Siemens Aktie: Erfolgversprechende Tendenzen!
Ein Milliardenauftrag in Kopenhagen, eine Akquisition im Softwarebereich und ein angehobenes Kursziel von Goldman Sachs: Siemens startet mit einer ganzen Reihe positiver Impulse ins neue Jahr. Im Zentrum steht dabei die Mischung aus klassischem Industriegeschäft und wachstumsstarker Digitalstrategie – ein Spannungsfeld, das sich zunehmend im Kurs widerspiegelt.
Kopenhagen-Projekt stärkt Mobilitätssparte
Die Dänischen Staatsbahnen (DSB) haben am 14. Januar 2026 einen der größten Schienenfahrzeug-Aufträge Skandinaviens vergeben. Ein Konsortium aus Siemens Mobility und Stadler Rail liefert mindestens 226 vollautomatische S-Bahn-Züge für das Netz in Kopenhagen. Das Paket inklusive 30-jähriger Wartung hat ein Volumen von rund 3 Milliarden Euro.
Die Elektrotriebzüge sind 56 Meter lang, erreichen bis zu 120 km/h und bieten 156 Sitzplätze. Entscheidend ist jedoch nicht die Ausstattung, sondern die Technik: Die Züge werden für den vollautomatischen Betrieb ohne Fahrer (GoA4, höchster Automatisierungsgrad) ausgelegt.
- Auftragsvolumen: ca. 3 Milliarden Euro
- Anzahl der Züge: mindestens 226
- Betriebsstart Linie F: ab 2032
- Vollautomatisierung gesamtes Netz: bis 2040 geplant
Siemens hatte bereits 2024 einen Auftrag über 270 Millionen Euro zur Umrüstung der Signaltechnik für den fahrerlosen Betrieb erhalten. Mit der Kombination aus Fahrzeugen und Leit- und Sicherungstechnik aus einer Hand positioniert sich das Unternehmen als Systemanbieter für automatisierte Bahnlösungen – ein Referenzprojekt, das im globalen Ausschreibungsgeschäft Gewicht haben dürfte.
Goldman Sachs hebt Kursziel an
Parallel sorgt eine positive Analystenstimme für zusätzlichen Rückenwind. Goldman Sachs hat am 14. Januar 2026 das Kursziel für Siemens von 246 auf 264 Euro angehoben und die Einstufung „Buy“ bestätigt. Analystin Daniela Costa begründet den Schritt vor allem mit währungsbedingten Anpassungen und einem optimistischen Blick auf die anstehende Berichtssaison im europäischen Investitionsgütersektor.
Mit einem Schlusskurs von 260,25 Euro am Freitag liegt die Aktie nur knapp unter dem neuen Kursziel. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Anstieg von gut 29 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn ein Plus von rund 8 Prozent. Der Titel notiert damit deutlich über den wichtigen Durchschnittslinien: Der Abstand zur 200-Tage-Linie von 229,92 Euro beträgt gut 13 Prozent.
Die jüngste Kursentwicklung im Überblick:
- Schlusskurs Freitag: 260,25 Euro
- Veränderung 30 Tage: +10,21 %
- Veränderung 12 Monate: +29,06 %
- 52-Wochen-Hoch: 287,96 Euro (Abstand rund -10 %)
Der RSI von 48,7 signalisiert dabei ein neutrales Momentum, also weder kurzfristige Überhitzung noch überverkaufte Situation.
Aktienrückkauf als zusätzlicher Stützpfeiler
Neben operativen Nachrichten und Analystenkommentaren wirkt auch das laufende Aktienrückkaufprogramm stabilisierend. In der Woche vom 5. bis 11. Januar 2026 erwarb Siemens laut der 100. Zwischenmeldung vom 12. Januar insgesamt 287.513 eigene Aktien zu gewichteten Durchschnittspreisen zwischen 243,56 und 254,79 Euro.
Seit Start des Programms im Februar 2024 wurden bereits über 20,3 Millionen Aktien eingezogen. Das reduziert den freien Streubesitz und kann den Gewinn je Aktie langfristig stützen – ein Punkt, den Investoren bei etablierten Industrieunternehmen häufig honorieren.
Zukauf im Softwarebereich: ASTER Technologies
Am 13. Januar 2026 meldete Siemens die Übernahme von ASTER Technologies. Das französische Unternehmen ist Marktführer für Testsoftware in der Leiterplattenbestückung (PCBA). Besonders wichtig ist hier der Ansatz der sogenannten „Shift-Left“-Strategie: Fehler sollen möglichst früh im Designprozess erkannt und behoben werden, statt erst in der Fertigung.
ASTER wird in die Siemens-Xcelerator-Plattform integriert und ergänzt damit das Portfolio von Siemens Digital Industries Software in der Elektronikfertigung. Damit verstärkt der Konzern sein Engagement im Bereich industrieller Software – einem Eckpfeiler der eigenen Wachstumsstrategie.
Die jüngsten Schritte fügen sich in ein klares Bild: Schon bei der CES 2026 Anfang Januar hatte CEO Roland Busch weitere Übernahmen in den Bereichen KI, Life Sciences und Operations-Software in Aussicht gestellt. Der Konzern setzt damit sichtbar auf margenstärkere, softwaregetriebene Geschäftsmodelle neben dem klassischen Hardware- und Projektgeschäft.
Marktbild und Ausblick auf die Zahlen
Charttechnisch präsentiert sich das Papier robust. Der Kurs liegt mit rund 8,6 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 239,64 Euro und gut 13 Prozent über der 200-Tage-Linie. Zugleich beträgt der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 174,74 Euro fast 49 Prozent. Diese Kombination aus intaktem Aufwärtstrend und neutralem RSI deutet auf eine eher solide Verfassung hin, ohne kurzfristige Extreme.
Fundamental rückt nun der 12. Februar 2026 in den Fokus. An diesem Tag veröffentlicht Siemens die Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 und hält gleichzeitig die Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2025 ab. Für das laufende Jahr peilt das Management ein vergleichbares Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent an sowie einen Gewinn je Aktie (vor PPA) zwischen 10,40 und 11,00 Euro. Zudem steht die Beschlussfassung über eine Dividendenerhöhung von 5,20 auf 5,35 Euro je Aktie auf der Agenda – ein weiterer Baustein in einem Gesamtbild, das derzeit eher von strategischer Kontinuität als von Brüchen geprägt ist.
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