Rangnick wird Botschafter für tägliche Bewegungseinheit
Das Sportministerium setzt ein klares Zeichen für mehr Bewegung an Österreichs Schulen: Die finanziellen Mittel für die Initiative "tägliche Bewegungseinheit" werden aufgestockt - und mit ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick hat das Projekt nun auch einen prominenten Botschafter. Eine gute Entscheidung?
Mehr Geld für mehr Bewegung
Das Sportministerium erhöht die Förderung von bisher 18 auf 19,5 Millionen Euro. Das gab Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt (SPÖ) am Dienstag in Wien bekannt. Fast die gesamten Kosten trägt dabei das Ministerium selbst.
"Der Sport kommt in die Schule, das ist das Wesen der 'täglichen Bewegungseinheit'", betonte Schmidt. Das Ziel ist ambitioniert: Jedes Kind soll regelmäßig Bewegung bekommen - unabhängig vom Wohnort oder dem Einkommen der Eltern.
Rangnick als neues Gesicht der Initiative
Der ÖFB-Teamchef übernimmt eine Schlüsselrolle als erster Botschafter des Programms. Rangnick kritisierte deutlich die aktuelle Situation: "Sport wird als lästiges Beifach gesehen." Das müsse sich dringend ändern.
Seine Mission: Der Gesellschaft wieder mehr Bezug zur täglichen Bewegung vermitteln. Kinder sollen ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben können. Eine Aufgabe, die Rangnick mit Leidenschaft angehen dürfte.
Aktuelle Zahlen zeigen Handlungsbedarf
Derzeit profitieren bereits rund 400.000 Kinder von der Initiative. Das entspricht einem Ausrollungsgrad von 15 Prozent. Doch diese Zahl soll weiter steigen.
Im letzten Schuljahr fanden bereits beachtliche 330.000 Bewegungseinheiten statt:
- Über 3.800 Bildungseinrichtungen beteiligt
- 22.000 Klassen aktiv eingebunden
- Rund 3.300 Coaches im Einsatz
Neue Strategie: Fachverbände einbinden
Erstmals werden nun auch die Sport-Fachverbände mit eingebunden. Sie stellen ausgebildete Trainerinnen und Trainer zur Verfügung. Eine sinnvolle Erweiterung, die Qualität und Reichweite steigern könnte.
Die Sport-Dachverbände ASKÖ, ASVÖ und Sportunion sind seit 2009 für die Umsetzung verantwortlich. Michaela Huber, Vizepräsidentin der Sportunion, betont: "Es geht nicht um Leistung, sondern darum, Kindern Spaß an Bewegung zu vermitteln."
Gesundheitsaspekt immer wichtiger
Die Bedeutung der Initiative zeigt eine alarmierende Statistik: Weltweit sind erstmals mehr Kinder fettleibig als untergewichtig. In Österreich sind etwa 28 von 100 Kindern zwischen fünf und neun Jahren übergewichtig oder adipös.
Peter McDonald, Vorsitzender im Dachverband der Sozialversicherungsträger, unterstützt die flächendeckende Einführung. Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung sind die Hauptursachen - hier setzt die tägliche Bewegungseinheit an.
Flexibles Modell für alle Schulen
Das Programm ist bewusst flexibel gestaltet. An Tagen ohne regulären Sportunterricht kommen die Coaches direkt an die Schulen. Eine praktische Lösung, denn derzeit haben Schulen oft nur zwei bis drei Sportstunden pro Woche.
Eine Investition in die Gesundheit der nächsten Generation - die sich langfristig auch im Gesundheitsbudget bemerkbar machen dürfte.








