Die spektakulärste Übernahmeschlacht des deutschen Medienmarkts ist entschieden. Mit dem Rückzug des letzten großen Konkurrenten ebnet sich die italienische MFE-MediaForEurope den Weg zur vollständigen Kontrolle über ProSiebenSat.1. Doch schafft der neue europäische TV-Riese den erhofften Gegenpol zu US-Streaming-Giganten?

PPF zieht sich zurück – MFE übernimmt das Kommando

Der entscheidende Durchbruch kam durch die tschechische Investmentgruppe PPF: Sie verkaufte ihre 15,68-Prozent-Beteiligung an MFE und räumte damit das Feld für die Berlusconi-geführte Mediengruppe. Dieser strategische Rückzug eliminiert den letzten ernsthaften Konkurrenten und ermöglicht MFE den Ausbau der Beteiligung auf nun 60 Prozent.

Die Übernahme bietet Anlegern konkrete Werte:
- Aktuelles Angebot: 4,48 Euro bar plus 1,3 MFE-Aktien je ProSiebenSat.1-Aktie
- Gesamtwert pro Aktie: rund 8,35 Euro
- Synergiepotenzial: 418 Millionen Euro EBIT innerhalb von vier Jahren
- Kombinierte Umsatzkraft: 6,9 Milliarden Euro

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Europas Antwort auf Netflix und YouTube?

Die Märkte reagieren positiv auf die klaren Eigentumsverhältnisse. Die enormen Kosteneinsparungen sollen vor allem durch eine gemeinsame Werbeplattform für internationale Kampagnen realisiert werden. Damit würde ProSiebenSat.1 Teil eines der größten europäischen TV-Netzwerke nach Umsatz – neben RTL und Sky.

Doch kann der neue Gigant wirklich gegen die US-Streaming-Dominanz bestehen? Die Vision eines pan-europäischen Multi-Plattform-Anbieters mit 12.400 Mitarbeitern klingt ambitioniert. Immerhin sichert eine 3,4-Milliarden-Euro-Kreditlinie von MFE die Finanzierung ab.

Kurs jagt von Rekord zu Rekord

Die Aktie spiegelt die Euphorie wider: Mit einem Kurs von 8,40 Euro markiert das Papier nicht nur ein neues 52-Wochen-Hoch, sondern zeigt seit Jahresanfang eine beeindruckende Performance von über 63 Prozent. Die Volatilität bleibt mit 40 Prozent hoch – typisch für eine Aktie in transformativer Phase.

Die kritische 70-Prozent-Schwelle für ein Delisting erscheint mit der aktuellen Dynamik erreichbar. Das Angebot läuft noch bis zum 1. September und dürfte weitere Aktionäre zum Verkauf bewegen.

Governance-Übernahme bereits in vollem Gange

Auch hinter den Kulissen vollzieht sich der Machtwechsel: Zwei von PPF ernannte Direktoren werden den Aufsichtsrat voraussichtlich verlassen. Zusammen mit bereits vier MFE-nahen Mitgliedern würde dies eine Fünf-von-neun-Mehrheit und damit die faktische Kontrolle sichern.

Die strategische Neuausrichtung bei ProSiebenSat.1 ist damit so gut wie abgeschlossen. Jetzt muss der neue europäische Medienchampion liefern – und die versprochenen 418 Millionen Euro Synergien realisieren.

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