TeamViewer verlässt am 23. März den MDAX — und das ist nur eines von mehreren Problemen, die das Unternehmen derzeit belasten. Hinzu kommen eine hohe Abwanderungsrate im Kleinkundengeschäft und ein verhaltener Jahresausblick. Das Bild, das sich ergibt, ist das eines Unternehmens unter strukturellem Druck.

Indexwechsel erzeugt Verkaufsdruck

Der Abstieg in den SDAX ist eine direkte Folge der gesunkenen Marktkapitalisierung. Für die Aktie bedeutet das kurzfristig technischen Gegenwind: MDAX-Indexfonds müssen ihre Positionen abbauen, während SDAX-gebundene Fonds erst zeitversetzt einsteigen. Diese Diskrepanz zwischen Timing und Volumen dürfte die Volatilität erhöhen.

Bereits vor dem Wechsel notiert die Aktie knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 4,52 Euro — ein Rückgang von mehr als 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Wachstum im Großkundengeschäft, Risse im SMB-Segment

Die Zahlen für 2025 waren noch solide: Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 5 Prozent auf 767,5 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA legte um 8 Prozent auf 340 Millionen Euro zu. Für 2026 rechnet das Management jedoch nur noch mit einem Umsatzwachstum von 0 bis 3 Prozent — bei gleichzeitig negativem Währungseffekt von knapp drei Prozentpunkten.

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Besonders das Kleinkundengeschäft bereitet Sorgen. Im vierten Quartal 2025 sprang die Abwanderungsrate im SMB-Segment auf 16,4 Prozent. Marktbeobachter sehen das Risiko, dass günstigere KI-Lösungen klassische Fernwartungs-Tools zunehmend verdrängen.

Gegensteuern soll die Enterprise-Strategie: Der Großkundenbereich wächst mit 19 Prozent deutlich schneller als das Massengeschäft. Anfang März präsentierte TeamViewer erweiterte Integrationen zwischen der Plattform Tensor und Microsoft Intune, am 7. März folgte eine Partnerschaft mit dem Industriesoftware-Anbieter Cybus für Echtzeit-Augmented-Reality-Anwendungen in der Fertigung.

Institutionelle Investoren positionieren sich neu

Gleichzeitig verändert sich das institutionelle Umfeld. Goldman Sachs reduzierte seine Gesamtposition von 5,10 auf 4,63 Prozent. AQR Capital Management erhöhte seine Netto-Leerverkaufsposition zuletzt auf 4,53 Prozent, auch Marshall Wace und GSA Capital Partners weiteten ihre Short-Positionen leicht aus.

Der nächste wichtige Prüfstein ist der vollständige Jahresfinanzbericht, der für den 18. März geplant ist — fünf Tage vor dem Indexwechsel. Investoren werden darin nach konkreten Belegen für operative Fortschritte im Enterprise-Geschäft suchen und klare Maßnahmen gegen die Abwanderung im SMB-Segment erwarten. Die Q1-Zahlen folgen am 6. Mai, die Hauptversammlung ist für den 2. Juni angesetzt.

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