Novo Nordisk läutet die nächste Runde im Kampf um den Milliardenmarkt für Abnehmpräparate ein. Statt sich allein auf hochmargige Injektionen zu verlassen, bringen die Dänen nun eine deutlich günstigere Wegovy-Tablette in die US-Apotheken. Damit vollzieht der Konzern einen riskanten Strategiewechsel hin zum Massenmarkt, um sich entscheidende Marktanteile zu sichern, bevor die Konkurrenz nachziehen kann.

Kampfansage über den Preis

Seit dem 5. Januar 2026 ist die orale Version von Wegovy in rund 70.000 US-Apotheken verfügbar. Besonders die aggressive Preisgestaltung lässt aufhorchen: Selbstzahler erhalten die Einstiegsdosis bereits für 149 US-Dollar im Monat, während die Erhaltungsdosis bei 299 US-Dollar liegt.

Dieser Schritt zielt direkt auf zwei Gruppen ab: Patienten, die Angst vor Nadeln haben, und jene, denen die bisherigen Injektionen zu teuer waren. Analysten werten dies als klare Abkehr vom bisherigen Fokus auf hohe Gewinnspannen pro Einheit hin zu einem volumenbasierten Modell. Um die günstigeren Preise zu kompensieren, muss Novo Nordisk die Verschreibungszahlen massiv steigern.

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Der Markt scheint diesen Mut bisher zu honorieren: Seit Jahresanfang legte die Aktie bereits um über 13 Prozent zu und notiert aktuell bei rund 50,60 Euro.

Das Zeitfenster gegen Eli Lilly nutzen

Der Zeitpunkt der Markteinführung ist taktisch gewählt. Novo Nordisk sichert sich damit einen "First-Mover-Advantage" von mehreren Monaten gegenüber dem US-Rivalen Eli Lilly, dessen eigener oraler Kandidat Orforglipron noch auf die Zulassung wartet. Gleichzeitig versucht Novo, dem wachsenden "Graumarkt" von zusammengemischten Nachahmerpräparaten (Compounding) das Wasser abzugraben, indem man eine offizielle, bezahlbare Alternative bietet.

Auch international bringt sich der Konzern in Stellung. In Großbritannien prüft die Aufsichtsbehörde MHRA derzeit die Zulassung, eine Entscheidung wird noch in diesem Jahr erwartet. In Kanada bereitet sich das Unternehmen indes mit umbenannten Versionen seiner Medikamente ("Plosbrio" und "Poviztra") auf den drohenden Patentablauf und die Konkurrenz durch Generika vor.

Was jetzt wichtig wird

Anleger blicken nun gespannt auf die ersten Verschreibungsdaten der Tablette. Bereits morgen, am 13. Januar 2026, könnte CEO Mike Doustdar auf der J.P. Morgan Healthcare Conference erste Einblicke geben. Die Nagelprobe folgt am 4. Februar 2026 mit den Finanzzahlen für das Gesamtjahr. Dann wird sich zeigen, ob die Volumenstrategie erste Früchte trägt oder ob die niedrigeren Preise zunächst auf die Margen drücken.

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