Realty Income liefert solide operative Zahlen und setzt seine beeindruckende Dividendenserie fort – trotzdem wird der Titel nun von einem Research-Haus auf „Verkaufen“ herabgestuft. Für Anleger prallen damit Ertragsstabilität und skeptische Bewertungserwartungen direkt aufeinander. Wie passt ein verlässlicher Cashflow-Basiswert zu einer klar negativen Analystenstimme?

Herabstufung trotz Kursstärke

Wall Street Zen hat sein Votum für die Realty-Income-Aktie von „Halten“ auf „Verkaufen“ gesenkt. Begründet wird dies mit Bewertungsrisiken, auch wenn konkrete Zielkurse im vorliegenden Kontext nicht genannt werden. Bemerkenswert: Die Aktie hatte den Handel am Freitag mit einem Plus und auf dem aktuellen 52-Wochen-Hoch von 61,42 US-Dollar beendet.

Im breiteren Analystenkonsens bleibt es dagegen bei „Halten“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 62,23 US-Dollar und damit nur geringfügig über dem aktuellen Niveau. Aus Marktsicht signalisiert das: Der Spielraum nach oben wird eher begrenzt gesehen, die Aktie bewegt sich ungefähr in der Nähe ihres als fair eingeschätzten Werts.

Operative Basis: AFFO im Fokus

Für die Einordnung der Bewertung ist der Blick auf die Kennzahlen entscheidend. Beim dritten Quartal 2025 meldete Realty Income einen GAAP-Gewinn je Aktie (EPS) von 0,35 US-Dollar. Dieser Wert fällt bei REITs traditionell niedrig aus, da Abschreibungen den Gewinn stark belasten und GAAP-EPS deshalb nur bedingt aussagekräftig für die operative Ertragskraft sind.

Wichtiger ist der Adjusted Funds from Operations (AFFO), also der bereinigte operative Cashflow je Aktie. Hier kam Realty Income im dritten Quartal auf 1,08 US-Dollar und lag damit knapp über der Konsensschätzung von 1,07 US-Dollar. Auch auf der Umsatzseite zeigte sich das Unternehmen robust: Die Erlöse beliefen sich im Quartal auf 1,47 Milliarden US-Dollar.

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Für das Gesamtjahr 2025 präzisiert das Management die Erwartungen und peilt nun einen AFFO je Aktie zwischen 4,25 und 4,27 US-Dollar an. Diese Spanne orientiert sich am oberen Ende der Analystenschätzungen und deutet darauf hin, dass das operative Geschäft im Rahmen der Planungen läuft.

Dividende als Kernargument

Der Investment-Case von Realty Income bleibt stark dividendengeprägt. Das Unternehmen hat inzwischen die 667. monatliche Dividende in Folge angekündigt – eine außergewöhnliche Serie, gerade im REIT-Segment. Aktuell werden 0,270 US-Dollar pro Aktie im Monat ausgeschüttet, hochgerechnet 3,24 US-Dollar pro Jahr.

Auf Basis des jüngsten Schlusskurses ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von rund 5,3 %. Diese laufende Ausschüttung ist für viele Anleger ein zentrales Argument, gerade in einem Umfeld, in dem stabile Cashflows gefragt sind. Zugleich bleibt die Belastung des GAAP-Gewinns durch Abschreibungen im Hinterkopf: Die Nachhaltigkeit der Dividende wird daher eher am AFFO und der Ausschüttungsquote darauf gemessen als an den ausgewiesenen Bilanzgewinnen.

Institutionelle Ströme und Technik

Auf der institutionellen Seite ist das Bild gemischt. Avion Wealth hat seine Position in der Realty-Income-Aktie zuletzt um 142,4 % aufgestockt. Das signalisiert, dass einzelne Vermögensverwalter den jüngsten Kursanstieg beziehungsweise die vorangegangene Schwächephase als Chance sehen und stärker engagiert bleiben oder weiter zukaufen.

Dem gegenüber steht die „Sell“-Einstufung von Wall Street Zen, deren Modelle eher auf ein Bewertungsrisiko hinweisen. Diese gegensätzlichen Einschätzungen spiegeln sich auch im Chartbild wider: Mit dem Schlusskurs von 61,42 US-Dollar notiert die Aktie exakt auf ihrem 52-Wochen-Hoch und rund 21 % über dem 200-Tage-Durchschnitt von 50,67 US-Dollar. Das unterstreicht eine klare Aufwärtsbewegung in den vergangenen Monaten.

Fazit: Solider Cashflow, begrenzter Spielraum

Unterm Strich zeigt Realty Income derzeit eine stabile operative Entwicklung mit leicht über den Erwartungen liegendem AFFO und einer fortgesetzten, attraktiven Dividendenpolitik. Gleichzeitig signalisiert der Analystenkonsens mit einem Kursziel nur knapp über dem aktuellen Preis sowie die frische „Sell“-Herabstufung, dass das Aufwärtspotenzial aus Bewertungssicht begrenzt sein könnte. Entscheidend wird in den kommenden Quartalen sein, ob das Management die AFFO-Prognose von 4,25 bis 4,27 US-Dollar je Aktie einhält oder übertreffen kann – denn davon hängt ab, ob der aktuelle Bewertungsaufschlag und die Dividendenrendite auf diesem Niveau gerechtfertigt bleiben.

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