The Trade Desk Aktie: Amazon-Angriff belastet
Der einstige Liebling der Ad-Tech-Branche kommt nicht zur Ruhe. Was als Korrektur begann, weitet sich zu einer fundamentalen Vertrauenskrise aus. Am Freitag sorgten gleich zwei Analystenhäuser für neue Verunsicherung, indem sie nicht nur Kursziele kappten, sondern die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells infrage stellten. Der Grund für die Skepsis trägt einen prominenten Namen: Amazon.
Wettbewerb drückt auf die Stimmung
Verantwortlich für den erneuten Stimmungsdämpfer war primär eine Herabstufung durch die Investmentbank Citizens JMP auf „Market Perform“. Analyst Matthew Condon begründete diesen Schritt mit einer drastischen Verschärfung der Wettbewerbssituation. Im Zentrum der Sorgen steht Amazon, das mit seiner Demand Side Platform (DSP) aggressiv in den Markt drängt.
Der E-Commerce-Gigant lockt Werbetreibende derzeit mit Kampfpreisen und verlangt Gebühren von teils nur einem Prozent. Dies unterbietet die branchenüblichen Standards deutlich und greift direkt die Preissetzungsmacht von The Trade Desk an. Marktbeobachter werten dies als ernsthafte Bedrohung für die Margen des Unternehmens, da Kunden zunehmend die Kostenstrukturen hinterfragen könnten.
KI als zweischneidiges Schwert
Neben dem Preiskampf durch Amazon identifizieren die Experten einen weiteren strukturellen Gegenwind: generative künstliche Intelligenz. Während KI oft als Wachstumstreiber gilt, sieht Citizens JMP hier ein Risiko für The Trade Desk.
Die These: Fortschrittliche KI-Tools vereinfachen den programmatischen Werbeeinkauf massiv und senken die Hürden für einen Wechsel der Plattform. Die technologische Komplexität, die The Trade Desk bisher als Schutzwall (Moat) gegen Konkurrenten diente, verliert durch die Automatisierung an Bedeutung. Zudem konsolidieren "Walled Gardens" wie Amazon immer mehr Werbebudgets, was den offenen Markt, auf den sich The Trade Desk spezialisiert hat, unter Druck setzt.
Diskrepanz zwischen Zahlen und Kurs
Die Reaktion an den Märkten reiht sich in einen negativen Trend ein. Auch das Analysehaus Stifel senkte am Freitag sein Kursziel drastisch von 90 auf 74 US-Dollar, nachdem auch UBS und die Bank of America im Wochenverlauf ihre Erwartungen nach unten korrigiert hatten.
Dabei sind die operativen Zahlen des Unternehmens keineswegs katastrophal. Im dritten Quartal 2025 verzeichnete The Trade Desk noch ein Umsatzplus von 17,7 Prozent und übertraf die Gewinnerwartungen. Auch ein beschlossenes Aktienrückkaufprogramm über 500 Millionen US-Dollar und eine hohe Kundenbindungsrate von über 95 Prozent zeugen von Substanz. Doch der Markt ignoriert diese Vergangenheitswerte momentan und fokussiert sich fast ausschließlich auf die drohende Erosion durch den neuen Wettbewerb.
Blick auf die Unterstützung
Für Anleger richtet sich der Fokus nun auf die charttechnische Unterstützung im Bereich des 52-Wochen-Tiefs bei etwa 34 US-Dollar. Entscheidend für eine Bodenbildung wird sein, ob das Management in den kommenden Quartalen belegen kann, dass der Zugang zum Premium-Inventar im „Open Internet“ und Connected TV (CTV) trotz der Amazon-Billigkonkurrenz höhere Gebühren rechtfertigt. Ohne diesen Beweis dürften die gesunkenen Analystenziele den Kurs vorerst weiter deckeln.
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