Siemens Energy Aktie: Optimistische Einschätzungen!
Starke Zahlen, neue Großaufträge und ein Milliardenprogramm für Aktionärsrückflüsse – und trotzdem bleibt die Analystenfront tief gespalten. Zwischen aggressiven Kaufempfehlungen und klaren Verkaufsvoten liegen bei Siemens Energy aktuell Welten. Wie passt das mit der eindrucksvollen Kursrally zusammen?
Analystenlagen: Von „Top-Pick“ bis Verkauf
Am 20. Januar 2026 hat UBS-Analyst Andre Kukhnin seine Verkaufsempfehlung für die Aktie bestätigt. Das steht im scharfen Kontrast zur Einschätzung der Bank of America (BofA), die den Titel kürzlich in ihre Liste „25 Stocks for 2026“ aufgenommen hat und damit klar auf der Optimistenseite steht.
BofA rechnet im ersten Fiskalquartal 2026 mit:
- Aufträgen von 16,4 Milliarden Euro (über Konsens)
- einem bereinigten EBITA von 1,03 Milliarden Euro (ebenfalls über Konsens)
- weiter steigenden Gewinnen in den kommenden Jahren
Das Kursziel der US-Bank liegt bei 170 Euro und damit deutlich über dem aktuellen Konsens. Denn im Analystenschnitt kommt die Aktie derzeit auf ein Ziel von 125,04 Euro – bei einer extrem breiten Spanne von 37 bis 200 Euro. Diese Bandbreite spiegelt die Unsicherheit wider, wie nachhaltig die aktuelle Ertragsdynamik eingeschätzt wird.
An der Börse haben die Optimisten zuletzt klar die Oberhand: Mit rund 132,45 Euro notiert der Titel nur gut 6 % unter seinem 52‑Wochen-Hoch, nachdem der Kurs auf Zwölfmonatssicht um fast 166 % zugelegt hat.
Starker Auftrag aus dem KI-Umfeld
Operativ sammelt Siemens Energy weiter Argumente für das bullische Lager. Am 8. Januar 2026 wurde das Unternehmen von Babcock & Wilcox als Turbinenlieferant für ein 1-Gigawatt-Kraftwerksprojekt ausgewählt. Damit soll die Stromversorgung der KI-Rechenzentren von Applied Digital abgesichert werden.
Die Eckpunkte des Projekts:
- Vier erdgasbetriebene Kraftwerke mit jeweils 300 Megawatt Leistung
- Lieferung von Dampfturbinen-Generator-Sets durch Siemens Energy
- Inbetriebnahme bis Ende 2028 geplant
- Vollständige Vertragsunterzeichnung im ersten Quartal 2026 erwartet
Der Deal zeigt, wie stark Siemens Energy vom rasant wachsenden Energiehunger der Rechenzentrums- und KI-Industrie profitiert. Gerade in diesem Segment dürfte die Nachfrage nach zuverlässigen und skalierbaren Kraftwerkslösungen in den kommenden Jahren weiter kräftig steigen.
Starke Zahlen und ambitionierte Ziele
Das Geschäftsjahr 2025 fiel deutlich besser aus als viele Marktbeobachter der Branche noch vor einiger Zeit zugetraut hätten. Siemens Energy meldete:
- Umsatz von 39,1 Milliarden Euro (+15,2 % vergleichbar)
- Auftragseingang von 58,9 Milliarden Euro (+19,4 %)
- Auftragsbestand auf Rekordniveau bei 138 Milliarden Euro
- Nettoergebnis von 1,685 Milliarden Euro
- Free Cashflow vor Steuern von 4,663 Milliarden Euro
Für 2026 strebt der Konzern ein Umsatzwachstum von 11 bis 13 % an. Die Gewinnmarge vor Sondereffekten soll zwischen 9 und 11 % liegen. Angesichts der früheren Probleme in einzelnen Geschäftseinheiten wären das weitere deutliche Fortschritte in Richtung eines stabileren und profitableren Geschäftsmodells.
Kapitalrückflüsse: Milliardenprogramm bis 2028
Parallel zu den verbesserten Kennzahlen hat Siemens Energy die Aktionärsvergütung deutlich in den Vordergrund gerückt. Im November 2025 wurde ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 6 Milliarden Euro bis zum Geschäftsjahr 2028 angekündigt. Zusammen mit Dividenden sollen insgesamt bis zu 10 Milliarden Euro an die Anteilseigner zurückfließen.
Für das Geschäftsjahr 2025 schlägt der Vorstand eine Dividende von 0,70 Euro je Aktie vor. Die Ausschüttung ist nach der Hauptversammlung am 26. Februar 2026 geplant. Angesichts des starken Free Cashflows unterstreicht das Programm den Anspruch des Managements, die verbesserte Ertragslage auch direkt an die Investoren weiterzugeben.
Mittelfristige Strategie: Höhere Margen im Blick
Auf dem Capital Market Day im November 2025 hat der Konzern seine mittelfristigen Ziele für das Geschäftsjahr 2028 spürbar nach oben gesetzt:
- Gewinnmarge vor Sondereffekten: 14 bis 16 % (vorher 10 bis 12 %)
- Umsatzwachstum: niedriger zweistelliger Prozentbereich pro Jahr
Treiber dieser Ziele sind vor allem die Segmente Gas Services und Grid Technologies. Beide Bereiche profitieren von der weltweiten Transformation der Energiesysteme – hin zu mehr erneuerbaren Quellen, aber auch zu effizienteren Gas- und Netzinfrastrukturen.
Gleichzeitig bleibt die Windkrafttochter Siemens Gamesa ein Schwachpunkt. CEO Christian Bruch hat Forderungen nach einer Abspaltung zuletzt klar zurückgewiesen. Stattdessen setzt das Management auf operative Stabilisierung innerhalb des Konzerns, was ein wesentliches Element der Mittelfristplanung ist.
Ausblick: Q1-Zahlen als nächster Test
Der nächste wichtige Termin steht bereits fest: Am 11. Februar 2026 legt Siemens Energy die Zahlen zum ersten Quartal vor. Besonders im Fokus dürfte erneut Siemens Gamesa stehen, wo BofA derzeit mit einem höheren Quartalsverlust rechnet als der Marktkonsens.
Treffen die optimistischen Annahmen zu Auftragseingang und EBITA ein und gelingt gleichzeitig eine schrittweise Verbesserung in der Wind-Sparte, könnte dies die positive Bewertungsschiene stützen. Fallen die Ergebnisse schwächer aus, dürfte eher die skeptische Analystenseite Auftrieb bekommen – und damit auch der aktuell sehr ambitionierte Bewertungsrahmen auf den Prüfstand geraten.
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