Palantir Aktie: Europa zweifelt
Palantir steht vor einem Glaubwürdigkeitsproblem: Während die Aktie des US-Datenkonzerns am Montag auf 193,98 Dollar kletterte und eine wichtige technische Hürde überwand, melden sich kritische Stimmen aus Europa. Britische Abgeordnete fordern Konsequenzen, nachdem bekannt wurde, dass die Schweizer Armee Palantir aus Sicherheitsbedenken abgelehnt hat. Der Vorwurf: US-Geheimdienste könnten auf sensible Daten zugreifen.
Schweizer Armee lehnt Palantir ab
Eine Recherche der Zürcher Journalistengruppe WAV und des Magazins Republik förderte einen brisanten Bericht der Schweizer Armee zutage. Nach siebenjähriger Prüfung kam das Militär zum Schluss: Es bestehe Unsicherheit darüber, ob US-Nachrichtendienste auf Daten zugreifen könnten, die mit Palantir geteilt werden – trotz gegenteiliger Versicherungen des Unternehmens.
Die Schweizer Armee verzichtete auf einen Vertrag. Neben den Sicherheitsbedenken spielten auch Kosten und die geplante dauerhafte Präsenz von Palantir-Spezialisten vor Ort eine Rolle. Der Labour-Abgeordnete Clive Lewis forderte die britische Regierung auf, sich von Palantir fernzuhalten – insbesondere bei NHS-Verträgen. Rachael Maskell, ebenfalls Labour-Abgeordnete, verlangte transparente Prüfungen für Palantir und andere Tech-Konzerne.
Palantir wies die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher erklärte, die Behauptung über möglichen Datenzugriff entbehre jeder Grundlage. Das Geschäftsmodell basiere auf dem Vertrauen der Kunden. Brisant ist der Zeitpunkt: Das britische Verteidigungsministerium hatte 2024 einen 750-Millionen-Pfund-Vertrag mit Palantir unterzeichnet, um militärische KI voranzutreiben.
Starke US-Basis trägt die Bewertung
Trotz europäischer Skepsis zeigt sich die Aktie robust. Sie durchbrach am 19. Dezember die technische Marke von 190,39 Dollar und legte seit Jahresbeginn um rund 150 Prozent zu. Im S&P 500 belegt Palantir damit Rang acht, im Nasdaq-100 sogar Platz drei.
Das Fundament bilden solide Geschäftszahlen: Im dritten Quartal 2025 wuchs der Umsatz um 63 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar, das US-Geschäft mit Firmenkunden legte um 121 Prozent zu. Die bereinigte operative Marge erreichte 51 Prozent. Hinzu kommen strategische Aufträge: Die US-Armee bestellte im Juli für bis zu 10 Milliarden Dollar über ein Jahrzehnt, die Navy vergab im Dezember einen 448-Millionen-Dollar-Vertrag für Lieferkettenmanagement bei U-Booten.
Die Bewertung bleibt Streitthema. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt deutlich über dem Branchenschnitt. Befürworter verweisen auf die tiefe Integration in Kundenprozesse und die KI-Plattform. Kritiker warnen vor überzogenen Erwartungen, zumal die Bewertung historische Höchststände aus der Dotcom-Ära übertrifft.
Am 2. Februar 2026 folgen die Q4-Zahlen. Palantir erwartet für das Gesamtjahr 2025 einen Umsatz zwischen 4,396 und 4,400 Milliarden Dollar – ein Plus von etwa 53 Prozent. Das US-Firmenkundengeschäft soll um mindestens 104 Prozent wachsen. Die europäischen Sicherheitsdebatten dürften die internationale Expansion belasten, während das US-Geschäft weiterhin robust läuft.
Palantir-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Palantir-Analyse vom 24. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Palantir-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Palantir-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Palantir: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








