Siemens meldet zur Wochenmitte Fortschritte an gleich zwei Fronten: Die Mobility-Sparte erzielt einen wichtigen Zulassungserfolg im Schienenverkehr, während Digital Industries mit einer gezielten Software-Übernahme nachlegt. Zusammen ergibt das ein Bild, das die aktuelle Stärke der Aktie gut erklärt – kann der Titel damit den Weg in Richtung der von Analysten anvisierten 300 Euro fortsetzen?

Die Fakten im Überblick

  • Aktueller Kurs: 262,35 € (Heute leicht im Plus, rund 0,04 %)
  • Performance 30 Tage: +10,05 %
  • Performance 12 Monate: +35,16 %
  • Abstand zum 52‑Wochen-Hoch (287,96 €): rund -9 %
  • Kurs über 200‑Tage-Durchschnitt (228,85 €): +14,64 %
  • JP Morgan-Rating: "Buy" mit Kursziel 300 €

Damit bewegt sich die Siemens Aktie in einem etablierten Aufwärtstrend und notiert klar über den mittelfristigen Durchschnittswerten.

Mobility: Vectron-Lok erhält grenzüberschreitende Zulassung

Ein wesentlicher Treiber der positiven Stimmung ist der Fortschritt bei Siemens Mobility. Die Lokomotive vom Typ Vectron Dual Mode hat nun die vollständige Zulassung für den grenzüberschreitenden Betrieb zwischen Deutschland und Österreich erhalten. Nach Deutschland ist Österreich damit das zweite Land, das grünes Licht für dieses Modell gibt.

Die ersten beiden Loks wurden bereits an den österreichischen Betreiber Stern & Hafferl Verkehr ausgeliefert. Technisch zielt das Modell klar auf Effizienz und Flexibilität im Schienengüter- und Regionalverkehr:

  • Antrieb: Kombinierter Elektro- und Dieselbetrieb für durchgängige Einsätze auf nur teilweise elektrifizierten Strecken
  • Leistung: Bis zu 2.400 kW im Elektro-Modus und 2.000 kW im Diesel-Modus
  • Technologie: Zugsicherungssystem ETCS Baseline 3.6 an Bord

Diese Kombination aus Hybridantrieb und moderner Leit- und Sicherungstechnik stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Portfolios. Für Investoren ist vor allem relevant: Die Lokomotive besteht nicht nur technische Tests, sondern überwindet auch regulatorische Hürden in einem wichtigen europäischen Kernmarkt. Das erhöht die Chancen auf Folgeaufträge und untermauert das organische Wachstum der Mobility-Sparte.

Digital Industries: Software-Übernahme für stärkere Margen

Parallel zur starken Aufstellung im Hardwaregeschäft baut Siemens gezielt die Softwarekompetenz aus. Am 13. Januar 2026 wurde die Übernahme von ASTER Technologies bekanntgegeben. Das Unternehmen ist auf Softwarelösungen für die Testverifikation von Leiterplatten (PCBA) spezialisiert.

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Die Technologie von ASTER soll direkt in das Siemens-Xcelerator-Portfolio integriert werden. Im Fokus steht dabei die sogenannte „Shift-Left“-Strategie im Design-for-Test (DFT). Vereinfacht bedeutet das: Fehlervermeidung und Testbarkeit werden früher im Entwicklungsprozess berücksichtigt, was Entwicklungszeiten verkürzen und Qualitätsrisiken reduzieren kann.

Für die Ergebnisrechnung ist dieser Schritt ebenfalls interessant. Das Segment Digital Industries gilt als margenträchtig, und die Integration spezialisierter Nischenanbieter wird von Marktbeobachtern als effizienter Hebel gesehen, um diese Profitabilität langfristig zu stabilisieren oder auszubauen. Die Kombination aus industrieller Basis und wachsendem Softwareanteil zahlt damit auf die strategische Transformation des Konzerns ein.

Analysten: JP Morgan bleibt bei "Buy"

Die positive Nachrichtenlage spiegelt sich auch in der Einschätzung großer Häuser wider. Die US-Bank JP Morgan hat am 13. Januar 2026 ihre Kaufempfehlung für die Siemens Aktie bestätigt und das Kursziel unverändert bei 300 Euro belassen. Vom aktuellen Niveau um 262 Euro signalisiert das ein nennenswertes Aufwärtspotenzial.

Im Fokus der Analysten steht die Mischung aus:

  • organischem Wachstum durch Projekte wie den Vectron Dual Mode in der Mobility-Sparte und
  • zielgerichteten Zukäufen wie ASTER Technologies im Bereich Digital Industries.

Diese Kombination wird als Beleg dafür gewertet, dass Siemens den Konzernumbau hin zu mehr Digitalisierung und Software konsequent vorantreibt.

Fazit: Solide Basis für den laufenden Aufwärtstrend

Die Siemens Aktie profitiert aktuell von einem klaren Zusammenspiel aus operativen Erfolgen im Bahngeschäft und einer strategisch motivierten Stärkung des Softwarebereichs. Der Kurs um 262 Euro spiegelt diese Fortschritte bereits wider, liegt aber noch deutlich unter dem von JP Morgan genannten Ziel von 300 Euro.

Charttechnisch wird die positive Lage durch den Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt und die starke 12‑Monats-Performance untermauert. Solange der Konzern weitere Meilensteine wie die Vectron-Zulassung und die Integration von Software-Spezialisten liefert, bleibt die Grundlage für einen fortgesetzten Aufwärtstrend in Richtung der Analystenziele intakt.

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