang: Der Konsens für den Gewinn je Aktie (EPS) liegt bei 2,09 US‑Dollar. Das entspricht einem Einbruch um 69,3 % im Vergleich zu 6,81 US‑Dollar im Vorjahreszeitraum.

Auch auf das Gesamtjahr gerechnet zeigt sich der Druck:

  • Erwartetes bereinigtes EPS 2025: 16,30 US‑Dollar
  • Bereinigtes EPS 2024: 27,66 US‑Dollar

Damit läge das bereinigte Ergebnis 2025 rund 41 % unter dem Vorjahr. Haupttreiber dieser Entwicklung ist die deutlich gestiegene Medical Care Ratio – also der Anteil der Ausgaben für medizinische Leistungen an den Prämieneinnahmen. Sie liegt aktuell bei 89,9 % und damit klar über den 82,3 % von vor zwei Jahren. Diese Kennzahl wirkt direkt auf die operative Marge und spiegelt anhaltenden Kostendruck im Medicare-Geschäft wider.

Hinzu kommen regulatorische und rechtliche Risiken: Vorwürfe zu Abrechnungspraktiken, Bundesuntersuchungen im Zusammenhang mit Zahlungen an Pflegeheime und steigende Ausgaben in Medicare belasten die Wahrnehmung des Unternehmens. Zusammen mit dem Gewinnrückgang erklären sie, warum die Aktie trotz institutioneller Zuflüsse noch nicht zu alter Stärke zurückgefunden hat.

Analysten: Zurückhaltend positiv

Trotz der Probleme bleibt der Analystenkonsens leicht positiv. An der Wall Street dominiert das Votum „Moderater Kauf“:

  • Rund 16–17 Häuser stufen mit „Strong Buy“ ein
  • 2 Analysten sehen die Aktie bei „Buy/Moderate Buy“
  • 7–9 Experten votieren für „Halten“
  • 1–3 Analysten empfehlen „Verkaufen“ bzw. „Strong Sell“

Bei den Kurszielen gab es zuletzt mehrere Anpassungen nach oben, teils bei gleichzeitig vorsichtigerer Einstufung:

  • Evercore ISI hob auf „Strong Buy“ an und nannte ein Ziel von 400 US‑Dollar
  • JPMorgan Chase erhöhte das Kursziel von 310 auf 425 US‑Dollar
  • RBC Capital bestätigte „Outperform“ mit 408 US‑Dollar
  • Bernstein bekräftigte „Outperform“ mit 444 US‑Dollar
  • Deutsche Bank stufte auf „Hold“ ab, mit einem Ziel von 333 US‑Dollar

Der übergreifende Konsens beim Kursziel liegt in einer Spanne von etwa 385 bis 396 US‑Dollar. Ausgehend vom aktuellen Niveau entspricht das einem theoretischen Aufwärtspotenzial von grob 15–17 %, sofern sich die Ergebnislage stabilisiert.

Ausblick auf die Zahlen am 27. Januar

Am 27. Januar vor US-Börsenstart legt UnitedHealth die Zahlen für das Gesamtjahr 2025 vor und gibt einen Ausblick auf 2026. Bereits im dritten Quartal hatte das Management die Prognose leicht angehoben: Für 2025 stellt der Konzern mindestens 14,90 US‑Dollar EPS und 16,25 US‑Dollar bereinigtes EPS in Aussicht – ein Signal, dass die eingeleiteten Spar- und Steuerungsmaßnahmen Wirkung zeigen sollen.

Für das Jahr 2026 rechnen Analysten im Schnitt mit einem erneuten Ergebnisanstieg von rund 8 % auf etwa 17,60 US‑Dollar je Aktie. Gleichzeitig hält das Unternehmen an seiner Dividendenpolitik fest: Die Quartalsdividende von 2,21 US‑Dollar je Aktie steht für 24 Jahre in Folge ohne Unterbrechung und bringt eine Rendite, die mehr als doppelt so hoch ist wie der Durchschnitt im S&P 500.

Entscheidend für den weiteren Kursverlauf wird, ob UnitedHealth mit den Q4-Zahlen glaubhaft machen kann, dass die Kostenquote im Medicare-Geschäft unter Kontrolle kommt und die rechtlichen Risiken beherrschbar bleiben. Gelingt dies, könnte die Kombination aus rabattierter Bewertung, hoher institutioneller Beteiligung und verlässlicher Dividende 2026 den Boden für eine nachhaltige Erholung bereiten.

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