Stellantis hat im abgelaufenen Jahr einen historischen Milliardenverlust eingefahren und zieht nun weitreichende Konsequenzen. Der Autobauer verabschiedet sich von seiner aggressiven Elektro-Strategie und setzt künftig wieder verstärkt auf ein breites Portfolio inklusive Verbrenner und Hybride. Als erstes sichtbares Zeichen dieser Neuausrichtung soll nun ein klassisches Muscle-Car den strauchelnden Absatz in Nordamerika ankurbeln.

Das Ende der reinen Elektro-Strategie

Hinter dem Rekordverlust von 22,3 Milliarden Euro für das Jahr 2025 verbirgt sich eine fundamentale strategische Kehrtwende. Das Management sah sich gezwungen, Abschreibungen in Höhe von 25,4 Milliarden Euro vorzunehmen, da der bisherige strikte Fokus auf reine Elektrofahrzeuge (EV) aufgegeben wird. Stattdessen verfolgt der Konzern nun einen Ansatz, der Verbrennungsmotoren, Hybrid-Technologien und Batterieantriebe gleichstellt. Zusätzlicher Druck entstand durch europäische Restrukturierungskosten und Anpassungen bei den Garantierückstellungen.

Die finanziellen Einschnitte treffen auch die Aktionäre direkt: Die Dividende für das Jahr 2026 wurde komplett gestrichen. Um die angeschlagene Bilanz zu stützen, hat die Unternehmensführung stattdessen die Ausgabe von nachrangigen Hybridanleihen im Wert von bis zu fünf Milliarden Euro genehmigt.

Verbrenner-Offensive in Nordamerika

Um den stark geschrumpften Marktanteil auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt zurückzuerobern, präsentierte Stellantis am Montag den neuen Dodge Charger R/T. Das knapp 50.000 US-Dollar teure Modell mit 420 PS starkem Verbrennungsmotor soll eine massive Lücke schließen. Im Vorjahr brach der Absatz der Modellreihe drastisch ein, da die Kunden die vorrangig angebotenen Elektrovarianten kaum annahmen. Lediglich rund 9.500 Fahrzeuge konnten 2025 insgesamt abgesetzt werden. Der neue Verbrenner soll nun als erschwingliches Allrad-Volumenmodell die Wende bringen.

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An der Börse spiegelt sich die anhaltende Skepsis über diesen Kraftakt deutlich wider. Die Aktie handelt aktuell bei 6,10 Euro exakt auf ihrem 52-Wochen-Tief und hat seit Jahresbeginn bereits über 37 Prozent an Wert verloren.

Lichtblicke und Investoreninteresse

Trotz der tiefroten Jahresbilanz gab es im zweiten Halbjahr 2025 erste Anzeichen einer operativen Erholung. Im vierten Quartal schossen die Auslieferungen in Nordamerika im Jahresvergleich um 43 Prozent in die Höhe, während in Europa die Auftragseingänge um 23 Prozent zulegten. Auch die Marke Alfa Romeo stach mit einem globalen Verkaufsplus von 20 Prozent im vergangenen Jahr positiv hervor.

Diese operativen Fortschritte wecken offenbar das Interesse großer Marktteilnehmer. Im Schlussquartal stiegen institutionelle Investoren wie die Norges Bank und Viking Global mit Positionen im Wert von jeweils mehreren hundert Millionen US-Dollar bei Stellantis ein. Analysten reagierten am heutigen Dienstag ebenfalls auf die neuen Impulse und stuften das Papier teilweise von einer Verkaufsempfehlung auf "Halten" hoch.

Der wahre Prüfstein für die Belastbarkeit dieses Turnarounds folgt am 21. Mai 2026. Auf dem geplanten Investorentag muss das Management detailliert darlegen, wie die neue langfristige Strategie finanziert wird. Zuvor steht am 14. April die Hauptversammlung in Amsterdam an, auf der unter anderem personelle Weichenstellungen im Verwaltungsrat beschlossen werden sollen. Operativ richtet sich der Blick der Märkte nun darauf, ob die ehrgeizigen Produktionsziele, darunter der geplante Hochlauf im spanischen Werk Ende 2026, reibungslos umgesetzt werden können.

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