Bei TKMS läuft es operativ solide, doch über der jungen MDAX-Aktie hängt ein großer Knotenpunkt: die kanadische U-Boot-Ausschreibung. Der Ausgang dieses Milliardenprojekts dürfte maßgeblich bestimmen, wie sich der Kurs im laufenden Quartal entwickelt. Parallel sorgen mögliche neue Fregattenaufträge aus Deutschland für eine gewisse Grundsicherheit im Hintergrund.

Am Freitag schloss die Aktie bei 99,95 Euro – nur knapp unter dem frischen 52-Wochen-Hoch von 100,60 Euro. Nach einem Plus von fast 50 % in 30 Tagen ist klar: Der Markt preist bereits erhebliche Erwartungen ein.

Kanada-Projekt als zentraler Kurstreiber

Kern der aktuellen Spekulation ist das „Canadian Patrol Submarine Project“. Kanada plant die Beschaffung von bis zu zwölf U-Booten mit einem geschätzten Volumen von über 10 Milliarden Euro. Nach jüngsten Berichten läuft es auf ein Duell hinaus:

  • TKMS: Angebot der Klasse 212CD, die bereits von Deutschland und Norwegen bestellt wurde
  • Hanwha Ocean (Südkorea): Herausforderer, der aggressiv in den Markt drängt

Für TKMS ist die Lage weitgehend binär:

  • Bei Zuschlag würde das Auftragsbuch – zuletzt etwa 18,2 Milliarden Euro – deutlich anschwellen und der Investment-Case um einen starken Exportbaustein ergänzt.
  • Bei Verlust an Hanwha dürfte die Aktie kurzfristig unter Druck geraten, weil ein zentraler Wachstumstreiber ausfiele und die Erwartung an internationale Großaufträge gedämpft würde.

Vor diesem Hintergrund wirkt der aktuelle Kursbereich nahe am Hoch wie eine Wette darauf, dass TKMS sich im kanadischen Auswahlverfahren durchsetzen kann.

Rückenwind aus Berlin

Während der Blick vieler Investoren nach Ottawa geht, kommen aus Berlin stützende Signale. Insiderberichten zufolge bereitet die Bundeswehr den Kauf weiterer Fregatten des Typs F126 oder angepasster Meko-Varianten vor. Diese mögliche Bestellung würde das Kerngeschäft im Heimatmarkt stärken.

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Wesentliche Implikation:

  • Sie sichert eine Basis-Auslastung der Werften in Kiel.
  • Damit reduziert sich das Risiko, dass ein mögliches Scheitern in Kanada unmittelbar zu einer strukturellen Unterauslastung führt.

Die Kombination aus potenziellen Exportaufträgen und einem robusten Heimatmarkt ist einer der Gründe, warum institutionelle Anleger das Papier seit dem MDAX-Aufstieg im Dezember 2025 verstärkt im Blick haben.

Fundamentale Lage und Bewertung

Operativ zeigt die jüngst abgespaltene TKMS eine klar verbesserte Profitabilität gegenüber der Zeit unter dem Thyssenkrupp-Dach. Die wichtigsten Kennzahlen aus dem letzten Geschäftsjahr:

  • Umsatz: 2,2 Milliarden Euro (+9 % gegenüber dem Vorjahr)
  • Bereinigte EBIT-Marge: 6 %
  • Mittelfristiges Ziel: über 7 % Marge

Damit honoriert der Markt die Effizienzsteigerung: Seit Jahresanfang liegt die Aktie rund 44 % im Plus, auf Sicht von 30 Tagen sogar bei knapp 50 %. Der Kurs notiert rund 34 % über dem 50-Tage-Durchschnitt von 74,52 Euro.

Auffällig ist zugleich der 14-Tage-RSI von 32,4. Das Niveau signalisiert, dass die starke Rally der vergangenen Wochen zuletzt ins Stocken geraten ist – der Markt wartet auf den nächsten Impuls.

Die Fakten im Überblick

  • Großes Kanada-Projekt über mehr als 10 Milliarden Euro als entscheidender Kurstreiber
  • Duell mit Hanwha Ocean um bis zu zwölf U-Boote
  • Auftragsbuch zuletzt etwa 18,2 Milliarden Euro
  • Mögliche zusätzliche Fregattenbestellung der Bundeswehr sichert Grundauslastung
  • Umsatzwachstum von 9 % und steigende Marge auf 6 %
  • Kurs nahe 52-Wochen-Hoch, Plus von rund 50 % in 30 Tagen

Ausblick: Zwischen Großfantasie und Basisgeschäft

Die Aktie befindet sich aktuell in einer Phase erhöhter Erwartung – und entsprechend hoher Fallhöhe. Kurzfristig dürfte vor allem die Nachrichtenlage zum kanadischen U-Boot-Projekt den Ton angeben.

Kommt es zum Zuschlag, wäre angesichts der bereits starken Kursentwicklung zwar ein weiterer Schub denkbar, mittelfristig würde aber vor allem die Verlässlichkeit der Projektumsetzung in den Fokus rücken. Fällt die Entscheidung zugunsten von Hanwha, rückt die Rolle des europäischen Kerngeschäfts wieder stärker in den Vordergrund: Die möglichen zusätzlichen Fregatten für die Bundeswehr und die bestehende Auftragsbasis bieten dann eine solide, wenn auch weniger dynamische Grundlage für die weitere Entwicklung.

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