Nokia verschafft sich zum Jahresstart etwas Luft. Ein neuer Patentvertrag mit dem chinesischen Elektronikhersteller Hisense räumt Rechtsrisiken aus dem Weg und stärkt die wiederkehrenden Erlöse. An der Börse sorgte das zwar nicht für eine Rally, aber immerhin für eine Stabilisierung nach einem schwankungsreichen Wochenverlauf.

Lizenzvereinbarung mit Hisense entschärft Rechtsrisiken

Am 8. Januar meldete Nokia eine mehrjährige Patentlizenz-Vereinbarung mit Hisense. Damit beenden beide Seiten sämtliche Patentstreitigkeiten – und das weltweit.

Kernpunkte der Vereinbarung sind:

  • Nutzung von Nokias Videotechnologien in Hisense-Fernsehern
  • Lizenz- bzw. Lizenzgebührenzahlungen von Hisense an Nokia
  • vollständige Beilegung aller Patentkonflikte in allen Jurisdiktionen

Für Nokia bedeutet das: Eine juristische Unsicherheitsquelle fällt weg, und die Technologiesparte erhält zusätzliche, planbare Lizenzerlöse. Gerade dieses Segment mit seinen wiederkehrenden Einnahmen gilt als stabilisierender Faktor, wenn das zyklische Infrastrukturgeschäft schwächelt. Die genauen finanziellen Konditionen bleiben zwar vertraulich, doch der bestätigte Mittelzufluss aus Royalties stärkt die Argumentation für einen soliden Cashflow.

Analystenreaktion und Marktbild

Der Hisense-Deal blieb auch bei Analysten nicht ohne Folgen. Kepler Cheuvreux stufte Nokia jüngst auf „Buy“ hoch und verweist dabei insbesondere auf eine erwartete Erholung der Umsätze. Die Kombination aus bereinigten Rechtsrisiken und der Aussicht auf anziehende Geschäfte gilt aus Sicht des Hauses als Katalysator.

An der Börse prallten in dieser Woche allerdings Hoffnung und Vorsicht aufeinander. Nach einem Rücksetzer von rund 4 % am Donnerstag konnte sich die Aktie zum Wochenschluss wieder fangen. Am Freitag ging das Papier bei 5,59 Euro aus dem Handel, ein kleines Plus von 0,43 %. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von gut 14 % zu Buche – der Titel bleibt also unter Druck, auch wenn sich kurzfristig eine Stabilisierung andeutet.

5G, Open RAN und KI-Infrastruktur im Fokus

Abseits der Patentnachrichten arbeitet Nokia weiter am strategischen Umbau. Das Unternehmen positioniert sich verstärkt als Komplettanbieter für moderne Netz- und Dateninfrastruktur, mit einem klaren Schwerpunkt auf energieeffiziente, Open-RAN-fähige 5G-Lösungen.

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Im Zentrum stehen dabei zwei Bereiche:

  • Private Funknetze (Private Wireless):
    Hier versucht Nokia, seine starke Patentbasis gegenüber Wettbewerbern wie Cisco oder Huawei auszuspielen und maßgeschneiderte Netze für Industrie, Logistik und Campuslösungen zu liefern.

  • KI-Infrastruktur und Datentransport:
    Für 2026 rückt die Anbindung von Cloud- und Rechenzentren stärker in den Vordergrund. Optische Transportlösungen und leistungsfähige Verbindungen sollen den wachsenden Datenhunger von KI-Anwendungen bedienen.

Ein praktischer Beleg dieser Strategie ist ein jüngster Test mit Vodafone in Italien: Dort wurden Komponenten aus Nokias Open-RAN-Portfolio in ein laufendes 5G-Standalone-Netz eingebunden. Solche Referenzen dienen als sichtbare Meilensteine, um künftige Aufträge im Infrastruktur- und AI-Transport-Bereich zu untermauern.

Technische Lage: Überverkauft, aber über wichtigen Marken

Technisch betrachtet befindet sich die Nokia-Aktie in einer Konsolidierungsphase nach stark schwankenden Monaten. Der Kurs liegt mit 5,59 Euro nur knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 5,56 Euro und deutlich über der 200-Tage-Linie bei 4,68 Euro. Gleichzeitig signalisiert ein RSI von 19,3 eine überverkaufte Marktsituation, was kurzfristig Gegenbewegungen begünstigen kann.

Auf längere Sicht zeigt sich ein gemischtes Bild: Gegenüber dem 52‑Wochen-Tief von 3,49 Euro ergibt sich ein Aufschlag von rund 60 %, zum Hoch bei 6,87 Euro beträgt der Abstand jedoch knapp 19 %. Damit spiegelt der Kurs die aktuelle Zwischenlage wider – spürliche Erholung seit Sommer, aber zuletzt wieder deutliche Rückschläge.

Fazit: Zwischen Lizenzstütze und Ausführungsdruck

Unterm Strich verschafft die Hisense-Vereinbarung Nokia mehr Planungssicherheit und stärkt die wiederkehrenden Erlöse in der Technologiesparte. Die Aufstufung durch Kepler Cheuvreux passt in dieses Bild und verweist auf eine erwartete Umsatzbelebung. Gleichzeitig lasten die Schwankungen der Woche und anhaltende Herausforderungen im klassischen Mobilfunkgeschäft weiter auf der Aktie.

Für die nächsten Monate dürfte entscheidend sein, ob Nokia den Übergang hin zu 5G-, Open-RAN- und KI-Infrastruktur auch in Form neuer Verträge und steigender Umsätze belegen kann. An den kommenden Quartalszahlen wird sich zeigen, ob die Strategie über einzelne Lizenzdeals hinaus trägt und die aktuelle Konsolidierung in einen nachhaltigeren Aufwärtstrend übergehen kann.

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