SAP treibt den Umbau zum KI-gestützten Cloud-Konzern voran – während die Aktie seit dem enttäuschenden Quartalsbericht Ende Januar unter Druck bleibt. Der Walldorfer Softwarekonzern integriert die im September 2025 übernommene Recruiting-Plattform SmartRecruiters vollständig in seine SuccessFactors-Suite und verzahnt damit erstmals sämtliche HR-Prozesse mit künstlicher Intelligenz. Zugleich stellt CEO Christian Klein die Führungsstruktur neu auf, um den KI-Fokus zu schärfen.

SmartRecruiters verschmilzt mit SuccessFactors

Die Integration von SmartRecruiters in SAP SuccessFactors verbindet Talent-Architektur, Einstellungsentscheidungen und Workforce-Planung in einem System. Einstellungs-Workflows, HR-Daten und KI-Tools werden künftig unter einer Oberfläche gebündelt.

Besonders interessant: Die KI-Assistenten beider Plattformen – Joule auf SAP-Seite und Winston bei SmartRecruiters – sollen ab der zweiten Jahreshälfte 2026 als verbundene Agenten zusammenarbeiten. SAP positioniert den Schritt als Wandel von reiner Recruiting-Automatisierung hin zu kompetenzgetriebener Workforce-Planung.

Bestehende Kunden des SuccessFactors-Recruiting-Moduls können vorerst wählen, ob sie auf SmartRecruiters wechseln oder beim bisherigen Modul bleiben.

Klein strukturiert Vorstand um

Parallel zur Produktintegration formt SAP seine Führungsstruktur neu. Ab 1. April übernimmt Thomas Saueressig als Chief Customer Officer die neu geschaffene „Customer Value Group", die Customer Success sowie Customer Services & Delivery zusammenführt. Saueressig verantwortet damit die gesamte Customer Journey – von Vertrieb über Delivery bis Support.

Die Reorganisation unterstreicht Kleins Strategie, SAP stärker auf KI-getriebenes Wachstum auszurichten.

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Starke Zahlen, schwacher Backlog

Für das Gesamtjahr 2025 meldete SAP einen Cloud-Umsatz von 21,02 Milliarden Euro (+23 Prozent) und einen Gesamtumsatz von 36,80 Milliarden Euro. Der Free Cashflow kletterte auf 8,24 Milliarden Euro – ein Plus von 95 Prozent.

Doch der Kurseinbruch von rund 14 Prozent am Tag nach der Q4-Vorlage am 29. Januar hatte einen klaren Auslöser: Der Cloud-Backlog wuchs mit 22 Prozent langsamer als die von Analysten erwarteten 26 Prozent. Dieser Rückstand beim Auftragsbestand gilt als Frühindikator für künftiges Umsatzwachstum – und ließ Zweifel an der Dynamik aufkommen.

Für 2026 stellt SAP einen Cloud-Umsatz von 25,8 bis 26,2 Milliarden Euro in Aussicht. Der nächste Quartalsbericht am 23. April wird zeigen, ob das Unternehmen das Vertrauen zurückgewinnen kann.

Analysten bleiben vorsichtig optimistisch

Die Schweizer Großbank UBS senkte ihr Kursziel von 255 auf 205 Euro, hält aber an der Kaufempfählung fest. Analyst Michael Briest sieht SAP vergleichsweise gut gegen KI-Substitutionsrisiken geschützt – die Komplexität der eingebetteten Unternehmenslösungen erschwere eine rasche Ablösung durch reine KI-Tools.

Der Konsens unter Analysten lautet „Moderate Buy", wobei der schwächere Cloud-Backlog als gemeinsamer Auslöser für Herabstufungen gilt.

Aktionäre erhalten Dividende und Rückkaufprogramm

SAP schlägt für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie vor. Zahlungstermin ist der 8. Mai 2026. Zusätzlich kündigte der Konzern ein zweijähriges Aktienrückkaufprogramm über bis zu 10 Milliarden Euro an – ein Signal an Investoren, dass das Management trotz Kursrückgangs an die eigene Bewertung glaubt.

Am 23. April folgen die Q1-Zahlen. Dann wird sich zeigen, ob die KI-Offensive von SAP nicht nur strategisch überzeugt, sondern sich auch in beschleunigtem Backlog-Wachstum niederschlägt.

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