RWE Aktie: Fokus auf Offshore
RWE sortiert sein Erneuerbaren-Portfolio neu – weg von kleineren Märkten, hin zu großen Offshore-Projekten in Kernregionen. Der Verkauf des schwedischen Windkraft-Geschäfts und die parallel vorangetriebene Großoffensive in Großbritannien setzen dabei ein klares Signal. Kann diese Kapitalrotation den starken Lauf der Aktie untermauern?
Capital Rotation: RWE verlässt Schweden
Kern der aktuellen Strategie ist die konsequente Umsetzung der sogenannten Capital Rotation: RWE verkauft bestehende und geplante Anlagen in Märkten mit begrenzter Skalierbarkeit, um Kapital in wachstumsstärkere Projekte zu lenken.
Konkret trennt sich der Konzern von seinem gesamten schwedischen Windkraft-Portfolio und veräußert es an den nordischen Erneuerbare-Energien-Spezialisten Aneo. Zum Paket gehören:
- Onshore-Wind-Entwicklungspipeline von 1,8 Gigawatt (GW)
- Bereits laufende Onshore-Windparks mit 124 Megawatt (MW)
- Offshore-Windpark Kårehamn mit 48 MW
Der Kaufpreis wird nicht genannt. Entscheidend ist daher weniger die absolute Bewertung, sondern die strategische Botschaft: Schweden verliert für RWE an Priorität, weil sich das Geschäft dort nur begrenzt skalieren lässt. Der Abschluss der Transaktion ist bereits für das erste Quartal 2026 vorgesehen, die Bilanzwirkung dürfte also zeitnah sichtbar werden.
UK-Offensive mit KKR als Gegengewicht
Parallel zum Rückzug aus Schweden treibt RWE seine Expansion in Großbritannien voran. Dort geht es um deutlich größere Projekte und langfristige Wachstumsperspektiven.
Gemeinsam mit dem US-Finanzinvestor KKR hat RWE eine 50:50-Partnerschaft für zwei große Offshore-Windprojekte vereinbart:
- „Norfolk Vanguard East“
- „Norfolk Vanguard West“
Diese Vorhaben spielen größenmäßig in einer anderen Liga als die veräußerten schwedischen Assets. Sie unterstreichen den Anspruch, im globalen Offshore-Wind-Sektor zu den führenden Anbietern zu gehören. RWE holt sich mit KKR einen kapitalstarken Partner ins Boot, teilt sich die hohen Investitionskosten, behält aber die operative Führung. Das reduziert die finanzielle Belastung, ohne die strategische Kontrolle aufzugeben.
Die Fakten zur Aktie
Die positive Bewertung dieser Neuausrichtung spiegelt sich auch im Kursbild wider. Nach einem starken Jahr liegt die RWE-Aktie heute bei 52,00 Euro und damit dicht an ihrem 52‑Wochen-Hoch von 53,42 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von gut 10 Prozent, auf Sicht von zwölf Monaten sogar ein Anstieg von über 80 Prozent zu Buche.
Auffällig ist zudem der klare Abstand zu den gleitenden Durchschnitten: Gegenüber dem 50‑Tage-Durchschnitt von 46,63 Euro notiert der Titel rund 11 Prozent höher, vom 200‑Tage-Durchschnitt bei 39,51 Euro ist die Aktie über 30 Prozent entfernt. Der 14‑Tage-RSI von 59,8 signalisiert dabei weder eine extreme Überkauft- noch eine Überverkauft-Situation.
Analysten unterstützen den Kurs
Die Kapitalrotation und der Fokus auf große Offshore-Projekte kommen am Markt gut an.
Die US-Investmentbank Jefferies bestätigte ihre Kaufempfehlung für die Aktie. Auch Barclays bleibt positiv und nennt ein Kursziel von 52 Euro – ein Niveau, das inzwischen erreicht wurde. Der durchschnittliche Marktkonsens liegt sogar bei über 54 Euro und signalisiert damit aus Analystensicht weiteres Aufwärtspotenzial von einigen Prozentpunkten.
Damit stützen die Expertenschätzungen das aktuelle Bewertungsniveau und geben der laufenden Aufwärtsbewegung zusätzlichen Rückhalt.
Fazit: Klarere Positionierung als Offshore-Spezialist
Strategisch bringt sich RWE mit dem Verkauf der schwedischen Windkraft-Assets und der gleichzeitigen UK-Offensive sichtbar in Stellung. Kapital wird aus kleineren, schwer skalierbaren Märkten abgezogen und in großvolumige Offshore-Projekte in einem Kernmarkt umgeleitet.
Charttechnisch bleibt das Bild konstruktiv: Die Aktie notiert knapp unter ihrem Jahreshoch und deutlich über den wichtigen Durchschnittslinien. Solange der Kurs in der Zone um 50 Euro nach unten gut abgesichert bleibt, spricht die Kombination aus fokussierter Portfolio-Strategie, starker Offshore-Pipeline und positiver Analystenlage für anhaltend robustes Momentum.
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