Palantir Aktie: Rally-Pause
Nach einem Kursplus von 138 % im Jahr 2025 startet Palantir mit Gegenwind ins neue Jahr. Am ersten Handelstag 2026 gab die Aktie um 5,56 % auf 167,86 US-Dollar nach. Auslöser sind ein breiter Rückzug aus Softwarewerten, Umschichtungen in Halbleiteraktien und Gewinnmitnahmen nach dem starken Vorjahr.
Rotation belastet Highflyer
Am 2. Januar 2026 gerieten Softwaretitel insgesamt unter Druck, während Halbleiterwerte deutlich zulegten. Palantir war von dieser Sektorrotation spürbar betroffen.
Mehrere Faktoren wirkten gleichzeitig auf den Kurs:
- Gewinnmitnahmen: Nach der 138-%-Rally 2025 realisieren Anleger Gewinne, teils bewusst erst im neuen Jahr, um Steuerlast in die Zukunft zu verschieben.
- Sektorrotation: Kapital wandert von Software- in Halbleiterwerte, was vor allem hoch bewertete Titel wie Palantir trifft.
- Bewertungssorgen: Die Aktie wird auf Basis der vergangenen Gewinne mit einem KGV von rund 390 und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von knapp 100 auf Forward-Basis gehandelt.
- Marktumfeld: Schwäche bei Tesla nach enttäuschenden Auslieferungszahlen im vierten Quartal könnte über die Verbindung der Gründerfiguren Peter Thiel und Elon Musk stimmungsdämpfend gewirkt haben.
Bewertung im Mittelpunkt
Die Bewertung bleibt der zentrale Streitpunkt. Das Forward-KGV liegt bei über 200 und damit weit über den üblichen Multiples im Softwaresektor. Beim erwarteten Umsatz zahlt der Markt etwa das 100-Fache – rund 2.900 % Aufschlag gegenüber dem Median der Branche.
Analysten sind gespalten. Der Konsens lautet auf „Halten“. Dahinter stehen 11 neutrale Einschätzungen, 3 Kaufempfehlungen und 2 Verkaufsempfehlungen. Das durchschnittliche Zwölfmonats-Kursziel von 187,87 US-Dollar entspricht einem potenziellen Aufwärtsspielraum von etwa 12 % gegenüber dem aktuellen Niveau.
Starkes Wachstum, nachlassende Dynamik
Operativ laufen die Geschäfte weiter sehr dynamisch. Im dritten Quartal 2025 legte der Umsatz im Jahresvergleich um 63 % zu. Das US-Kommerzgeschäft wuchs sogar um 121 %. Insgesamt wurden in dem Quartal mehr als 200 Verträge mit einem Volumen von jeweils über 1 Million US-Dollar abgeschlossen.
Die Prognosen deuten jedoch auf eine schrittweise Verlangsamung hin:
- 2025: rund 54 % Umsatzwachstum
- 2026: erwartete 45 %
- 2027: geschätzte 37 %
Gleichzeitig soll die Profitabilität weiter steigen. Auf bereinigter Basis könnten die operativen Margen bis zum Geschäftsjahr 2027 auf etwa 50 % klettern.
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AI-Euphorie unter Beobachtung
Die übergeordnete KI-Anlagestory steht zunehmend auf dem Prüfstand. Einer aktuellen Umfrage von Motley Fool zufolge planen 90 % der befragten Anleger, 2026 KI-Aktien zu kaufen oder zu halten, zugleich zählen Überbewertungen zu ihren größten Sorgen.
Palantir reagiert besonders sensibel auf Stimmungswechsel in diesem Segment. Seit der Veröffentlichung der Q3-Zahlen im November 2025 hat die Aktie trotz starker Ergebnisse rund 19 % verloren. Diese Diskrepanz zwischen Fundamentaldaten und Kursverlauf unterstreicht, wie stark der Markt auf Bewertungsniveaus achtet.
Technisches Bild trübt sich ein
Aus charttechnischer Sicht hat die Aktie seit August 2025 mehrfach vergeblich versucht, die Zone um 190 US-Dollar nachhaltig zu überwinden. Der jüngste Rückgang drückte den Kurs unter wichtige Unterstützungsmarken.
Die Spanne der vergangenen zwölf Monate reicht von 63,40 bis 207,52 US-Dollar. Am 2. Januar wechselten 60,3 Millionen Aktien den Besitzer, nahezu doppelt so viele wie im Durchschnitt – ein Hinweis auf erhöhte Aktivität bei der jüngsten Abwärtsbewegung.
Blick auf die nächsten Wochen
Im frühen Februar werden die Zahlen für das vierte Quartal 2025 erwartet. Analysten kalkulieren mit einem Gewinn je Aktie von 0,23 US-Dollar, was einem Plus von 64 % im Jahresvergleich entspräche. Der Umsatz soll bei rund 1,35 Milliarden US-Dollar liegen, knapp 63 % mehr als im Vorjahreszeitraum.
Mit der Entwicklung von einem Meme-Titel hin zu einem profitablen KI-Infrastruktur-Anbieter haben sich die Erwartungen des Marktes deutlich verschoben. Nach der außergewöhnlichen Rally 2025 deutet vieles darauf hin, dass 2026 eher von Konsolidierung und Bewertungskontrolle geprägt sein könnte als von erneuten Kursbewegungen im Extrembereich.
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