Bei The Trade Desk häufen sich derzeit die personellen und strategischen Entwicklungen. Während der CEO dreistellige Millionenbeträge in das eigene Unternehmen investiert, stößt eine Direktorin fast all ihre Anteile ab. Gepaart mit einem Abgang im Verwaltungsrat und vielversprechenden Gesprächen mit OpenAI stehen Anleger vor einem komplexen Gesamtbild.

Gegensätzliche Insider-Transaktionen

In der vergangenen Woche zeigten die Führungskräfte des AdTech-Unternehmens ein bemerkenswert unterschiedliches Verhalten. CEO Jeff Green erwarb sechs Millionen Aktien und baute damit eine neue Position im Wert von über 150 Millionen US-Dollar auf. Dies markiert den ersten nennenswerten Insiderkauf bei The Trade Desk seit weit über einem Jahr.

Im direkten Kontrast dazu trennte sich Direktorin Kathryn E. Falberg von rund 152.000 Aktien. Durch diese Verkäufe im Wert von etwa 4,6 Millionen US-Dollar reduzierte sie ihren Bestand um 98 Prozent. Solch gegensätzliche Signale aus der Chefetage fallen in eine Phase, in der das Unternehmen ohnehin seine Gremien neu ordnet. So wird Gokul Rajaram den Verwaltungsrat nach knapp acht Jahren Anfang April verlassen, was laut offiziellen Angaben im besten Einvernehmen geschieht.

KI-Fantasie trifft auf schwaches Wachstum

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Neben den Personalien rückt eine mögliche strategische Partnerschaft in den Fokus: The Trade Desk befindet sich in frühen Gesprächen mit OpenAI. Ziel ist es, den KI-Entwickler bei der Einführung und Skalierung von Werbeanzeigen auf ChatGPT zu unterstützen. Für das AdTech-Unternehmen würde dies den direkten Zugang zu einem rasant wachsenden Inventar bedeuten und könnte eine Verteidigungslinie gegen die Verschiebung von Werbebudgets in Richtung KI-Suchmaschinen bilden.

Hintergrund dieser neuen Initiativen ist eine anhaltende Schwächephase im operativen Geschäft. Das Umsatzwachstum hat sich in den vergangenen fünf Quartalen kontinuierlich verlangsamt. Dies spiegelt sich deutlich im Aktienkurs wider, der auf Jahressicht rund 57 Prozent an Wert verloren hat und gestern bei 23,55 Euro aus dem Handel ging. Auch die jüngsten Prognosen enttäuschten: Die Erwartungen für das erste Quartal lagen beim Umsatz leicht und beim operativen Ergebnis (EBITDA) um 13 Prozent unter den Schätzungen.

In der Folge passten mehrere Analysten ihre Einschätzungen deutlich nach unten an:
- Piper Sandler: Kurszielsenkung auf 28 US-Dollar (zuvor 50 USD), Rating bleibt "Neutral"
- Needham: Kurszielsenkung auf 32 US-Dollar (zuvor 60 USD), Rating bleibt "Buy"
- Wedbush: Abstufung auf "Underperform", Kursziel bei 23 US-Dollar

Um das Vertrauen der Wall Street nachhaltig zurückzugewinnen, muss The Trade Desk nun operative Erfolge liefern. Mit dem Ende Februar gestarteten "Ventura Ecosystem" für vernetztes Fernsehen (CTV) und der potenziellen OpenAI-Kooperation liegen die strategischen Bausteine bereit. Die kommenden Quartalszahlen werden den Beweis antreten müssen, ob diese neuen Initiativen die rückläufige Wachstumsdynamik im Kerngeschäft tatsächlich stoppen können.

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