Die Übernahmeschlacht um ProSiebenSat.1 ist entschieden: MediaForEurope (MFE) der italienischen Berlusconi-Familie übernimmt die Kontrolle über den deutschen Medienkonzern. Der tschechische Investor PPF verkauft seine komplette Beteiligung von 15,7 Prozent an MFE und ebnet damit den Weg für eine klare Mehrheitsverhältnisse. Die Aktie reagierte erwartungsgemäß und kletterte auf ein Zweijahreshoch.

Tektonische Verschiebungen im Finanzgefüge

Der entscheidende Durchbruch kam gestern: PPF teilte mit, seine komplette Beteiligung von 36,5 Millionen Aktien an MFE zu verkaufen. Diese strategische Kehrtwende beendet den monatelangen Machtkampf und verleiht MFE satte 60 Prozent der Stimmrechte. Damit hat der italienische TV-Konzern nicht nur eine einfache Mehrheit, sondern auch freie Hand für seine europäischen Ambitionen.

Warum gab PPF so überraschend auf? Der Investmentgruppe war es nicht gelungen, ausreichend Aktionäre für ihre eigenen Ziele zu gewinnen. Während MFE sein ursprüngliches Angebot im Juli noch verbesserte, blieb PPF untätig – und öffnete damit seinem Rivalen Tür und Tor.

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Markt jubelt – doch die Zahlen bleiben schwächlich

Die Börse feiert die Klarheit: Die Aktie legte gestern spürbare drei Prozent zu und schloss bei 8,24 Euro. Doch hinter der Euphorie verbergen sich fundamentale Herausforderungen:

  • Q2-Umsatz brach um 7 Prozent auf 840 Millionen Euro ein
  • Schwache Werbemärkte und der Ausstieg bei Verivox belasteten
  • Nur die Streaming-Tochter Joyn glänzte mit 62 Prozent AVoD-Wachstum
  • Monatliche Nutzerzahlen erreichten rekordhafte 9,2 Millionen

Trotz der enttäuschenden Quartalszahlen hält ProSiebenSat.1 an seinen Jahreszielen fest. Die Erwartung: Eine Belebung der Werbeumsätze im zweiten Halbjahr soll die Trendwende bringen.

Was kommt nach der Übernahme?

Am 4. September werden die finalen Ergebnisse des MFE-Angebots erwartet. Dann zeigt sich, wie die Eigentümerstruktur genau aussieht. Die größere Frage aber bleibt: Wie will MFE den deutschen Medienriesen in seine Europa-Strategie einbinden?

Die Vision ist klar: Ein werbefinanzierter TV-Gigant, der es mit globalen Streaming-Anbietern aufnehmen kann. Doch die deutsche Regierung beobachtet die Entwicklungen mit Argusaugen – vor allem die Frage der redaktionellen Unabhängigkeit bleibt sensibel.

Für Anleger bedeutet die Übernahme zunächst vor allem eins: endlich Planungssicherheit. Die Aktie hat technisch ausgebrochen, das Zweijahreshoch ist erreicht. Ob der Kurshalt aber fundamental gerechtfertigt ist, wird sich an der gemeinsamen Strategie und der Werbeerlös-Recovery zeigen müssen.

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