Siemens Energy rückt heute mit einem Großauftrag rund um Künstliche Intelligenz in den Fokus. Parallel meldet sich ein renommiertes Analysehaus mit einem deutlich höheren Kursziel zurück. Wie stark sind diese Impulse im Kontext des laufenden KI- und Energiezyklus wirklich?

KI-Rechenzentrum sichert neuen Auftrag

Der wichtigste Treiber kommt aus den USA: Babcock & Wilcox hat Siemens Energy als Lieferant für Dampfturbinen-Generatorsätze ausgewählt. Die Anlagen sollen ein KI-Rechenzentrumsprojekt mit einer Leistung von rund 1 Gigawatt versorgen – eine Größenordnung, die den enormen Energiehunger moderner „AI Factories“ illustriert.

Um Produktionskapazitäten frühzeitig zu sichern, wurde bereits eine „Limited Notice to Proceed“ unterzeichnet. Damit kann Siemens Energy erste Schritte einleiten, bevor der vollständige Vertragsabschluss ansteht. Dieser „Full Notice to Proceed“ ist für März 2026 geplant.

Die Eckpunkte des Deals im Überblick:

  • Technologiepartner: Siemens Energy liefert Dampfturbinen-Generatorsätze
  • Projektgröße: etwa 1 Gigawatt Leistung für ein KI-Rechenzentrum („Applied Digital AI Factory“)
  • Aktueller Status: „Limited Notice to Proceed“ unterzeichnet
  • Geplanter Vollvertrag: März 2026
  • Volumen erster Schritt: rund 80 Mio. US-Dollar

Auch wenn das initiale Volumen begrenzt erscheint, liegt der eigentliche Hebel im strategischen Potenzial: Ein 1-GW-Projekt dieser Art kann als Blaupause für weitere AI-Infrastrukturvorhaben dienen.

Analysten setzen klares Signal

Zeitgleich liefert Bernstein Research einen weiteren Impuls. Das Haus nimmt die Bewertung der Siemens Energy Aktie mit einem „Outperform“-Rating wieder auf und setzt das Kursziel auf 150 Euro. Begründet wird dies mit:

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  • einem anhaltenden Aufwärtszyklus im Energiesektor
  • dem wachsenden Bedarf der Kunden an verlässlicher Energieversorgung
  • der Rolle von Siemens Energy als Ausrüster zentraler Infrastrukturprojekte

Zum Vergleich: Die Aktie notiert heute bei rund 127,90 Euro und damit gut 9 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 141,84 Euro. Gegenüber dem 50‑Tage-Durchschnitt von 116,88 Euro liegt der Kurs allerdings bereits deutlich im Plus. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Anstieg von mehr als 150 % zu Buche – ein Hinweis auf die Dynamik, mit der der Markt das Comeback des Unternehmens einpreist.

Das Kursziel von 150 Euro impliziert vom aktuellen Niveau einen weiteren Spielraum von gut 16 %. Angesichts eines 14‑Tage‑RSI von 85,4 ist die Aktie kurzfristig technisch allerdings klar überkauft, was auf ein erhöhtes Schwankungsrisiko hindeutet.

KI-Infrastruktur als Wachstumstreiber

Der Auftrag aus den USA fällt in eine Phase, in der „Industrial AI“ die Schlagzeilen dominiert – nicht zuletzt durch die CES 2026. Während Chip-Hersteller und Cloud-Konzerne oft im Vordergrund stehen, rückt nun verstärkt die physische Basis dieser Entwicklung in den Blick: zuverlässige, grundlastfähige Energie.

Genau hier setzt der aktuelle Deal an. Die Bestellung von Dampfturbinen für die Versorgung eines KI-Rechenzentrums zeigt:

  • Erneuerbare Energien allein reichen für hochkritische Dauerlast-Anwendungen oft noch nicht aus.
  • Betreiber von AI-Fabriken benötigen planbare, stabile Stromquellen.
  • Ausrüster klassischer Kraftwerkstechnologie können direkt vom KI-Boom profitieren.

Für Siemens Energy bedeutet das eine zusätzliche Säule neben bekannten Themen wie Netzausbau und Energiewende-Projekten. Marktbeobachter leiten daraus ab, dass der Konzern nicht nur indirekt über Infrastrukturprogramme profitiert, sondern unmittelbar am Aufbau der globalen Digital-Backbones beteiligt ist.

Ausblick: März 2026 als nächster Prüfstein

Kurzfristig prägen zwei Faktoren das Bild: der frisch gemeldete KI-Auftrag und die positive Analystenstimme mit Kursziel 150 Euro. Charttechnisch bewegt sich die Aktie mit 127,90 Euro klar über den wichtigen gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50, 100 und 200 Tage, aber noch ein Stück unter dem Rekordbereich um 140 Euro.

Konkreter Fokuspunkt bleibt nun der März 2026: Wird der vollständige Vertrag mit Babcock & Wilcox wie geplant finalisiert, wäre das ein wichtiges Signal für die Umsetzungskraft des Managements in einem zentralen Zukunftssegment. Darüber hinaus müssen die kommenden Quartalszahlen zeigen, in welchem Tempo sich Aufträge wie das 1‑GW-KI-Projekt tatsächlich in Umsatz- und Margenentwicklung niederschlagen.

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