Der Entwickler von Gentherapien, Ocugen, zieht derzeit verstärkt das Interesse institutioneller Beobachter auf sich. Gleich mehrere Investmentbanken haben in den vergangenen Tagen ihre Kursziele deutlich angehoben oder positive Erstbewertungen abgegeben. Hintergrund dieser Stimmung ist ein vollgepackter klinischer Kalender, der in den kommenden Monaten wichtige Studiendaten zu verschiedenen Augenerkrankungen bereithält.

Den Anfang der jüngsten Bewertungswelle machte Oppenheimer am 11. März mit einer "Outperform"-Einstufung, was den Kurs zeitweise um 32 Prozent in die Höhe trieb. Kurz darauf zogen weitere Häuser nach. Aktuell ergibt sich bei den Analysten folgendes Bild:

  • Canaccord Genuity: Erstbewertung "Buy" mit Kursziel 12 US-Dollar (17. März)
  • Lucid Capital: Kursziel von 15 auf 22 US-Dollar angehoben
  • Oppenheimer: Erstbewertung "Outperform" mit Kursziel 10 US-Dollar
  • Chardan Capital: "Buy" mit Kursziel 7 US-Dollar bestätigt

Die Aktie notiert aktuell bei 1,87 Euro und verzeichnete auf Sicht von 30 Tagen ein Plus von rund 55 Prozent. Diese Entwicklung spiegelt die direkte Reaktion des Marktes auf die neuen Einschätzungen wider.

Wichtige Studiendaten im Anmarsch

Ein zentraler Treiber für die Aufmerksamkeit der Wall Street ist die bevorstehende Veröffentlichung vollständiger Phase-2-Daten für den Wirkstoff OCU410 zur Behandlung der trockenen altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Bereits im Januar zeigten vorläufige Ergebnisse nach zwölf Monaten eine Reduzierung des Läsionswachstums um bis zu 54 Prozent in der mittleren Dosisgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die kompletten Daten werden noch für diesen Monat erwartet.

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Parallel dazu treibt das Unternehmen sein Hauptprogramm OCU400 gegen Retinitis pigmentosa voran. Die Phase-3-Studie ist mit 140 Patienten vollständig rekrutiert. Ein rollierender Zulassungsantrag (BLA) in den USA wird für das dritte Quartal 2026 angestrebt, während erste Topline-Daten Anfang 2027 folgen sollen. Auch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die US-Studie bereits für einen möglichen Zulassungsantrag akzeptiert, was die regulatorische Reichweite des Programms vergrößert.

Finanzieller Spielraum bleibt eng

Trotz der klinischen Fortschritte bleibt die finanzielle Lage angespannt. Im Geschäftsjahr 2025 verbuchte Ocugen einen Nettoverlust von 67,8 Millionen US-Dollar bei minimalen Einnahmen. Zum Jahreswechsel beliefen sich die Barreserven auf lediglich 18,57 Millionen US-Dollar.

Eine Kapitalerhöhung über 22,5 Millionen US-Dollar im Januar 2026 verschaffte dem Unternehmen jedoch dringend benötigte Liquidität. Diese Mittel sichern die Finanzierung voraussichtlich bis in das vierte Quartal 2026. Sollten ausstehende Optionsscheine vollständig ausgeübt werden, könnte die Reichweite bis ins zweite Quartal 2027 verlängert werden. Bemerkenswert ist, dass Großinvestoren wie Vanguard und Millennium Management ihre Positionen Ende 2025 trotz der schwachen Bilanz deutlich ausbauten.

Der Fokus des Marktes richtet sich nun unmittelbar auf die ausstehenden OCU410-Daten im März. Diese Ergebnisse werden maßgeblich darüber entscheiden, ob die Gentherapie-Plattform von Ocugen die Erwartungen der Analysten fundamental untermauern kann, bevor im Herbst die konkreten Vorbereitungen für den ersten Zulassungsantrag anlaufen.

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