Porsche AG Aktie: Ungünstige Lage?
Ein schwächerer Absatz, ein wackelnder China-Motor und ein neuer CEO mit anspruchsvoller Marge-Vorgabe: Bei Porsche verdichten sich die Baustellen. Gleichzeitig zeigt das Modellportfolio durchaus Stärken, vor allem bei elektrifizierten Fahrzeugen. Entscheidend wird nun, ob das Management die entstehende Lücke zwischen alter Verbrennerwelt und neuer Elektro-Strategie schließen kann.
Deutlicher Absatzrückgang 2025
Porsche hat 2025 weltweit 279.449 Fahrzeuge ausgeliefert – rund 10 % weniger als im Vorjahr. Die Zahlen, die Mitte Januar veröffentlicht wurden, sorgten an der Börse für Zurückhaltung.
Der aktuelle Kurs von 42,61 Euro liegt zwar leicht über dem Freitagsschluss, aber deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von gut 63 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten summiert sich damit ein Rückgang von über 30 %. Der Titel bleibt damit klar hinter früheren Höchstständen zurück.
Die wichtigsten Fakten im Überblick:
- Weltweite Auslieferungen 2025: 279.449 Fahrzeuge (-10 %)
- China: -26 %, Europa (ohne Deutschland): -13 %, Deutschland: -16 %
- Nordamerika stabil, Übersee/Emerging Markets nahezu unverändert
- Aktie rund ein Drittel unter 52-Wochen-Hoch
Damit ist klar: Der Druck kommt vor allem aus den Kernmärkten Europa und China – also genau dort, wo Premiumhersteller lange besonders hohe Margen erzielten.
China und Europa als Problemzonen
Am deutlichsten zeigt sich die Schwäche in China. Dort fielen die Auslieferungen 2025 auf 41.938 Fahrzeuge, ein Minus von 26 %. Der Markt, einst Wachstumslokomotive für Luxus- und Sportwagen, entwickelt sich für Porsche zunehmend zum Problemfeld.
Die Gründe liegen weniger im Einzelfall, sondern im Umfeld:
Die Nachfrage nach teuren Verbrennern hat sich abgekühlt, während heimische Elektroauto-Hersteller mit aggressiven Preisen und einem immer breiteren Angebot Marktanteile gewinnen. Für einen Premiumanbieter mit anspruchsvollen Margenzielen ist das ein schwieriges Setting.
Auch in Europa lastet der Gegenwind. Deutschland verzeichnete 29.968 Auslieferungen (-16 %), Europa ohne Deutschland kam auf 66.340 Fahrzeuge (-13 %). Neben der konjunkturellen Unsicherheit belastete ein spezifischer Faktor zusätzlich: neue EU-Cybersecurity-Vorgaben.
Regulatorische Bremsen in Europa
Die strengeren Cybersecurity-Regularien der EU führten bei Porsche zu Lieferengpässen speziell bei den Verbrenner-Modellen 718 und Macan. Diese Baureihen konnten zeitweise nicht in gewohntem Umfang ausgeliefert werden.
Die Lücken ließen sich nicht vollständig durch andere Modelle kompensieren. In einem Umfeld, in dem jeder Prozentpunkt Absatz zählt, schlägt so ein regulatorischer Sondereffekt spürbar zu Buche – gerade in den margenträchtigen europäischen Märkten.
Licht und Schatten im Modellmix
Trotz des Rückgangs gibt es positive Signale aus dem Modellportfolio. Der 911, das Herzstück der Marke, setzte seinen Erfolgskurs fort und erreichte einen neuen Auslieferungsrekord. Das stützt das Premium-Image und die Profitabilität.
Der Macan blieb 2025 mit 84.328 verkauften Einheiten die volumenstärkste Baureihe. Allerdings hängt ausgerechnet an Macan und 718 ein Teil der Sorgen der Analysten: Die Verbrenner-Versionen laufen aus, während die Nachfolgegenerationen und die elektrische Ausrichtung noch nicht voll durchschlagen.
In Europa übertraf erstmals der Anteil elektrifizierter Modelle (reine Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride) die Verbrenner-Verkäufe. Das zeigt, dass Porsche bei der Elektrifizierung vorankommt und die Kunden diese Richtung annehmen – gleichzeitig verschärft es aber den Druck, die Übergangsphase ohne zu große Einbrüche bei Absatz und Marge zu meistern.
Analysten zwischen Skepsis und Zuversicht
Die Reaktionen der Analysten fallen entsprechend gemischt aus.
Barclays hat die Aktie auf „Underweight“ gesetzt und das Kursziel auf 40 Euro gesenkt. Begründung: eine entstehende „Produktlücke“ nach dem Auslaufen der Verbrenner-Varianten von Macan und 718. Kurzfristig fehlen hier offenbar Volumen- und Margenträger, bis die neuen Generationen voll am Markt etabliert sind.
Auch UBS zeigt sich vorsichtig und reduzierte das Kursziel auf 42 Euro bei neutraler Einstufung. Die beiden Häuser verweisen damit indirekt auf das Übergangsrisiko der Modellstrategie.
Auf der anderen Seite stehen positivere Stimmen:
Deutsche Bank (Buy) und JP Morgan (Overweight) sehen weiterhin Potenzial. Kepler Cheuvreux rechnet zudem für 2026 mit einer positiven Cash-Conversion. Das signalisiert, dass trotz Absatzdelle und Modellumbau die finanzielle Basis als solide gilt.
Neuer CEO vor heikler Mission
Seit dem 1. Januar 2026 steht mit Dr. Michael Leiters ein neuer CEO an der Spitze. Seine Aufgabe ist klar umrissen: die Produktstrategie schärfen, die Transformation Richtung Elektrifizierung beschleunigen und zugleich die Profitabilität sichern.
Die bisherige Mittelfrist-Prognose sah eine operative Marge von 17–19 % vor. Nach den jüngsten Entwicklungen halten Analysten das für ambitioniert. Für 2026 rechnen viele eher mit einer Spanne von 10–15 %.
Damit steht der neue Chef unter Zugzwang: Er muss zeigen, wie sich die Kombination aus schwächerem China-Geschäft, regulatorischen Hürden in Europa und Modellwechseln in ein belastbares Margenprofil übersetzen lässt.
Jahresbericht als nächster Prüfstein
Der nächste wichtige Termin ist bereits gesetzt: Am 11. März 2026 legt Porsche den Jahresfinanzbericht für 2025 vor. Dann wird das Management detailliert zur Kostenstruktur, zur weiteren Modellplanung und zu externen Belastungsfaktoren Stellung nehmen.
Besonders im Fokus stehen dürften:
- die konkrete Entwicklung der operativen Marge 2025
- Aussagen zur künftigen Profitabilität im China-Geschäft
- die Auswirkungen der seit August 2025 geltenden US-Importzölle von 15 % auf Luxusfahrzeuge
- der Fahrplan zur Schließung der identifizierten „Produktlücke“ bei Macan und 718
Für die Aktie wird entscheidend sein, ob der neue CEO einen glaubhaften Weg zurück zu höheren Margen und nachhaltigem Wachstum aufzeigen kann – und ob die Zahlen im März diese Story bereits untermauern oder zunächst noch Vorsicht signalisieren.
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