Siemens Energy Aktie: Superzyklus-Fantasie
Siemens Energy erlebt eine Neubewertung, die weit über einen kurzfristigen Kursanstieg hinausgeht. Im Zentrum stehen ein möglicher Superzyklus bei Gasturbinen, ein wachsendes Geschäft mit grünen Industrieanwendungen und der geplante Turnaround bei Siemens Gamesa. Entscheidend ist die Frage: Wie tragfähig ist der aktuelle Aufwärtstrend, der die Aktie bis dicht an ihr 52‑Wochen-Hoch geführt hat?
Die Fakten im Überblick
- Aktueller Kurs: 141,60 €
- 52‑Wochen-Hoch: 141,84 € (Abstand: rund -0,2 %)
- Kursplus 12 Monate: rund +173 %
- Seit Jahresanfang: +15,3 %
- Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt: gut +38 %
- RSI (14 Tage): 85,4 (überkauft)
Der Titel hat sich damit in kurzer Zeit stark verteuert und läuft seinem langfristigen Durchschnitt deutlich voraus – ein klares Zeichen für einen sehr dynamischen Aufwärtstrend, aber auch für eine aufgeheizte Stimmung.
Gasturbinen: UBS-Studie und die 100-GW-Lücke
Den Kern der aktuellen Story bildet der Markt für Gasturbinen. Eine neue Studie der UBS hat das Kursziel deutlich angehoben und spricht von einem „Superzyklus“. Die Analysten rechnen von 2026 bis 2035 mit einer durchschnittlichen jährlichen Nachfrage von 88 Gigawatt (GW). Schon dieses Szenario würde auf eine knappe Versorgungslage hindeuten.
Das Management von Siemens Energy geht jedoch einen deutlichen Schritt weiter: Die offizielle Prognose unterstellt, dass die jährliche Nachfrage die Marke von 100 GW klar übersteigt. Damit liegt die interne Erwartung mehr als 12 GW pro Jahr über der ohnehin optimistischen UBS-Schätzung.
Die Konsequenz:
- höhere Auslastung der Produktion
- potenziell vollere Auftragsbücher über Jahre
- spürbare Preissetzungsmacht in einem Markt mit Angebotsknappheit
Vor dem Hintergrund des globalen Ausbaus von Stromnetzen, Elektrifizierung und KI-getriebenem Energiehunger wird damit deutlich, warum Investoren den Titel neu einpreisen.
Strategische Allianz mit NextChem
Parallel zur Turbinenstory baut Siemens Energy neue Standbeine im Bereich „Green Industrial Applications“ auf. Beim deutsch-italienischen Regierungsgipfel in Rom meldete der Konzern eine strategische Kooperation:
- Partner: NextChem (Maire)
- Rahmen: Absichtserklärung (MoU)
- Fokus: Low-Carbon-Lösungen mit Wasserstoff und Methanol
- Anwendung: Integration von Methanol-Brennstoffzellen in maritime Systeme
Damit adressiert Siemens Energy die Dekarbonisierung der Schifffahrt, einen Markt mit Milliardenpotenzial. Die Partnerschaft zeigt, dass der Konzern sein Geschäftsmodell gezielt in Richtung klimafreundlicher Industrieanwendungen erweitert und sich nicht auf das klassische Turbinengeschäft beschränkt.
Siemens Gamesa: Von der Last zum Hebel
Die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa bleibt der kritischste Teil des Konzerns – und zugleich ein möglicher Katalysator. Im Geschäftsjahr 2025 lag die Marge vor Sondereffekten bei -13,1 %. Das ist weiterhin klar negativ, markiert aber eine Stabilisierung nach sehr schwierigen Vorjahren.
Wesentlich für die Bewertung ist das Ziel des Managements, im Geschäftsjahr 2026 den Break-even zu erreichen. Gelingt dieser Schritt, hätte das zwei zentrale Effekte:
- Der bisherige Ergebnisklotz würde wegfallen.
- Gamesa könnte vom Risikofaktor zum zusätzlichen Cashflow-Treiber werden.
Vor diesem Hintergrund ist die jüngste Kursentwicklung auch als Vertrauensvorschuss in den Turnaround der Windkraft-Sparte zu lesen.
Bewertung, Trend und Ausblick
Mit einem Kurs von 141,60 € notiert die Aktie praktisch am 52‑Wochen-Hoch und rund 38 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt. Der 14‑Tage-RSI von 85,4 signalisiert einen technisch überkauften Zustand, gleichzeitig hat der Titel auf 12‑Monats-Sicht um mehr als 170 % zugelegt. Der Markt preist damit klar ein, dass:
- der erwartete Superzyklus bei Gasturbinen Realität wird,
- die 100‑GW-Guidance des Managements erreichbar ist und
- der Turnaround bei Siemens Gamesa gelingt.
Fundamental stützen die hohen Nachfrageerwartungen und die strategischen Initiativen im Bereich grüner Anwendungen den Aufwärtstrend. Kurzfristig könnte die überkaufte technische Lage zwar Korrekturen begünstigen, doch solange die Story aus 100‑GW-Nachfrage, NextChem-Allianz und Gamesa-Turnaround intakt bleibt, bleibt die Neubewertung der Siemens Energy Aktie der zentrale Treiber für die weitere Kursentwicklung.
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