OMV Aktie: Zwischen Umbau und Belastungen
OMV treibt den Konzernumbau in Richtung Kreislaufwirtschaft und Wasserstoff voran, wird aber gleichzeitig von einem hohen Sondereffekt in Rumänien und einem schwachen Gesamtmarkt gebremst. Genau dieser Spagat zwischen langfristigen Investitionen und kurzfristigen Belastungen prägt derzeit das Bild der Aktie.
Die Fakten im Überblick
- Borealis investiert 49 Mio. Euro in den Standort Burghausen (Bayern)
- Fokus auf „Borstar® Nextension“-Technologie für besser recycelbare Kunststoffe
- Staatliche Förderung für ein OMV-Wasserstoff-Großprojekt zugesagt
- Wertberichtigung bei OMV Petrom von rund 420 Mio. Euro
- Schlusskurs gestern: 48,28 Euro, rund 12 % unter dem 52‑Wochen-Hoch
Borealis-Ausbau: Wette auf Kreislaufkunststoffe
Kernnachricht der Woche ist die Investitionsentscheidung der Chemietochter Borealis, an der OMV 75 % hält. Am Dienstag wurde eine Investition von 49 Millionen Euro in den Standort Burghausen in Bayern angekündigt. Im Zentrum steht der Ausbau der Kapazitäten für die „Borstar® Nextension“-Technologie.
Mit dieser Technologie zielt Borealis auf Monomaterial-Lösungen ab, also Kunststoffe, die sich deutlich besser recyceln lassen als herkömmliche Verbundmaterialien. Hintergrund sind die verschärften Anforderungen der EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die bis 2030 vollständig recycelbare Verpackungen vorschreiben soll. Die Investition ist damit klar regulatorisch getrieben und stellt die Chemiesparte technologisch auf die anstehende Gesetzesänderung ein.
Strategisch ist das nicht isoliert zu sehen. Borealis steht unmittelbar vor einer Großfusion mit Borouge und Nova Chemicals, die für das erste Quartal 2026 vorgesehen ist. Die Hochskalierung der Produktion kreislauffähiger Kunststoffe verbessert die Ausgangsposition dieses künftigen Chemieverbunds und stärkt ein Segment, das für die Bewertung des „neuen“ Chemieriesen zentral sein dürfte.
Wasserstoff-Projekt und staatliche Förderung
Einen zweiten positiven Akzent setzte heute ein Bericht, wonach OMV sich staatliche Millionenförderung für ein Wasserstoff-Großprojekt gesichert hat. Auch wenn konkrete Summen in der ersten Meldung noch nicht genannt wurden, ist die Stoßrichtung eindeutig: Der Konzern beschleunigt den Umbau weg von fossilen Energieträgern hin zu alternativen Molekülen wie Wasserstoff.
Fördermittel gelten in diesem Zusammenhang als Hebel, um kapitalintensive Projekte wirtschaftlich darstellbar zu machen. Die Zusage staatlicher Unterstützung wertet das Projekt auf und signalisiert politische Rückendeckung für die Wasserstoffstrategie der Gruppe.
OMV Petrom: Hoher Sondereffekt aus Rumänien
Auf der anderen Seite steht eine deutliche Ergebnisbelastung aus Rumänien. Die Tochter OMV Petrom musste im Zuge einer 15‑jährigen „Rebalancing“-Vereinbarung mit dem rumänischen Staat eine Wertberichtigung von rund 420 Millionen Euro vornehmen. Diese Abschreibung wirkt als Einmaleffekt direkt auf das Ergebnis und dämpft die Stimmung am Markt.
Auch die in Bukarest gelistete Petrom-Aktie reagierte leicht negativ. Solche Impairments sind zwar bilanziell einmalig, sie verschlechtern aber kurzfristig das Konzernergebnis und tragen zur Zurückhaltung mancher Investoren bei.
Kursbild und Bewertung im Kontext
Die aktuelle Kursentwicklung spiegelt diese gemischte Nachrichtenlage wider. Gestern schloss die Aktie bei 48,28 Euro und liegt damit rund 12 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 55,00 Euro. Vom 52‑Wochen-Tief bei 38,10 Euro ist der Titel aber weiterhin deutlich entfernt.
Auffällig: Der Kurs notiert nahe am 50‑Tage-Durchschnitt von 48,20 Euro und nur gut 3 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt von 46,81 Euro. Das unterstreicht eine eher neutrale technische Verfassung, ohne klare Überkauft- oder Überverkauft-Signale. Der RSI von 47,9 passt dazu.
Fundamental fällt die Bewertung mit einem KGV um 8,8 (auf Basis der erwarteten Gewinne 2025) und einer in den Schätzungen verankerten Dividendenrendite von über 8 % (Prognose für 2026) attraktiv aus. Gleichzeitig lasten geopolitische Spannungen und Zollsorgen weiterhin auf dem gesamten Energiesektor und hatten zuletzt auch den ATX spürbar belastet.
Ausblick: Quartalszahlen und Chemie-Fusion im Fokus
Der nächste harte Datenpunkt steht bereits bevor: Am 4. Februar 2026 legt OMV die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor, für das ein Ergebnis je Aktie von etwa 1,53 Euro erwartet wird. Hier wird sich zeigen, wie stark der Impairment-Effekt aus Rumänien im Konzernergebnis durchschlägt und wie robust das operative Geschäft läuft.
Charttechnisch bleibt die Zone um 48 Euro eine wichtige Marke. Hält dieses Niveau, spricht die Kombination aus solider Bewertung und strategischen Zukunftsprojekten (Borealis-Ausbau, Wasserstoff-Förderung) für einen konstruktiven Unterbau. Parallel gilt die für das erste Quartal 2026 geplante Chemie-Fusion als zentraler Katalysator für das Börsenjahr: Je klarer Struktur und Synergien dieses Verbunds werden, desto stärker dürfte er in die Neubewertung des Konzerns einfließen.
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