Drei Jahrzehnte nach der Privatisierung könnte Telecom Italia (TIM) bald wieder mehrheitlich in Staatshand sein. Poste Italiane hat ein Übernahmeangebot über 10,8 Milliarden Euro vorgelegt – und die Reaktionen an der Börse fielen prompt und eindeutig aus.

Gewinner und Verlierer eines Milliarden-Deals

TIM-Papiere legten heute rund 4,2 Prozent zu, blieben aber noch unterhalb des Angebotspreises von 0,635 Euro je Aktie. Das Signal der Märkte: Das Angebot ist zwar eine Stütze, reicht aber noch nicht ganz. Für jeden eingereichten TIM-Anteil erhalten Aktionäre 0,167 Euro in bar sowie 0,0218 neu ausgegebene Poste-Italiane-Aktien – was einem Aufschlag von rund 9 Prozent auf den Schlusskurs vom 20. März entspricht.

Auf der anderen Seite des Deals sieht es weniger erfreulich aus. Poste Italiane büßte heute 7,1 Prozent ein und rutschte erstmals seit Oktober 2025 unter die Marke von 20 Euro. Investoren zeigen sich skeptisch, ob der Preis gerechtfertigt ist – und wie viel neue Schulden das Unternehmen für die Transaktion aufnehmen muss. Diese Frage bleibt vorerst offen, da entsprechende Details erst im offiziellen Angebotsdokument erscheinen sollen.

Logik hinter dem Zusammenschluss

Das kombinierte Unternehmen käme auf einen Jahresumsatz von rund 26,9 Milliarden Euro und beschäftigte mehr als 150.000 Mitarbeiter. Der Staat würde über Poste Italiane und die Förderbank Cassa Depositi e Prestiti eine Mehrheitsbeteiligung von über 50 Prozent halten.

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Poste Italiane beziffert die jährlichen Synergien vor Steuern auf 700 Millionen Euro – davon 500 Millionen aus Kosteneinsparungen und über 200 Millionen aus zusätzlichen Erlösen. Die Umsetzungskosten sollen in ähnlicher Größenordnung liegen. Kostenseitig rechnet man mit Ergebnissen innerhalb von zwei Jahren nach Abschluss, erlösseitig innerhalb von drei Jahren. Der Deal-Abschluss ist für Ende 2026 geplant.

Einige Marktbeobachter sehen in dem Zusammenschluss eine schlüssige industrielle Logik: Das gemeinsame Vertriebsnetz aus rund 13.000 Postfilialen, mehr als 4.000 TIM-Shops und über 49.000 Partnern bietet erhebliche Cross-Selling-Potenziale.

Angebot zu niedrig?

Kritischer fällt die Bewertung des Angebotspreises selbst aus. Analysten von Barclays stufen den gebotenen Preis als unzureichend ein – das Angebot lasse wesentliche Werttreiber außer Acht. Genannt werden mögliche Nachzahlungen aus dem Verkauf der Festnetzsparte FiberCop sowie Chancen durch eine Konsolidierung des italienischen Telekommunikationsmarkts.

Dabei darf nicht vergessen werden: TIM-Aktionäre haben zuletzt bereits kräftig verdient. Seit Ende 2024 hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Das legt die Messlatte für ein überzeugendes Angebot entsprechend hoch.

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