Porsche AG Aktie: Abwärtsfahrt erwartet?
Handelszölle, Absatzschwäche und dennoch ein deutlich höheres Kursziel: Die Porsche AG steckt in einem Spannungsfeld aus geopolitischem Risiko und optimistischer Analystensicht. Während die USA mit neuen Importzöllen drohen und die Auslieferungen 2025 spürbar zurückgingen, hält JPMorgan an einer klar positiven Einschätzung fest. Wie passt das zusammen?
JPMorgan bleibt optimistisch – trotz gesenkter Prognosen
Die US-Investmentbank JPMorgan hat ihre Bewertung der Porsche AG am 20. Januar 2026 bestätigt. Analyst Jose M. Asumendi bleibt bei „Overweight“ und sieht das Kursziel weiter bei 58 Euro. Damit liegt seine Zielmarke deutlich über dem gestrigen Schlusskurs von 41,34 Euro und signalisiert aus Analystensicht ein spürbares Aufwärtspotenzial.
Gleichzeitig fällt die Analyse keineswegs unkritisch aus. Asumendi hat seine Gewinnschätzungen für 2025 und 2026 im Schnitt um rund vier Prozent reduziert. Begründung: das schwierige Marktumfeld und vor allem die aktuellen Nachfrageprobleme. Ab 2026/2027 rechnet der Analyst allerdings wieder mit einer Erholung der Margen.
Wichtige Punkte aus Analysten- und Marktsicht:
- Kursziel JPMorgan: 58 Euro, Einstufung „Overweight“
- Konsens-Kursziele anderer Analysten: etwa 45–48 Euro
- Schlusskurs gestern: 41,34 Euro
- 52-Wochen-Hoch: 63,06 Euro (Abstand rund -34 %)
- Kursentwicklung 12 Monate: etwa -32 %
Damit bewegt sich die Aktie klar unter ihren Durchschnittswerten: Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 45,25 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 44,31 Euro. Der RSI von 35,2 signalisiert eine angeschlagene, aber noch nicht klar überverkaufte Marktlage.
Belastung durch Zölle und Absatzschwäche
Der positive Ton der JPMorgan-Studie steht im Kontrast zur politischen und operativen Realität. Die Märkte reagieren nervös auf Ankündigungen aus Washington: Ab dem 1. Februar 2026 sollen 10-Prozent-Zölle auf Importe aus bestimmten europäischen NATO-Staaten in Kraft treten, bei weiterer Eskalation sind bis zu 25 Prozent ab Juni im Gespräch.
Für einen deutschen Premiumhersteller mit Produktion in Europa und signifikantem US-Geschäft wären solche Zölle ein direkter Eingriff in die Profitabilität. Höhere Einfuhrabgaben könnten entweder die Margen schmälern oder zu Preiserhöhungen führen, die die Nachfrage belasten. Während Wettbewerber wie Mercedes-Benz bereits mögliche Produktionsverlagerungen prüfen, ist der Spielraum für eine Marke, die stark auf das Label „Made in Germany“ setzt, begrenzt.
Parallel dazu enttäuschen die Auslieferungszahlen 2025:
- Gesamtauslieferungen gingen um 10 % auf 279.449 Fahrzeuge zurück
- In China brach der Absatz um 26 % ein – im wichtigsten Einzelmarkt ein deutlicher Rückgang
- Besonders der elektrische Taycan verzeichnete ein Minus von 22 %
Die operative Schwäche spiegelt sich auch in den Dividendenerwartungen wider. Für 2025 rechnen Analysten mit einer deutlich niedrigeren Ausschüttung von rund 0,93 Euro je Aktie nach 2,31 Euro im Vorjahr. Das zeigt, wie stark das Umfeld auf die Ertragslage durchschlägt.
Chartbild: Nähe zum Jahrestief
Am Kapitalmarkt haben sich die Belastungen klar eingegraben. Auf Sicht von sieben Tagen liegt die Aktie rund 5 % im Minus, in den vergangenen 30 Tagen etwa 9 %. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf rund 12,6 %, über zwölf Monate sogar auf gut 32 %. Das 52-Wochen-Hoch bei 63,06 Euro ist weit entfernt, der aktuelle Kurs nur knapp über dem Jahrestief von 39,81 Euro.
Immerhin: Der Bereich um 40 Euro fungiert bislang als Stabilitätszone. Das 52-Wochen-Tief wurde bisher verteidigt, der Abstand nach unten beträgt aktuell nur wenige Prozent. Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von rund 25 % schwankt die Aktie spürbar, ohne in Extrembereiche zu rutschen.
Diese Konstellation – schwaches Sentiment, aber behauptete Unterstützungszone – wird von einigen Marktbeobachtern als mögliche Phase der Bodenbildung interpretiert. Harte Belege dafür werden allerdings erst die kommenden Zahlen liefern.
Ausblick: Fokus auf Bilanz und Strategie
Die aktuelle Lage der Porsche AG Aktie ist von Gegensätzen geprägt: Rückläufige Auslieferungen, ein deutlicher Einbruch in China und drohende US-Zölle stehen einem weiterhin ambitionierten Kursziel von JPMorgan und der Aussicht auf eine Margenerholung ab 2026/2027 gegenüber.
Entscheidend werden nun zwei Termine: Der anstehende Kapitalmarkttag und die endgültigen Jahreszahlen im März. Dort dürfte das Management Klarheit über die künftige Dividendenpolitik schaffen und die Strategie unter dem neuen CEO Michael Leiters konkretisieren. Vor allem Aussagen zum Umgang mit den Zollrisiken, zur Entwicklung im China-Geschäft und zur Profitabilität der E-Modelle werden dann den Rahmen für die nächste Kursbewegung setzen.
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