TKMS Aktie: Großauftrag im Blick
TKMS geht bei der Bewerbung um den milliardenschweren U-Boot-Auftrag in Kanada in die Offensive. Der Marineschiffbauer verhandelt über ein umfassendes Investitionspaket, das weit über den eigentlichen Rüstungsdeal hinausreicht. Für den Kapitalmarkt stellt sich damit die Frage: Wie wichtig könnte dieser Auftrag für die künftige Entwicklung der Aktie werden?
Strategisches Paket für Kanada
CEO Oliver Burkhard bestätigte heute am Rande einer Veranstaltung in Frankfurt, dass TKMS mit mehreren deutschen und norwegischen Unternehmen über ein breit angelegtes Wirtschaftspaket für Kanada spricht. Ziel ist ein Angebot, das nicht nur die Lieferung von U-Booten, sondern zusätzliche Investitionen in Schlüsselbranchen umfasst.
Kernpunkte der geplanten „Offset-Verpflichtungen“ über einen Zeitraum von 30 Jahren sind laut Reuters:
- Seltene Erden und Bergbau
- Künstliche Intelligenz
- Batterieproduktion für den Automobilsektor
- Raumfahrt (unter anderem Gespräche mit Isar Aerospace)
Für die Ausarbeitung des Pakets hat TKMS nach eigenen Angaben 30 bis 40 Mitarbeiter abgestellt. Burkhard betonte, es gehe „primär darum, was darüber hinausgeht“ – also um den gesamtwirtschaftlichen Mehrwert für Kanada.
Konkurrenz mit Südkorea um 12 U-Boote
TKMS konkurriert mit dem südkoreanischen Werftenkonzern Hanwha Ocean um die Lieferung von bis zu zwölf modernen U-Booten für die kanadische Marine. Beide Anbieter wurden im August 2025 in die engere Auswahl genommen.
- Volumen U-Boot-Auftrag: über 10 Mrd. Euro
- Gesamtvolumen inkl. Investitionszusagen: deutlich darüber, so mit den Verhandlungen vertraute Personen
TKMS bietet Kanada U-Boote der Klasse 212CD an – dasselbe Modell, das bereits an Norwegen geliefert wird. Der Konzern verweist darauf, größter Hersteller nicht-nuklearer U-Boote weltweit zu sein und rund 70 % der konventionellen NATO-Flotte zu stellen.
Geopolitischer Rahmen erhöht Druck
Die Verhandlungen laufen vor dem Hintergrund verschärfter geopolitischer Spannungen. Reuters nennt unter anderem US-Ansprüche auf Grönland, mögliche Importzölle auf europäische Verbündete und den anhaltenden Ukraine-Krieg als Rahmenbedingungen.
Burkhard plant im März eine Reise nach Kanada, um die Gespräche zu vertiefen. Die Bundesregierung ist eingebunden: Wirtschafts- und Verteidigungsministerium sowie das Bundeskanzleramt begleiten den Prozess.
Kanadas Innovationsministerium stellte klar, dass Verteidigungsbeschaffungen einen „klaren, messbaren Nettovorteil“ für Kanadas Wirtschaft bringen und nationale wie militärische Interessen fördern müssen – genau an diesem Punkt setzt TKMS mit seinem breiten Investitionskonzept an.
Kursreaktion und Bewertung
Trotz der strategisch wichtigen Perspektive gab die Aktie heute nach. Am Xetra-Schluss des Vortags lag der Kurs bei 99,20 Euro, heute notierte das Papier bei 95,30 Euro – ein Rückgang von 3,93 %. Das Handelsvolumen von über 306.000 Stück lag leicht über dem Durchschnitt von rund 283.000 Aktien.
Ausgewählte Kennzahlen:
- Aktueller Kurs: 95,30 Euro
- Tagesveränderung: -3,93 %
- 52-Wochen-Spanne: 57,00 – 107,00 Euro
- Marktkapitalisierung: 6,05 Mrd. Euro
- KGV (TTM): 65,27
Das durchschnittliche Analystenkursziel liegt bei 84,83 Euro, die Spanne reicht von 61 bis 102 Euro. Bernstein Research hatte Anfang Januar das Rating auf „Market Perform“ angehoben und die aus Sicht der Analysten konservativen EBIT-Ziele des Managements hervorgehoben.
Ausblick: Entscheidung im laufenden Jahr
Burkhard rechnet mit einer Entscheidung Kanadas noch im Laufe des Jahres 2026. Damit bleibt der U-Boot-Deal ein zentraler potenzieller Kurstreiber – sowohl über das direkte Auftragsvolumen als auch über langfristige Industriezusagen.
Für die nähere Zukunft rückt zunächst der 11. Februar in den Vordergrund: Dann veröffentlicht TKMS die Zahlen für das erste Quartal. In Kombination mit Fortschritten in den Kanada-Gesprächen dürfte sich daran ablesen lassen, wie gut der Konzern sowohl operativ als auch strategisch aufgestellt ist.
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