Nvidia Aktie: China-Power
Nvidia spannt den Bogen weiter zwischen High-End-KI und politisch sensiblen Märkten. Auf der CES 2026 präsentiert der Konzern eine neue Superchip-Plattform – und gleichzeitig schwappt eine Welle der Nachfrage aus China heran, die die bisherigen Umsatzprognosen alt aussehen lassen könnte. Die zentrale Frage: Wie lange trägt dieser KI-Boom das aktuelle Bewertungsniveau?
Vera Rubin: Neue KI-Plattform zündet die nächste Stufe
Auf der CES 2026 stellte CEO Jensen Huang die nächste Generation der KI-Plattform vor: „Vera Rubin“, ein Sechs-Chip-System, das wie ein einziger Supercomputer arbeitet. Für Analysten ist das ein deutlicher Technologiesprung gegenüber der aktuellen Blackwell-Generation.
Bernstein-Analyst Stacy Rasgon bezeichnete die Plattform als „Monster“ – und lieferte gleich die Eckdaten mit:
- 5-fach höhere Inferenzgeschwindigkeit
- 3,5-fach schnellere Trainingszeiten
- 2,8-fach höhere Speicherbandbreite
- Doppelte NVLink-Bandbreite pro GPU
- Das alles mit nur 1,6-fach mehr Transistoren
J.P. Morgan-Analyst Harlan Sur bestätigte, dass Vera-Rubin-Chips bereits in voller Produktion sind und der Hochlauf in der zweiten Jahreshälfte 2026 anziehen soll. Microsoft hat sich die Superchips für seine nächste Generation von AI-„Superfabriken“ gesichert – ein Signal, dass große Cloud-Kunden die Plattform frühzeitig einbinden.
Diese technologische Basis schafft die Grundlage für weiteres Wachstum im Rechenzentrumssegment, das ohnehin der Kern der Nvidia-Story ist.
China-Deal: Milliardenhebel durch H200-Bestellungen
Kurzfristig kommt der größte Impuls jedoch aus China. Nach der Ankündigung von Präsident Trump im Dezember, dass Nvidia ausgewählte chinesische Kunden wieder mit fortgeschrittenen H200-Prozessoren beliefern darf – gegen eine Abgabe von 25 % der Erlöse an die US-Regierung – ist die Nachfrage deutlich angesprungen.
Chinesische Tech-Konzerne sollen Bestellungen über mehr als 2 Millionen H200-Chips aufgegeben haben. Nvidia verfügt aktuell nur über rund ein Drittel dieser Stückzahl und hat Taiwan Semiconductor Manufacturing gebeten, die Produktion ab dem zweiten Quartal 2026 zu erhöhen.
Für den Konzern geht es dabei um handfeste Größenordnungen:
Bei einem gemeldeten Preis von 27.000 US-Dollar pro Chip im chinesischen Markt würden Nvidia nach Abzug der 25%-Zahlung an die US-Regierung etwa 20.000 US-Dollar je Einheit verbleiben. Gelingt es, die gesamte Nachfrage zu bedienen, könnte allein aus China 2026 ein Umsatzpotenzial von rund 40 Milliarden US-Dollar entstehen.
Der aktuelle Kurs von rund 188 US-Dollar je Aktie liegt nur knapp unter dem 52‑Wochen-Hoch, nachdem die Aktie in den vergangenen 30 Tagen um fast 18 % zugelegt hat. Das zeigt, wie stark der Markt diese Wachstumsgeschichte bereits einpreist.
Umsatzschätzungen: Luft nach oben?
Die Wall Street rechnet für das am späten Januar beginnende Geschäftsjahr 2027 derzeit mit einem Umsatz von 320 Milliarden US-Dollar. Das entspräche einem Plus von 50 % gegenüber dem laufenden Fiskaljahr.
In diesen Schätzungen ist das mögliche China-Geschäft nach aktuellem Stand allerdings noch nicht berücksichtigt. Wird das gesamte angenommene Umsatzpotenzial von 40 Milliarden US-Dollar aus den H200-Verkäufen in China realisiert, könnte der Umsatz im Fiskaljahr 2027 auf etwa 360 Milliarden US-Dollar steigen. Das wäre ein Zuwachs von 69 % im Jahresvergleich – also deutlich mehr als bislang im Konsensmodell unterstellt.
Für Investoren bedeutet das: Die offiziellen Schätzungen könnten im weiteren Jahresverlauf nach oben angepasst werden, sollte sich der Bestellfluss aus China und die Produktionsausweitung bestätigen.
Wie lange trägt der KI-Zyklus?
Trotz dieser positiven Treiber sind Analysten sich über die weitere Strecke nicht einig. Wedbush-Analyst Dan Ives bleibt klar optimistisch. Er rechnet mit globalen KI-Investitionen von 3 bis 4 Billionen US-Dollar in den kommenden drei Jahren und hält eine Nvidia-Marktkapitalisierung von 6 Billionen US-Dollar perspektivisch für möglich.
Deutlich vorsichtiger äußert sich Gil Luria von D.A. Davidson. Aus seiner Sicht spiegelt die aktuelle Bewertung bereits einen Datenzentrumsmarkt wider, der sich dem Peak nähert. Für ihn verschiebt sich der Fokus auf die Frage des Timings: Kommt die nächste Wachstumswelle – etwa durch Robotik und autonome Fahrzeuge – früh genug, um das derzeitige Tempo zu halten?
Damit ergeben sich zwei Lager: Die einen sehen Nvidia weiter im Zentrum eines mehrjährigen Investitionsbooms, die anderen warnen vor einem Bewertungsniveau, das wenig Fehlertoleranz lässt, falls sich die nächste Nachfragephase verzögert.
Autonomes Fahren: Nvidia baut die nächste Säule
Um nicht allein vom Datenzentrumsboom abhängig zu sein, schiebt Nvidia weitere Wachstumsfelder an. Auf der CES zeigte der Konzern die „Alpamayo“-Familie offener KI-Modelle, die speziell für die Entwicklung autonomer Fahrzeuge gedacht ist.
Jensen Huang stellte in Aussicht, dass der Umsatz mit autonomen Fahrsystemen bis 2030 die Marke von 10 Milliarden US-Dollar überschreiten könnte. Zudem plant Nvidia, gemeinsam mit einem Partner schon 2027 einen Robotaxi-Dienst zu testen. Gelingt der Markthochlauf, könnte sich hier langfristig eine zusätzliche, eigenständige Umsatzquelle neben Rechenzentren und KI-Beschleunigern etablieren.
Analystenziele: Hohe Bandbreite, klarer Schwerpunkt
Die Bewertung der Aktie spiegelt die Mischung aus Begeisterung und Unsicherheit gut wider. Unter 64 Analysten, die Nvidia beobachten, liegt das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel bei 253,54 US-Dollar – rund 35 % über dem aktuellen Niveau. Die Spanne ist jedoch groß: Am unteren Ende liegen Schätzungen bei 140 US-Dollar, am oberen Ende bei 352 US-Dollar.
Von den 64 Experten empfehlen 60 den Kauf, 11 davon mit einem „Strong Buy“. Häuser wie BofA, Stifel und Truist haben ihre Kaufempfehlungen zuletzt bestätigt, während Evercore ISI mit dem höchsten Kursziel an der Spitze der Schätzungen steht.
Damit ergibt sich ein klares Bild: Die breite Analystenschaft setzt weiter auf Nvidia als zentralen Profiteur des KI-Zyklus, sieht aber zugleich ein Umfeld, in dem künftige Wachstumsdaten – insbesondere beim China-Geschäft und bei neuen Anwendungen wie autonomen Fahrzeugen – entscheidend für die Rechtfertigung der aktuellen Bewertung sein werden.
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