Ein seltener Schritt aus Zürich sorgt heute für Gesprächsstoff: Die UBS kippt ihre bisher negative Einschätzung zu Siemens Energy komplett und schraubt das Kursziel auf ein neues „Street High“. Im Windschatten dieses Upgrades hat sich die Aktie nahe ihres Rekordniveaus festgesetzt. Wie viel Luft nach oben sehen die Analysten nach der jüngsten Neubewertung noch?

UBS mit radikalem Kurszielsprung

Die UBS vollzieht eine klare Kehrtwende. Analyst Christopher Leonard hebt seine Einstufung für Siemens Energy von „Sell“ direkt auf „Buy“ an und passt das Kursziel in außergewöhnlicher Größenordnung an:

  • Altes Kursziel: 38 Euro
  • Neues Kursziel: 175 Euro
  • Einstufung: von „Sell“ auf „Buy“

Die Bank begründet den Schritt vor allem mit deutlich verbesserten Perspektiven im Geschäft mit Gasturbinen („Gas Services“). Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet UBS mit einem Auftragswachstum, das nach ihrer Einschätzung klar über den bisher am Markt erwarteten Werten liegt.

Bis 2030 liegen die operativen Gewinnschätzungen der UBS nun spürbar über den Konsensprognosen. Zusätzlich hebt die Bank das Netzgeschäft („Grid Technologies“) als zentralen Treiber der künftigen Profitabilität hervor. Beide Bereiche zusammen sollen die Ertragsbasis breiter und stabiler machen als noch vor einigen Quartalen angenommen.

Starke Kursbasis nahe Rekordhoch

Am Markt kommt die neue Einschätzung gut an. Die Aktie bewegt sich heute mit 137,50 Euro auf dem Niveau des gestrigen Schlusskurses und damit nur rund 3 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 141,84 Euro. Der Titel bestätigt damit seinen Aufwärtstrend, der sich bereits seit Monaten abzeichnet.

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Auffällig ist die Dynamik der vergangenen zwölf Monate: Mit einem Plus von rund 133 % auf Jahressicht hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Auch im technischen Bild spiegelt sich die Stärke wider:

  • Deutlicher Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt von 101,49 Euro (rund +35 %)
  • Der 50‑Tage-Durchschnitt bei 123,03 Euro liegt klar unter dem aktuellen Kurs
  • Der 14‑Tage‑RSI von 85,4 signalisiert eine überkaufte Situation

Kurzfristig deutet der hohe RSI auf ein sehr starkes Momentum hin, das nach dieser Lesart bereits weit fortgeschritten ist. Mittelfristig zeigt der deutliche Abstand zu den gleitenden Durchschnitten jedoch, wie robust der jüngste Trend bislang verlaufen ist.

Analysten erhöhen die Messlatte

Die UBS steht mit ihrem Optimismus nicht allein, setzt mit 175 Euro aber die aktuell höchste Zielmarke unter den großen Häusern. Mehrere Institute haben Siemens Energy bereits zuvor positiv eingestuft und untermauern das veränderte Stimmungsbild:

  • Bank of America: stuft die Aktie als „Top Pick“ ein und nennt ein Kursziel von 170 Euro
  • JPMorgan: bleibt bei „Overweight“ mit Kursziel 160 Euro und verweist auf die verbesserte Stimmung im Bereich erneuerbarer Energien
  • RBC Capital: sieht mit „Outperform“ ein Ziel von 150 Euro

Damit hat sich der Fokus der Analysten deutlich verlagert. Standen zuvor Risiken wie die Probleme bei der Windkraft-Tochter Gamesa im Vordergrund, rücken nun Wachstumschancen in den Mittelpunkt: der globale Bedarf an Strominfrastruktur, der Ausbau von Netzen und erfolgreiche Teilnahme an Offshore-Auktionen.

Fazit: Turnaround trifft Analystenrückenwind

Die Kombination aus prall gefüllten Auftragsbüchern, Fortschritten im operativen Turnaround und einer nun ausgesprochen freundlichen Analystenlandschaft sorgt für Rückenwind. Die Aktie notiert nur knapp unter ihrem Rekordhoch und liegt mit knapp 12 % Plus seit Jahresanfang deutlich über ihren zentralen Durchschnittslinien.

Mit dem neuen UBS-Kursziel von 175 Euro liegt die Messlatte nun klar über den bisherigen Schätzungen und signalisiert weiteres Potenzial aus Sicht der Bank. Für die kommenden Monate werden vor allem zwei Punkte entscheidend sein: ob Siemens Energy die hochgesteckten Erwartungen im Gasturbinen- und Netzgeschäft mit entsprechenden Auftrags- und Ergebnisdaten untermauern kann und ob das starke Momentum trotz der bereits gelaufenen Kursrally eine Fortsetzung findet.

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