Tesla Aktie: Vor wichtigen Zahlen
Tesla geht angeschlagen in den Endspurt vor den Q4-Zahlen. Der Kurs liegt bei rund 437,50 US‑Dollar und damit etwa 9,5 % niedriger als vor 30 Tagen. Am 28. Januar steht der Bericht für das vierte Quartal 2025 an – ein Termin, der wegen rückläufiger Auslieferungen und stark auseinanderliegender Analystenerwartungen besonders kritisch wirkt.
Institutionelle Investoren und Insider
Im dritten Quartal hat Ritholtz Wealth Management seine Tesla-Position um 6,8 % auf 53.666 Aktien ausgebaut, ein Volumen von rund 23,87 Mio. US‑Dollar. Parallel dazu zeigen die Meldungen auf Managementebene jedoch eine andere Richtung.
- Finanzchef Vaibhav Taneja veräußerte im Dezember 2.637 Aktien zu 443,93 US‑Dollar
- Director Kimbal Musk verkaufte 56.820 Aktien zu 450,66 US‑Dollar
- Insgesamt gingen im letzten Quartal 119.457 Insider-Aktien im Wert von 53,5 Mio. US‑Dollar über den Markt
- Der Anteil institutioneller Investoren sank binnen zwölf Monaten auf 47,62 %
- 120 Institutionelle haben ihre Position vollständig aufgelöst
Die Mischung aus selektiven Zukäufen und breiterem Rückzug institutioneller Adressen unterstreicht die Unsicherheit vor den anstehenden Zahlen.
Rückgang der Auslieferungen
Die Auslieferungszahlen für das vierte Quartal 2025 belasten die Stimmung. Tesla meldete:
- 418.227 Auslieferungen im vierten Quartal 2025
- 1.636.129 Auslieferungen im Gesamtjahr 2025
Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang von 16 % im Quartal und 9 % im Gesamtjahr. Das Auslaufen von Elektroauto-Steuergutschriften in den USA sowie schärfere Konkurrenz in Europa werden als wesentliche Gründe genannt.
Analysten extrem uneins
An der Wall Street klaffen die Einschätzungen weit auseinander:
- Stifel Nicolaus: Kursziel 508 US‑Dollar, Rating „Buy“
- Royal Bank of Canada: Kursziel 500 US‑Dollar, Rating „Buy“
- Bank of America: Kursziel 471 US‑Dollar, Rating „Neutral“
- UBS: Kursziel 307 US‑Dollar (zuvor 247 US‑Dollar), Rating „Sell“
- Wells Fargo: Kursziel 130 US‑Dollar, Rating „Underweight“
Der durchschnittliche Zielkurs liegt bei 410,20 US‑Dollar und signalisiert damit leichtes Abwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau. In Summe vergeben ein Analyst „Strong Buy“, zwanzig „Buy“, vierzehn „Hold“ und neun „Sell“.
Faktoren vor dem Q4-Bericht
Mehrere jüngste Entwicklungen prägen das Bild im Vorfeld der Zahlen.
Positive Aspekte:
- US‑Aufsichtsbehörden haben Tesla eine fünfwöchige Fristverlängerung zur Stellungnahme in der NHTSA‑Untersuchung zu Verkehrsverstößen mit Full Self‑Driving gewährt
- Das Unternehmen hebt seine neue Lithium-Raffinerie in Texas hervor, die größte in den USA, um die heimische Batterielieferkette zu stärken
- Daten zur Kundenloyalität deuten auf eine stabile Wiederkaufsbereitschaft hin
Belastende Punkte:
- Gespräche über eine Batteriepartnerschaft zwischen Ford und BYD schüren Sorgen um die Wettbewerbsposition
- Konkurrenz bei Robotaxis nimmt zu, etwa durch WeRide mit inzwischen über 1.000 autonomen Fahrzeugen im Einsatz
- Die Umstellung von einmaligen Full‑Self‑Driving-Käufen auf ein Abo-Modell hat zu deutlicher Kritik auf Kundenseite geführt
Diese Gemengelage aus strukturellen Chancen und wachsendem Wettbewerb begrenzt den Spielraum für Rückschläge bei den kommenden Zahlen.
Bewertung und Kennzahlen
Tesla wird aktuell mit einem Börsenwert von 1,46 Billionen US‑Dollar gehandelt. Die Bewertungskennzahlen liegen deutlich über dem Marktdurchschnitt:
- KGV (Trailing Twelve Months): 291,67
- Forward-KGV: 196,08
- PEG-Ratio: 7,27
- Beta: 1,83
- Verschuldungsgrad (Debt‑to‑Equity): 0,07
Charttechnisch notiert die Aktie leicht unter ihrem 50‑Tage-Durchschnitt von 443,51 US‑Dollar und über dem 200‑Tage-Durchschnitt von 400,02 US‑Dollar. Die 52‑Wochen-Spanne reicht von 214,25 bis 498,83 US‑Dollar, das Allzeithoch wurde am 22. Dezember 2025 markiert.
Konkurrenzdruck nimmt zu
Im Kerngeschäft mit Elektrofahrzeugen verstärken Hersteller aus China, allen voran BYD, ihren globalen Vorstoß und gewinnen weiter Marktanteile. Im Bereich des autonomen Fahrens treten zudem Waymo und Nvidia als starke Wettbewerber auf.
Auch im Robotik-Segment zeigt sich der Kampf um Fachkräfte: Hyundai hat kürzlich einen ehemaligen Tesla-Verantwortlichen für humanoide Roboter als Berater gewonnen, was den Wettbewerb um Talente zusätzlich betont.
Entscheidender Termin Ende Januar
Der Q4‑Bericht am 28. Januar wird zum Gradmesser, ob Tesla den Spagat zwischen hohem Bewertungsniveau und nachlassendem Wachstum rechtfertigen kann. Analysten rechnen für das laufende Geschäftsjahr mit einem Gewinn je Aktie von rund 2,56 US‑Dollar und erwarten für 2026 ein Umsatzwachstum von etwa 11 %. Angesichts der schwächeren Auslieferungen und des intensiven Wettbewerbs bleibt der Spielraum für Enttäuschungen damit begrenzt.
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