Novo Nordisk kämpft auf mehreren Fronten gleichzeitig. Eine FDA-Verwarnung wegen mangelhafter Sicherheitsmeldungen, ein Strategieschwenk im Streit mit Hims & Hers und eine Welle von Analysten-Abstufungen — all das trifft ein Unternehmen, dessen Aktie seit ihrem Allzeithoch von 142,44 Dollar im Juni 2024 auf knapp 38 Dollar gefallen ist.

FDA-Verwarnung belastet das Bild

Am 5. März 2026 richtete die US-Arzneimittelbehörde FDA eine offizielle Verwarnung an Novo Nordisk. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe schwerwiegende Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Semaglutid — dem Wirkstoff in Ozempic und Wegovy — nicht fristgerecht gemeldet. Konkret geht es um drei Todesfälle, darunter ein Suizid, die nicht innerhalb der vorgeschriebenen 15-Tage-Frist an die Behörde übermittelt wurden. Die FDA stellte ausdrücklich klar, dass sie keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen den Medikamenten und den Todesfällen herstellt.

Novo Nordisk reagierte mit dem Hinweis, man arbeite seit den ersten FDA-Beobachtungen im Februar 2025 an der Behebung der beanstandeten Punkte und habe seitdem acht formelle Rückmeldungen eingereicht. Die Aktie verlor am Tag nach Bekanntwerden der Verwarnung 2,8 Prozent.

Es ist nicht die einzige regulatorische Baustelle: Zusätzlich erhielt das Unternehmen zwei sogenannte Untitled Letters wegen der Vermarktung von Ozempic und Wegovy sowie eine separate Verwarnung für seinen Standort in Bloomington, Indiana.

Vom Gegner zum Vertriebspartner

Noch im Februar 2026 hatte Novo Nordisk die Telemedizin-Plattform Hims & Hers wegen illegaler Herstellung von Nachahmer-Präparaten verklagt. Hims hatte eine inoffizielle Version der Wegovy-Pille für 49 Dollar angeboten — rund 100 Dollar günstiger als das Original auf Novos eigener Plattform.

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Inzwischen haben beide Seiten eine Einigung erzielt. Hims wird künftig injizierbares und orales Semaglutid zum gleichen Preis wie andere Telemedizin-Plattformen anbieten und keine Werbung mehr für Nachahmerprodukte schalten. Novo Nordisk zog die Klage zurück, behält sich aber das Recht vor, sie erneut einzureichen. CEO Mike Doustdar meldete unterdessen über 600.000 ausgestellte Rezepte für die Wegovy-Pille.

Analysten ziehen die Reißleine

Der eigentliche Auslöser für die jüngste Abstufungswelle war das Jahresausblick für 2026: Das Management erwartet einen Rückgang von Umsatz und operativem Gewinn um 5 bis 13 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Als Gründe nennt Novo Nordisk nachlassende GLP-1-Verschreibungstrends, den Wettbewerbsdruck durch Eli Lilly sowie Preisvereinbarungen im Rahmen der US-Handelspolitik.

Zwei Großbanken zogen daraufhin die Konsequenzen:

  • Deutsche Bank (Analyst Emmanuel Papadakis): Abstufung auf Hold, Kursziel von 400 auf 275 DKK gesenkt (−31%) — begründet mit dem Scheitern von CagriSema im Phase-3-Trial REDEFINE-4 gegenüber Eli Lillys Tirzepatid
  • J.P. Morgan: Abstufung auf Neutral, Juni-2027-Kursziel von 350 auf 250 DKK gesenkt, Umsatzprognosen für 2026–2030 um 2–16 Prozent reduziert

Pipeline und Kapitalrückflüsse als Gegengewicht

Novo Nordisk setzt auf mehrere Maßnahmen, um das Vertrauen zurückzugewinnen. Ende 2025 übernahm das Unternehmen Akero Therapeutics für 4,7 Milliarden Dollar und sicherte sich damit Efruxifermin, einen fortgeschrittenen Kandidaten gegen die Lebererkrankung MASH. Für die zweite Jahreshälfte 2026 ist zudem ein Phase-3-Trial mit einer höheren CagriSema-Dosis geplant.

Parallel dazu signalisiert das Unternehmen Zuversicht über Kapitalrückflüsse: Ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 2,1 Milliarden Dollar wurde aufgelegt, und eine Dividende von 1,275 Dollar je Aktie wird mit Ex-Datum 30. März 2026 ausgeschüttet.

Am 26. März 2026 findet in Kopenhagen die Hauptversammlung statt, auf der unter anderem über die Fortsetzung des Rückkaufprogramms abgestimmt wird. Die nächsten Quartalszahlen folgen am 6. Mai 2026 — dann wird sich zeigen, ob die Wegovy-Pille die erhofften Impulse liefert, bevor Eli Lillys oraler GLP-1-Kandidat Orforglipron voraussichtlich im zweiten Quartal 2026 eine FDA-Entscheidung erhält.

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