OeNB korrigiert Wirtschaftsprognose drastisch nach unten
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) rechnet für 2026 nur noch mit 0,5 Prozent Wirtschaftswachstum. Grund ist der Konflikt im Nahen Osten, der die Energiepreise in die Höhe treibt. Gleichzeitig steigt die Inflation wieder an und dürfte im Schnitt 2,7 Prozent erreichen.
Noch im Dezember sah die Prognose deutlich optimistischer aus. Der Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar hat die Erholung nach den Rezessionsjahren jedoch jäh gestoppt. Die neue Interimsprognose markiert eine klare Zäsur.
Wachstum bricht ein, Inflation kehrt zurück
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Das erwartete BIP-Wachstum von 0,5 Prozent bedeutet eine Abwärtskorrektur um 0,3 Prozentpunkte. Für Österreich setzt sich damit die wirtschaftliche Durststrecke fort. 2025 waren es nur 0,7 Prozent gewesen.
Die größere Sorge bereitet jedoch die Teuerung. Die Prognose für den Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) wurde von 2,4 auf 2,7 Prozent angehoben. In einzelnen Monaten wie dem Mai rechnet die OeNB sogar mit Spitzenwerten über drei Prozent. Das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) rückt in weite Ferne.
Iran-Konflikt als Hauptursache
Der Krieg hat die globalen Energiemärkte in Aufruhr versetzt. Die Preise für Rohöl und Erdgas schießen in die Höhe. Als stark importabhängiges Land trifft das Österreich besonders hart. OeNB-Gouverneur Martin Kocher nennt die Unsicherheit über Dauer und Ausmaß des Konflikts das größte aktuelle Risiko.
Die gestiegenen Kosten bremsen Investitionen der Industrie und die Kauflaune der Verbraucher. Viele Betriebe haben nach den Krisenjahren zudem kaum noch Reserven. Die Wirtschaft ist verwundbar.
Droht Österreich eine Stagflation?
Die Nationalbank hat erstmals wieder Risikoszenarien berechnet. Im Negativfall – einem langen Krieg mit Ölpreisen über 100 Dollar – schrumpft das Wachstum 2026 auf magere 0,2 Prozent. Dann droht Stagflation: wirtschaftlicher Stillstand bei hoher Inflation von bis zu vier Prozent.
Für die Folgejahre zeigt sich die OeNB vorsichtig optimistisch. Voraussetzung ist eine diplomatische Lösung. Dann könnte das Wachstum 2027 auf ein Prozent und 2028 auf 1,1 Prozent klettern. Die Inflation würde langsam wieder sinken.
Arbeitsmarkt und Staatshaushalt unter Druck
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Der Arbeitsmarkt bleibt vergleichsweise robust, verliert aber an Dynamik. Die OeNB erwartet eine Arbeitslosenquote von 7,3 Prozent. Der erhoffte kräftige Beschäftigungsaufbau bleibt aus, Unternehmen stellen vorsichtiger ein.
Auch die Fiskalpolitik steht vor Herausforderungen. Geringere Steuereinnahmen und notwendige Unterstützungsmaßnahmen belasten den Staatshaushalt. Die Notenbank mahnt zu einer Balance: Die Kaufkraft muss gestützt werden, ohne den Inflationsdruck durch hohe Staatsausgaben weiter anzuheizen.
Kann die Teuerungswelle im zweiten Halbjahr abebben, wäre der Grundstein für eine Erholung 2027 gelegt. Bis dahin heißt die Devise Krisenmanagement. Die nächste umfassende Prognose der OeNB folgt im Juni.








