Die KI-Rally erhält fundamentale Nahrung: Siemens Energy liefert den Beweis, dass die Fantasie um den Energiehunger der Künstlichen Intelligenz in reale Aufträge mündet. Der DAX-Konzern sichert sich eine Schlüsselrolle bei der Energieversorgung von US-Rechenzentren und bestätigt damit seine Position als technischer Rückgrat-Lieferant der Digitalwirtschaft.

Das sind die Fakten zum Wochenende:
* Strategische Partnerschaft: US-Konzern Babcock & Wilcox wählt Siemens Energy für Großprojekt.
* Projektumfang: Lieferung von Dampfturbinen für ein 1-Gigawatt-Kraftwerksvorhaben.
* Cashflow-News: Indische Tochter fixiert Dividenden-Stichtag.

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Dampfturbinen für den Datenhunger

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht eine Vereinbarung mit dem US-Energietechnikunternehmen Babcock & Wilcox (B&W). Siemens Energy wurde ausgewählt, die Dampfturbinensätze für ein massives Infrastrukturprojekt zu liefern, das die Rechenzentren von Applied Digital mit Strom versorgen soll. Geplant sind vier Erdgaskraftwerke mit einer Kapazität von jeweils 300 Megawatt.

Die Dringlichkeit des Vorhabens wird durch eine vereinbarte "Limited Notice to Proceed" unterstrichen. Diese Klausel ermöglicht den sofortigen Start erster Projektphasen noch vor der endgültigen Vertragsunterzeichnung, die für das erste Quartal 2026 angesetzt ist. Ziel ist es, die Stromversorgung bis Ende 2028 sicherzustellen – ein straffer Zeitplan, der die hohe Nachfrage im Sektor widerspiegelt.

Gas als unverzichtbare Brückentechnologie

Dieser Auftrag ist mehr als nur ein Umsatzbringer; er validiert die These, dass die Sparte "Gas Services" der primäre Profiteur des KI-Booms ist. Während langfristige Lösungen wie Kernfusion oder kleine modulare Reaktoren (SMR) noch Zukunftsmusik sind, benötigen Tech-Giganten jetzt verlässliche Grundlastfähigkeit.

In den USA warnen Netzbetreiber wie PJM bereits vor Instabilitäten, sollten Rechenzentren ohne eigene, gesicherte Stromerzeugung ans Netz gehen. Da erneuerbare Energien allein die konstante Last moderner Serverfarmen oft nicht decken können, greifen Betreiber auf Gaskraftwerke zurück. Siemens Energy positioniert sich hier ideal, um diese Lücke zu schließen.

Charttechnik: Überhitzt oder trendstark?

Die Aktie honorierte die strategische Ausrichtung am Freitag mit einem Schlusskurs von 125,85 Euro (+1,94 %). Auf Jahressicht summieren sich die Gewinne mittlerweile auf beeindruckende 141,74 %.

Allerdings mahnen die technischen Indikatoren zur Vorsicht. Mit einem RSI (Relative Strength Index) von 85,4 ist der Titel technisch stark überkauft, was kurzfristige Konsolidierungen wahrscheinlicher macht. Dennoch notiert das Papier komfortabel über dem 50-Tage-Durchschnitt von 117,24 Euro, was den intakten Aufwärtstrend untermauert.

Parallel zur US-Meldung sorgt die Tochtergesellschaft Siemens Energy India Ltd. für positive Nachrichten auf der Cashflow-Seite: Der 30. Januar 2026 wurde als Stichtag für die kommende Dividendenausschüttung festgelegt.

Fazit

Der Fokus richtet sich nun auf die finale Vertragsunterzeichnung mit Babcock & Wilcox im laufenden ersten Quartal. Gelingt die formale Fixierung ohne Verzögerungen, festigt dies die Bewertungsgrundlage der Aktie erheblich. Solange die Zone um das 52-Wochen-Hoch bei knapp 142 Euro im Blick bleibt und wichtige Unterstützungen halten, dominieren die Bullen das Geschehen.

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