Liebe Leserinnen und Leser,

7 Gigawatt – diese Zahl aus Großbritannien sorgte heute dafür, dass die RWE-Aktie erstmals seit 2011 wieder an der 50-Euro-Marke kratzte. Doch während der Essener Energiekonzern mit seinem Offshore-Triumph die Schlagzeilen dominiert, spielt sich parallel eine bemerkenswerte Entwicklung ab: Gold klettert auf 4.640 Dollar, Silber durchbricht die 90-Dollar-Marke, und Bayer beweist, dass totgesagte Pharma-Riesen manchmal die besten Comeback-Storys schreiben. Drei unterschiedliche Märkte, drei unterschiedliche Logiken – und doch verbindet sie ein gemeinsamer Nenner: die Suche nach Planbarkeit in unsicheren Zeiten.

RWE holt sich den Löwenanteil – und einen Partner mit tiefen Taschen

Wenn ein deutscher Energiekonzern bei einer britischen Offshore-Auktion 6,9 Gigawatt Kapazität gewinnt – mehr als jeder Wettbewerber – dann ist das mehr als nur ein operativer Erfolg. Es ist ein Statement. RWE sicherte sich in der siebten Ausschreibungsrunde (AR7) gleich fünf Windparks: Norfolk Vanguard East und West in der Nordsee, zwei Projekte in der Dogger Bank South sowie Awel y Môr in der Irischen See. Die Bedingungen? 20-jährige Differenzverträge zu 91,20 britischen Pfund je Megawattstunde – ein Preis, der laut Jefferies-Analyst Ahmed Farman 10 Prozent über der vorherigen Runde liegt und deutlich besser ausfiel als erwartet.

Doch RWE geht den Weg nicht allein. Für die beiden Norfolk-Projekte holte sich der Konzern die Beteiligungsgesellschaft KKR mit ins Boot – jeweils 50 Prozent Anteil, Investitionsvolumen über 15 Milliarden US-Dollar, geplante Inbetriebnahme 2029 und 2030. Diese Partnerschaft ist clever kalkuliert: RWE reduziert das Kapitalrisiko, behält aber die operative Kontrolle und kann parallel weitere Projekte stemmen. Analysten von Bernstein Research sehen die Essener als "großen Gewinner" der Auktion – kein Wunder, dass die Aktie heute zeitweise 3,5 Prozent zulegte und sich damit 2026 bereits ein Plus von gut 9 Prozent erarbeitet hat.

Bayer: Wenn die Patentklippe zur Unebenheit schrumpft

"Wir haben jetzt fünf große Blockbuster-Kandidaten" – mit diesem Satz sorgte Stefan Oelrich, Chef der Bayer-Pharmasparte, auf der JPMorgan Healthcare Conference in San Francisco für Aufsehen. Und die Börse hörte zu: Die Aktie sprang zeitweise um 3,65 Prozent nach oben und führte damit den DAX an. Was steckt dahinter? Oelrich setzt auf einen fortgesetzten Erfolg von Nubeqa (Prostatakrebs) und Kerendia (chronische Nierenerkrankung, Herzinsuffizienz). Doch der eigentliche Star könnte Asundexian werden – ein Blutgerinnungshemmer zur Schlaganfallprävention, dessen zulassungsrelevante Studiendaten im November überzeugten.

In drei Wochen werden die detaillierten Ergebnisse veröffentlicht, dann lässt sich das Marktpotenzial genauer abschätzen. Kepler Cheuvreux taxiert bei "ordentlichen" Daten einen erreichbaren Jahresumsatz von einer Milliarde Euro – bei "exzellenten" Resultaten sogar zwei Milliarden. Das würde die Pharma-Belebung massiv beschleunigen, auf die Analysten lange skeptisch blickten. Die gefürchtete Patentklippe bei Xarelto und Eylea? Mittlerweile nur noch eine "kleinere Unebenheit auf der Straße", so die Experten. Im noch jungen Jahr 2026 liegt die Bayer-Aktie bereits knapp 9 Prozent vorne – nach einem 90-Prozent-Plus in 2025.

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Gold und Silber: Wenn Geopolitik und Fed-Sorgen Edelmetalle beflügeln

4.640 Dollar für eine Unze Gold – dieses neue Allzeithoch markierte der sichere Hafen heute im asiatischen Handel, getrieben von zwei Faktoren: Zum einen fielen die US-Verbraucherpreise im Dezember mit +0,3 Prozent zum Vormonat und +2,6 Prozent im Jahresvergleich günstiger aus als erwartet, was die Hoffnung auf Fed-Zinssenkungen nährt. Zum anderen eskalieren die Proteste im Iran dramatisch – rund 2.000 Tote, US-Präsident Trump droht mit militärischer Aktion und 25-prozentigen Zöllen auf Länder, die mit Teheran Geschäfte machen. Citi-Analysten heben ihre Brent-Prognose für die nächsten drei Monate auf 70 Dollar an und sehen vor allem eine "steigende geopolitische Risikoprämie".

Silber übertrumpfte Gold sogar: Mit einem Sprung von über 4 Prozent auf 91,56 Dollar erreichte das Industriemetall ebenfalls ein Rekordhoch. Starke industrielle Nachfrage trifft auf Safe-Haven-Flows – eine Kombination, die Silber historisch oft volatiler steigen lässt als Gold. Auch Platin zog kräftig an (+4 Prozent auf 2.444 Dollar) und nähert sich den Rekordständen vom Vormonat. Die Botschaft ist klar: Solange die Fed-Unabhängigkeit infrage steht – Trump eröffnete eine Ermittlung gegen Fed-Chef Jerome Powell – und der Nahe Osten brodelt, bleiben Edelmetalle die erste Wahl nervöser Investoren.

Audi rettet die Bilanz – aber die Probleme bleiben sichtbar

1,62 Millionen Autos weltweit, ein Minus von 2,9 Prozent – so lautet die nüchterne Jahresbilanz von Audi für 2025. Doch der Blick auf das vierte Quartal zeigt einen klaren Aufwärtstrend: Seit September übertraf jeder Monat den Vorjahreswert, im Gesamtquartal ergab sich ein Plus von 2,8 Prozent. Vertriebsvorstand Marco Schubert spricht von einer "Produktoffensive, die auf die Straße kommt" – insbesondere bei Elektroautos, wo ein Plus von 36 Prozent auf über 223.000 Stromer gelang.

Doch die regionalen Unterschiede offenbaren die Schwachstellen: In den USA brachen die Verkäufe um 12,2 Prozent ein – Audi hat dort kein eigenes Werk und leidet besonders unter Trumps Zöllen. In China, dem wichtigsten Markt, lag das Minus bei 5 Prozent, was im Branchenvergleich noch glimpflich ist (BMW -12 Prozent, Mercedes -19 Prozent). Deutschland hingegen legte um 4 Prozent zu. Die VW-Aktie reagierte verhalten und notierte zeitweise 0,2 Prozent im Minus – Anleger warten auf Signale, wie Audi die strukturellen Herausforderungen in Übersee meistern will.

Krypto-Comeback: Bitcoin und Ethereum profitieren von Inflationsdaten

94.884 Dollar – so weit kletterte Bitcoin heute zeitweise, ein Plus von über 3 Prozent. Ethereum legte noch stärker zu (+6,21 Prozent auf 3.326 Dollar), während Cardano, Ripple und Dogecoin ebenfalls deutlich zulegten. Der Katalysator? Die moderaten US-Inflationsdaten, die den Markt in Zinssenkungslaune versetzen. Hinzu kommen steigende geopolitische Risiken, die traditionell auch digitale Assets als alternative Wertaufbewahrung attraktiver machen.

Interessant ist die Breite der Bewegung: Nicht nur die großen Namen profitieren, sondern auch kleinere Altcoins wie Monero (+4,32 Prozent). Das deutet auf echtes Risikoappetit hin, nicht nur auf defensive Rotation. Parallel dazu sorgt die Debatte um Krypto-Regulierung in den USA für Aufmerksamkeit – die Trump-Administration signalisiert eine lockerere Haltung, was institutionelle Investoren ermutigen dürfte. 2026 könnte das Jahr werden, in dem Krypto endgültig im Mainstream ankommt.

Ausblick: Drei Events, die Anleger im Blick behalten sollten

Morgen, am 15. Januar, präsentiert TSMC seine Quartalsergebnisse – der weltgrößte Chipfertiger gilt als Barometer für die gesamte Halbleiterindustrie und damit auch für KI-Aktien wie Nvidia. Am 28. Januar folgen die Quartalszahlen von Microsoft, die zeigen werden, ob die Azure-Cloud-Offensive und die KI-Investitionen sich auszahlen. Und in drei Wochen veröffentlicht Bayer die detaillierten Studiendaten zu Asundexian – ein Termin, der über Milliarden-Umsätze entscheiden könnte.

Die heutige Marktbewegung zeigt: Investoren belohnen Unternehmen, die langfristige Planbarkeit bieten – sei es durch 20-jährige Stromverträge, vielversprechende Medikamenten-Pipelines oder schlicht durch ihre Rolle als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten. In einer Welt, in der Trump Zölle verhängt, der Iran brodelt und die Fed-Unabhängigkeit infrage steht, wird Verlässlichkeit zur wertvollsten Währung.

Beste Grüße und gute Investments,
Andreas Sommer