Plug Power Aktie: Neuer Schwung
Plug Power startet mit Rückenwind ins Jahr 2026. Nach Monaten mit deutlichen Verlusten ziehen neue Hoffnungen auf bessere Margen, frisches Kapital und politische Risiken gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf den Wasserstoff-Spezialisten. Im Zentrum steht die Frage, ob der jüngste Aufschwung mehr ist als nur eine technische Gegenbewegung.
Analysten-Upgrade und Sparprogramm
Für frischen Optimismus sorgte vor allem ein Upgrade von Clear Street. Analyst Tim Moore stufte die Plug-Power-Aktie von „Hold“ auf „Buy“ hoch und setzte ein Kursziel von 3 US-Dollar je Aktie. Bezogen auf den Schlusskurs Ende Dezember signalisiert das ein Potenzial von rund 50 %.
Inhaltlich knüpft Moore seine Einschätzung klar an den Weg zur Profitabilität. Im Mittelpunkt steht das Programm „Project Quantum Leap“, mit dem Plug Power jährlich 150 bis 200 Mio. US-Dollar einsparen will. Neben den Kostensenkungen sollen höhere Verkaufspreise die Ergebnislage verbessern und die Margen stützen.
Ganz ohne Vorbehalte ist die neue Einstufung aber nicht: Moore senkte sein Kursziel von zuvor 3,50 auf 3,00 US-Dollar. Das unterstreicht, dass er operative Risiken bei der Umsetzung des Turnarounds weiterhin sieht.
Wachstumstreiber und operative Impulse
Parallel zum Analysten-Upgrade kommen mehrere konkrete Katalysatoren zusammen, die den jüngsten Kurssprung untermauern:
- Kostensenkungen: „Project Quantum Leap“ mit bis zu 200 Mio. US-Dollar jährlichem Einsparvolumen signalisiert, dass das Management die Profitabilität klar in den Fokus rückt.
- NASA-Vertrag: Plug Power hat kürzlich seine erste Liefervereinbarung für flüssigen Wasserstoff mit dem NASA Glenn Research Center gestartet. Solche Referenzkunden sind für die Branche wichtig.
- Elektrolyseur-Wachstum: Im dritten Quartal 2025 kletterten die Erlöse im Elektrolyseur-Geschäft sequenziell um 46 % auf 65 Mio. US-Dollar. Dieser Bereich gilt als einer der zentralen Wachstumspfeiler.
- Schuldenstruktur verbessert: Im Dezember verschaffte sich das Unternehmen über eine Finanzierung 399 Mio. US-Dollar an zusätzlicher Liquidität und tilgte damit vorrangig besicherte Schulden. Das entschärft kurzfristige Finanzierungsrisiken.
Aus Bewertungs- und Marktsicht bleibt Plug Power dennoch ein riskantes Investment. Das Unternehmen verbrennt weiterhin Barmittel und ist trotz jahrzehntelanger Präsenz im Wasserstoffgeschäft noch nicht profitabel.
Politische Risiken und Führungswechsel
Einen deutlichen Unsicherheitsfaktor bringt die US-Politik ins Spiel. Plug Power hat ein größeres Expansionsprogramm vorerst gestoppt, nachdem die Regierung Trump Förderprogramme der vorherigen Administration auf Eis gelegt hat. Das Unternehmen hatte mit einer Kreditgarantie des Energieministeriums (DOE) über 1,66 Mrd. US-Dollar gerechnet, um seine Wachstumspläne zu finanzieren.
Diese Unterbrechung wirft Fragen zur Geschwindigkeit und Finanzierung der Expansion auf. Ohne die staatliche Unterstützung könnte Plug Power seine Investitionspläne anpassen oder zeitlich strecken müssen.
Gleichzeitig steht ein Führungswechsel an. Der designierte CEO Jose Luis Crespo hat ein ambitioniertes Ziel formuliert: Bis 2028 soll der Konzern schwarze Zahlen schreiben. Die Umsetzung dieser Strategie wird entscheidend dafür sein, ob sich das Geschäftsmodell nachhaltig trägt.
Ein Signal des Vertrauens setzte Crespo Mitte Dezember mit einem Insiderkauf: Er erwarb 37.300 Aktien zu 2,34 US-Dollar je Stück und erhöhte seine Position damit um 13,8 %. Solche Käufe werden oft als Hinweis gewertet, dass das Management an die eigene Story glaubt.
Analystenlager gespalten
Die Einschätzungen an der Wall Street fallen heterogen aus. Insgesamt ergibt sich ein gemischtes Bild:
- Kaufempfehlungen: 8 Analysten, darunter 2 mit „Strong Buy“
- Halten-Empfehlungen: 6 Analysten
- Verkaufsempfehlungen: 6 Analysten
- Konsens-Kursziel: 2,79 US-Dollar
Die Spreizung der Kursziele ist groß: Besonders optimistisch zeigt sich HC Wainwright mit 7 US-Dollar. Am anderen Ende steht Morgan Stanley mit einer „Underweight“-Einstufung und einem Kursziel von 1,50 US-Dollar. Diese Spannbreite unterstreicht, wie unterschiedlich die Risiken – von der Kapitalstruktur über die Politik bis zur Profitabilität – bewertet werden.
Technisches Bild und aktuelle Bewertung
Charttechnisch hat die Aktie zuletzt eine spürbare Gegenbewegung gezeigt. Auf Wochensicht legte der Kurs um 13,2 % zu, im 30-Tage-Vergleich beträgt das Plus 17,9 %. Mit einem Schlusskurs von 2,23 US-Dollar am Freitag notiert Plug Power damit rund 15 % über dem 50-Tage-Durchschnitt und gut 42 % über dem 200-Tage-Durchschnitt, bleibt aber mit einem Abstand von gut 36 % unter dem 52‑Wochen-Hoch und einem 12‑Monats-Minus von knapp 27 % ein Sanierungsfall mit hoher Volatilität.
Der RSI von 48,7 signalisiert aktuell weder eine klare Überkauft- noch eine Überverkauft-Situation. Die stark erhöhte 30‑Tage-Volatilität von gut 77 % verdeutlicht, wie heftig die Schwankungen ausfallen können.
Fazit: Turnaround mit vielen Wenns
Unter dem Strich kombiniert Plug Power aktuell mehrere potenzielle Kurstreiber – strikteres Kostenmanagement, Wachstum im Elektrolyseur-Geschäft, verbesserte Finanzierung – mit deutlich gestiegenen politischen und operativen Risiken. Der anstehende Führungswechsel und das Profitabilitätsziel bis 2028 bilden den Rahmen für die nächsten Jahre. Entscheidend wird sein, ob es dem Unternehmen gelingt, die angekündigten Einsparungen tatsächlich zu realisieren und gleichzeitig die nun unsichere DOE-Finanzierung durch alternative Kapitalquellen oder angepasste Expansionspläne zu kompensieren.
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