Nordex startet mit einem vollen Auftragsbuch ins Jahr 2026. Innerhalb von nur drei Handelstagen meldet der Windturbinenhersteller Neuaufträge von mehr als 1 Gigawatt – quer über drei Kontinente. Die zentrale Frage: Reicht dieses Auftragsfeuerwerk, um den bereits kräftigen Kursanstieg nachhaltig zu untermauern?

Über 1,1 Gigawatt in drei Tagen

Am heutigen Mittwoch hat Nordex den dritten Großauftrag binnen 72 Stunden bekanntgegeben. Insgesamt geht es um 15 Windprojekte in Frankreich, Belgien und Portugal mit einer Kapazität von über 414 Megawatt. Geliefert werden 78 Turbinen unterschiedlicher Typen, darunter:

  • N117/3600 und N131/3600
  • N149/5.X und N163/5.X
  • Das neue Flaggschiff N175/6.X

Die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant. Alle Verträge enthalten mehrjährige Premium-Servicevereinbarungen – ein wichtiger Baustein für wiederkehrende Erlöse und stabilere Margen.

Dieser Europa-Cluster rundet eine bemerkenswerte Serie ab:

  • Montag, 05.01.2026: Aufträge über 508 MW in Kanada, inklusive Marktdebüt der N175/6.X in Nordamerika
  • Dienstag, 06.01.2026: Abruf eines Rahmenvertrags durch UKA über 224 MW (33 Turbinen) für neun Windparks in Deutschland
  • Mittwoch, 07.01.2026: 414 MW für Projekte in Frankreich, Belgien und Portugal

Unterm Strich hat Nordex seit Jahresbeginn damit Aufträge im Umfang von 1.146 MW veröffentlicht.

Nachfrage nach Delta4000 treibt Pipeline

Die dichte Newsfolge unterstreicht die starke Nachfrage nach der Delta4000-Plattform, insbesondere nach der N175/6.X. Dass dieses Modell nun in Deutschland, Kanada und Südeuropa fest eingeplant ist, spricht für eine breite Akzeptanz bei Projektentwicklern.

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Strategisch bedeutsam ist der lange Planungshorizont: Die aktuellen Projekte sind überwiegend für 2027 vorgesehen. Das sorgt für gut gefüllte Orderbücher und hohe Visibilität für die kommenden Geschäftsjahre. Im Branchenvergleich wirkt Nordex damit robust aufgestellt, während einige Wettbewerber noch mit Altverträgen zu schwächeren Konditionen beschäftigt sind.

Die Kombination aus Turbinenverkauf und lang laufenden Servicepaketen gilt als zentraler Margentreiber. Gerade die Kanada-Aufträge mit Laufzeiten von typischerweise 20 bis 30 Jahren illustrieren, wie stark der Anteil planbarer Serviceumsätze im Geschäftsmodell wächst.

Kursentwicklung und Analystenblick

Die Aktie hat den Nachrichtenfluss bereits vorweggenommen. Gestern schloss der Titel bei 31,62 Euro. Damit liegt der Kurs rund 22 % über dem Niveau vor 30 Tagen und deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von 28,05 Euro. Auf Zwölfmonatssicht summiert sich das Plus auf über 160 %, der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 33,32 Euro ist mit rund 5 % jedoch überschaubar.

Wichtige Kennpunkte im Überblick:

  • Aktueller Kurs: 31,62 Euro
  • Performance 30 Tage: +22,08 %
  • Performance 12 Monate: +166,61 %
  • Abstand zum 52-Wochen-Hoch: ca. -5 %

Charttechnisch notiert die Aktie klar oberhalb der viel beachteten gleitenden Durchschnitte über 50, 100 und 200 Tage. Ein RSI von 32 signalisiert, dass der Titel trotz der Rally der vergangenen Monate nicht in einer extremen Überhitzungszone steht.

Auf der Analystenseite gibt es Rückendeckung: mwb research bestätigte am Dienstag sein „Buy“-Votum und ein Kursziel von 36,00 Euro. Vom gestrigen Schlusskurs aus entspricht das einem rechnerischen Potenzial von rund 14 %.

Fazit: Starke Basis für 2027

Mit mehr als 1,1 Gigawatt neu gemeldeten Aufträgen in nur drei Tagen setzt Nordex ein deutliches Ausrufezeichen zum Jahresauftakt. Die Pipeline für 2027 füllt sich früh, die Delta4000-Plattform findet in mehreren Kernmärkten Zuspruch, und die Servicekomponente stärkt die künftige Ertragsbasis.

Kurzfristig bleibt die Kursentwicklung eng an den starken Newsflow und die technische Lage um die Zone knapp unterhalb des 52-Wochen-Hochs gekoppelt. Entscheidend für die nächsten Quartale wird sein, wie effizient Nordex die jetzt gesicherten Großprojekte ab 2027 abwickelt und in profitable Umsätze umsetzt. In der Summe hat das Unternehmen mit dem aktuellen Auftrags-Triple jedoch eine solide Grundlage gelegt, auf der die Wachstumsgeschichte weiter aufbauen kann.

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