Kritische Sicherheitslücken, ein leicht verfehltes Cloud-Wachstum und ein schwieriges Marktumfeld für Technologiewerte — SAP kämpft derzeit an mehreren Fronten. Die Aktie notiert knapp über ihrem 52-Wochen-Tief und hat seit Jahresbeginn fast ein Fünftel ihres Wertes eingebüßt.

Sicherheitslücken mit Sprengkraft

Am 10. März veröffentlichte SAP im Rahmen seines monatlichen Patch-Days 15 neue Sicherheitshinweise — zwei davon mit kritischer Einstufung. Die schwerwiegendste Schwachstelle betrifft die Quotation Management Insurance sowie das NetWeaver Enterprise Portal und erreicht mit einem CVSS-Score von 9,8 die höchste Gefahrenstufe. Es handelt sich um eine Deserialisierungslücke in Apache Log4j, die entfernten Angreifern unter bestimmten Bedingungen die Ausführung beliebigen Codes ermöglichen könnte. Eine zweite kritische Lücke mit einem Score von 9,1 betrifft ebenfalls das NetWeaver Enterprise Portal und könnte zu Codeausführung, Denial-of-Service oder Privilegienerweiterung führen.

SAP macht keine Angaben dazu, ob eine der Schwachstellen bereits aktiv ausgenutzt wurde. Weitere Hinweise betreffen mittelschwere Probleme in NetWeaver, S/4HANA, Business One und mehreren anderen Produkten.

Cloud-Wachstum knapp unter Erwartung

Neben den Sicherheitsmeldungen belastet ein weiterer Faktor das Sentiment: BMO Capital Markets stellte fest, dass das währungsbereinigte Wachstum des Cloud-Auftragsbestands im vierten Quartal mit 25 Prozent minimal unter dem vom Management angedeuteten Zielwert von 26 Prozent lag. BMO kürzte daraufhin sein Kursziel auf 245 US-Dollar, behielt aber die Outperform-Einstufung bei. Ähnlich verfuhr Barclays: Das Haus senkte sein Ziel auf 283 US-Dollar, sieht die jüngste Kursreaktion aber als übertrieben im Verhältnis zu den Fundamentaldaten — und hält an der Overweight-Einstufung fest.

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Der Analystenkonsens bleibt dennoch konstruktiv. Von 20 erfassten Bewertungen bei MarketBeat lauten 14 auf "Buy" oder "Strong Buy", sechs auf "Hold".

Starke Jahreszahlen als Gegengewicht

Das Geschäftsjahr 2025 lieferte eigentlich überzeugende Zahlen: Der Cloud-Umsatz kletterte um 23 Prozent auf 21 Milliarden Euro, der gesamte Cloud-Auftragsbestand wuchs um 22 Prozent auf über 77 Milliarden Euro. Der Free Cashflow verdoppelte sich nahezu auf 8,24 Milliarden Euro. Zusätzlich läuft seit Februar ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 10 Milliarden Euro bis Ende 2027.

Diese Stärke spiegelt sich im Kurs derzeit kaum wider. Mit rund 165,74 Euro liegt die Aktie knapp oberhalb ihres 52-Wochen-Tiefs und deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 217 Euro.

Am 23. April legt SAP die Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Dann wird sich zeigen, ob das KI-Angebot bereits konkrete kommerzielle Abschlüsse generiert — und ob das für eine Neubewertung ausreicht. Analysten erwarten für das Gesamtjahr 2026 einen Umsatz von rund 40,6 Milliarden Euro, was einem Wachstum von gut zehn Prozent entspräche.

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