Plug Power Aktie: Lieferschwierigkeiten bleiben?
Plug Power versucht, seine finanzielle Zukunft zu ordnen – und die Aktionäre müssen in wenigen Tagen eine zentrale Weiche stellen. Im Hintergrund geht es um nichts Geringeres als die Frage, wie sich das Unternehmen frisches Kapital beschafft, ohne die Anleger komplett zu verprellen. Der jüngste Kurssprung ist dabei weniger ein Zeichen der Entspannung als ein Vorgeschmack auf die Spannung rund um die Abstimmung Ende Januar.
Walmart-Einigung und drohende Verwässerung
Auslöser der Bewegung war eine Kombination aus guter Nachricht zur Aktienstruktur und einer ungewöhnlich offensiven Kommunikationsstrategie des Managements.
Zum einen hat Plug Power einen seit 2017 bestehenden Optionsdeal mit Walmart beigelegt. Konkret wurde ein Warrant gestrichen, der dem Handelsriesen den Kauf von rund 42,2 Millionen Aktien ermöglicht hätte. Durch die Aufhebung dieses Rechts verhindert Plug Power eine potenziell deutliche Verwässerung – ein Punkt, den der Markt klar positiv aufgenommen hat, weil der Kuchen nicht noch weiter auf zusätzliche Anteilseigner verteilt werden muss.
Parallel dazu stellte sich der scheidende CEO Andy Marsh am Donnerstag in einer AMA-Runde („Ask Me Anything“) auf Reddit den Fragen der Privatanleger. Ziel der Aktion: Unterstützung für die außerordentliche Hauptversammlung am 29. Januar 2026 mobilisieren. Dort soll die Anzahl der genehmigten Stammaktien von 1,5 auf 3,0 Milliarden verdoppelt werden.
Marsh machte dabei den Zielkonflikt offen: Das Management bevorzugt eine Erhöhung des genehmigten Aktienkapitals, um Handlungsspielraum für Kapitalmaßnahmen zu bekommen. Sollte der Antrag scheitern, sieht er einen Reverse Stock Split – also eine Aktienzusammenlegung – als erzwungene Alternative, um die Aktie formal wieder „kapitalmarktfähig“ zu machen.
Der Markt setzt auf Bewegung
Die Reaktion an der Börse wurde zusätzlich durch rege Aktivitäten im Derivatemarkt verstärkt. Das Volumen bei Kaufoptionen schoss deutlich über den Durchschnitt der vergangenen Wochen hinaus, besonders gefragt waren Calls mit einem Ausübungspreis von 4 US‑Dollar und Laufzeit bis Juni. Marktakteure positionieren sich damit klar für anhaltende Schwankungen rund um die anstehende Abstimmung und mögliche Kapitalmaßnahmen.
Auch operativ stellte Marsh die Weichen für einen Führungswechsel. Ab März 2026 soll er in die Rolle des Executive Chairman wechseln, während Jose Luis Crespo den Posten des CEO übernimmt. Crespo wird nach aktueller Planung im März in einer weiteren AMA-Runde eine strategische Neuausrichtung vorstellen, bei der Plug Power verstärkt Lösungen für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren in den Fokus rücken will.
Finanziell bleibt die Lage angespannt. Das Turnaround-Programm „Project Quantum Leap“ zielt auf jährliche Kosteneinsparungen von 200 Millionen US‑Dollar, um den hohen Mittelabfluss zu dämpfen. Dennoch ist das Unternehmen weiterhin klar defizitär: Im dritten Quartal 2025 verfehlten die Erlöse von 177,06 Millionen US‑Dollar die Analystenschätzungen, die Bruttomarge lag tief im negativen Bereich.
Kampf um Liquidität und Stimmrechte
Der aktuelle Kursschub ist nur vor dem Hintergrund eines länger laufenden Ringens um Kapital zu verstehen. Schon im Juli 2025 lag ein ähnlicher Antrag auf Erhöhung der genehmigten Aktienzahl auf dem Tisch. Damals stimmten zwar 84 % der abgegebenen Stimmen zu, dennoch fiel der Beschluss durch – die Satzung verlangte eine Mehrheit aller ausstehenden Aktien, nicht nur der anwesenden bzw. abstimmenden.
Genau hier setzt die für den 29. Januar 2026 angesetzte außerordentliche Hauptversammlung an: Die Abstimmungsregeln sollen an das in Delaware übliche Recht angepasst werden, damit künftig die Mehrheit der gültig abgegebenen Stimmen ausreicht. Damit würde es für Plug Power grundsätzlich leichter, wichtige Strukturentscheidungen und Kapitalmaßnahmen durchzubringen.
Der Druck ist hoch: Ende November standen weniger als 0,4 % der genehmigten Aktien noch zur Ausgabe zur Verfügung. Ohne Änderung dieser Situation ist Plug Power bei Eigenkapitalmaßnahmen de facto blockiert, obwohl das Unternehmen zur Finanzierung des Turnarounds auf frisches Kapital angewiesen ist.
Kursbild und Analystenblick
An der Börse spiegelt sich die Gemengelage in einer ausgeprägten Volatilität wider. Die Aktie schloss gestern bei 2,28 US‑Dollar und liegt damit rund ein Drittel unter ihrem 52‑Wochen-Hoch, zugleich aber ein Mehrfaches über dem Tiefpunkt des vergangenen Jahres. Der Kurs notiert klar über dem 200‑Tage-Durchschnitt, was den jüngsten Erholungstrend unterstreicht, bleibt jedoch eingebettet in ein sehr schwankungsanfälliges Umfeld.
Charttechnisch bleibt der Titel damit spekulativ: Der Kurs hat sich zwar deutlich von den Tiefstständen abgesetzt, die Aktie ist aber weit von früheren Höchstkursen entfernt, und der RSI bewegt sich im neutralen Bereich. Der Markt preist sichtbar die Unsicherheit rund um die Kapitalstruktur und die operative Erholung ein.
Auf der Analystenseite überwiegt Vorsicht. Zwar hat Clear Street die Aktie zuletzt auf „Buy“ hochgestuft und ein Kursziel von 3 US‑Dollar genannt, im Schnitt der 18 beobachtenden Häuser reicht es aber nur für ein „Hold“-Votum mit einem durchschnittlichen Ziel um 2,73 US‑Dollar. Das signalisiert: Potenzial sehen manche Beobachter vor allem bei erfolgreicher Restrukturierung und geklärter Finanzierung, aktuell aber bleibt Zurückhaltung dominierend.
Was am 29. Januar auf dem Spiel steht
Die außerordentliche Hauptversammlung am 29. Januar 2026 wird zum entscheidenden Termin für die mittelfristige Struktur der Plug-Power-Aktie. Gelingt die Änderung der Abstimmungsregeln und anschließend die Ausweitung des genehmigten Aktienkapitals, könnte das Unternehmen über zusätzliche Aktienemissionen Liquidität sichern – auf Kosten weiterer Verwässerung. Scheitert der Vorstoß, rückt ein Reverse Stock Split nach Darstellung des Managements in den Vordergrund, um zumindest technisch wieder Spielraum zu gewinnen.
Im Anschluss an die Abstimmung rückt der Blick rasch auf die Zahlen zum vierten Quartal und zum Gesamtjahr 2025, die Anfang März erwartet werden. Der Konsens rechnet derzeit mit einem Verlust von 0,11 US‑Dollar je Aktie bei Erlösen von 218,10 Millionen US‑Dollar. Ob Plug Power den Spagat zwischen notwendiger Kapitalbeschaffung, Kostensenkung und strategischer Neuausrichtung schafft, dürfte sich damit in den kommenden Wochen deutlich klarer abzeichnen.
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