Novo Nordisk hat kurz vor Jahresende einen wichtigen Meilenstein erreicht: Die US-Zulassungsbehörde FDA gab grünes Licht für das erste tägliche, orale GLP-1-Medikament zur Gewichtsreduktion. Gleichzeitig drängt mit Roche ein starker Wettbewerber mit vielversprechenden Studiendaten in den Markt. Im Fokus steht nun die Frage, ob Novo Nordisk seinen Vorsprung in der Adipositas-Therapie verteidigen kann.

Orale GLP-1-Pille als neuer Wachstumstreiber

Am 22. Dezember 2025 erhielt Novo Nordisk von der FDA die Zulassung für seine orale Semaglutid-Tablette zur Gewichtsreduktion. Anfang Januar 2026 startete der US-Launch – ein kommerziell wichtiger Schritt, weil das Mittel als erste orale GLP-1-Therapie für das Gewichtsmanagement eine bequeme Alternative zu Injektionen bietet.

Grundlage der Zulassung waren die Daten der OASIS‑4‑Studie. Dort erzielten Patienten im Schnitt eine Gewichtsabnahme von 16,6 %. Besonders ins Auge sticht: Rund ein Drittel der Studienteilnehmer verlor mehr als 20 % des Körpergewichts. Zusätzlich ist das Präparat in bestimmten Patientengruppen dafür zugelassen, das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall um etwa 20 % zu senken. Damit positioniert Novo Nordisk das Produkt nicht nur als Abnehmhilfe, sondern als Therapie mit nachgewiesenem Zusatznutzen.

Roche erhöht den Konkurrenzdruck

Parallel dazu zieht der Wettbewerb im Adipositas-Markt deutlich an. Am 27. Januar 2026 meldete Roche positive Phase‑2‑Daten für seinen dualen GLP‑1/GIP‑Agonisten CT‑388 – ein Wirkstoff, der an zwei Stoffwechselwegen gleichzeitig ansetzt.

In der Studie von Roche erreichten Patienten nach 48 Wochen eine placebo-bereinigte Gewichtsreduktion von 22,5 %. Auf der höchsten Dosierungsstufe verloren fast 48 % der Teilnehmer mehr als 20 % ihres Körpergewichts. Damit liegen die Ergebnisse klar im oberen Bereich dessen, was bisher in der Adipositas-Therapie gesehen wurde. Roche plant, CT‑388 bis Ende März 2026 in die entscheidende Phase 3 zu überführen und signalisiert damit klar den Anspruch, ein gewichtiger Player im Markt zu werden.

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Für Novo Nordisk bedeutet das: Der eigene Vorsprung bei GLP‑1-Therapien ist nicht mehr selbstverständlich. Die starke Wirksamkeit der Roche-Daten setzt die Messlatte höher und verschärft den Druck, den neuen oralen Wirkstoff schnell und breit im Markt zu etablieren.

Bewertung und Kursbild

Trotz des strategisch wichtigen Produktstarts ist die Kursentwicklung von Novo Nordisk zuletzt eher durchmischt. Auf Sicht von 30 Tagen legte die Aktie um rund 19 % zu, liegt im 12‑Monats-Vergleich aber noch immer deutlich – gut 36 % – im Minus. Mit einem Schlusskurs von 52,21 Euro gestern notiert der Titel rund 40 % unter dem 52‑Wochen-Hoch vom Februar 2025, zugleich aber klar über dem Tief vom August.

Charttechnisch hat sich das Bild etwas aufgehellt: Der Kurs liegt sowohl über dem 50‑Tage‑ als auch über dem 200‑Tage‑Durchschnitt. Der RSI von 34,8 signalisiert dabei ein eher neutrales bis leicht abgekühltes Momentum, ohne akute Überhitzung. Insgesamt spiegelt das Kursbild eine gewisse Erholung wider, allerdings von einem deutlich tieferen Niveau aus.

Auf der Analystenseite startete Citi am 27. Januar 2026 die Beobachtung der Aktie mit einem „Neutral“-Votum und einem Kursziel von 400 DKK. Die Bank spricht von einer weitgehend ausgewogenen Bewertung und einem „schwierigen Jahr“ trotz Pipeline-Fortschritten. Dahinter steht die Einschätzung, dass starke Produkte zwar vorhanden sind, der intensive Wettbewerb und die hohen Erwartungen aber einen Teil der Fantasie bereits einpreisen.

Blick auf die Zahlen am 4. Februar

Der nächste entscheidende Prüfstein folgt in Kürze: Am 4. Februar 2026 legt Novo Nordisk die Zahlen für das vierte Quartal vor. Der Konsens erwartet ein Ergebnis je Aktie von 0,89 US‑Dollar bei Erlösen von rund 11,96 Milliarden US‑Dollar. Besonders wichtig wird der Ausblick des Managements zur Markteinführung der oralen GLP‑1-Tablette und zu den ersten Rückmeldungen aus den USA.

Ebenso spannend dürfte sein, wie das Unternehmen seine Strategie im Licht der Roche-Daten erklärt: Welche Rolle soll die orale Therapie im Gesamtsortiment spielen, und wie will Novo Nordisk seine Position gegenüber neuen, potenziell sehr wirksamen Konkurrenzprodukten absichern? Die Kombination aus frischem Produktlaunch, wachsendem Wettbewerbsdruck und hohen Erwartungen an die Quartalszahlen macht den 4. Februar zu einem zentralen Termin für die weitere Kursentwicklung.

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