Nokia Aktie: Analysten treiben Fantasie
Nokia rückt wieder nach vorn – und das nicht wegen klassischer Mobilfunknetze, sondern dank wachsender Geschäfte mit KI- und Cloud-Infrastruktur. Mehrere Banken haben ihre Einschätzung in kurzer Zeit deutlich angehoben und verweisen auf einen Strategiewechsel, der allmählich in den Zahlen ankommt. Spannend ist vor allem die Frage, ob das neue Wachstumsprofil auch in den kommenden Quartalen trägt und die Bewertung rechtfertigt.
Analysten werden deutlich optimistischer
Auslöser der jüngsten Aufwärtsbewegung ist ein Paket aus positiven Analystenkommentaren. Morgan Stanley stufte Nokia auf „Overweight“ hoch und nahm die Aktie in die „Top Picks“-Liste für 2026 auf. Parallel dazu hob Kepler Cheuvreux sein Votum von „Hold“ auf „Buy“ an.
Im Fokus steht dabei Nokias zunehmende Unabhängigkeit vom klassischen Geschäft mit Netzbetreibern. Der Bereich AI und Cloud macht inzwischen rund 6 % des Umsatzes aus und wächst laut Morgan Stanley Quartal für Quartal um etwa einen Prozentpunkt. Nokia selbst rechnet damit, dass der zugrunde liegende Markt für KI- und Cloud-Infrastruktur bis 2028 im Schnitt um 16 % pro Jahr zulegt.
Zentraler Baustein dieser Strategie ist die Übernahme des US-Anbieters Infinera für 2,3 Milliarden US-Dollar, die Anfang 2025 abgeschlossen wurde. Damit hat Nokia seine Kompetenzen in der optischen Netzwerktechnik deutlich ausgebaut – eine Schlüsselkomponente für schnelle Datenverbindungen in KI-Rechenzentren.
Rückenwind kommt auch von JPMorgan: Die Bank bleibt bei „Overweight“ und hat bereits zum 1. Dezember 2025 ihr Kursziel von 7,10 auf 8,00 US-Dollar angehoben. Insgesamt liegt der Analystenkonsens laut MarketBeat bei „Moderate Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 5,95 US-Dollar.
Technisches Bild und Kennzahlen
Charttechnisch hat Nokia zuletzt ein positives Signal geliefert. Die Aktie konnte die 200-Tage-Linie nach oben durchbrechen – ein Niveau, das im Markt häufig als Gradmesser für den mittelfristigen Trend genutzt wird. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt der Kurs rund 31,9 % im Plus, während er seit Jahresanfang etwa 12,3 % im Minus notiert; der Schlusskurs am Freitag lag bei 5,71 Euro.
Fundamental steht Nokia mit einer Marktkapitalisierung von rund 36,6 Milliarden US-Dollar, einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 35,42 und einer Verschuldungsquote (Debt-to-Equity) von 0,12 vergleichsweise solide da. Die niedrige Verschuldung verschafft dem Konzern Spielraum für weitere Investitionen in wachstumsstarke Segmente wie KI-Infrastruktur.
Dass die Aktie zuletzt volatil war, zeigen technische Indikatoren: Der 200-Tage-Durchschnitt liegt mit 4,71 Euro deutlich unter dem aktuellen Niveau, der RSI von 19,3 signalisiert kurzfristig einen stark überverkauften Zustand – ein Hinweis auf deutliche Schwankungen und teils abrupte Bewegungen.
Operatives Momentum: Vertrag und Aktienplan
Auch operativ meldet Nokia Fortschritte. In Neuseeland hat der Konzern einen Vertrag mit Connexa abgeschlossen. Der Kunde lagert seine Netzbetriebsleistungen an Nokia aus. Damit vergrößert der Konzern seinen Fußabdruck im Bereich Managed Services in der Asien-Pazifik-Region. Solche Verträge gelten als attraktiv, weil sie wiederkehrende Erlöse sichern und die Abhängigkeit von zyklischen Hardware-Investitionszyklen mindern.
Parallel dazu hat Nokia am 14. Januar 6.332.357 eigene Aktien im Rahmen aktienbasierter Vergütungsprogramme an Führungskräfte übertragen. Danach verbleiben 141.914.507 eigene Aktien im Bestand. Die Maßnahme führt zwar zu einer moderaten Verwässerung, verknüpft die Vergütung des Managements aber stärker mit der Kursentwicklung.
Zu den Empfängern zählen unter anderem Finanzvorstand Marco Wirén (35.987 Aktien), Chief Customer Officer Raghav Sahgal sowie David Heard, der die Sparte Network Infrastructure leitet. Für Investoren ist das ein Signal, dass zentrale Entscheidungsträger an den langfristigen Erfolg des Konzerns gekoppelt sind.
Ausblick: Zahlen und neue Struktur im Fokus
Der nächste klare Prüfstein steht bereits fest: Am 29. Januar 2026 legt Nokia die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor. Analysten erwarten für das Quartal einen Gewinn von 0,17 US-Dollar je Aktie, nach 0,19 US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Entscheidend wird sein, inwieweit das Wachstum im AI- und Cloud-Bereich die Schwäche in etablierten Segmenten ausgleichen kann.
Seit dem 1. Januar 2026 arbeitet Nokia zudem mit einer neuen Aufstellung: Statt mehrerer Geschäftsbereiche stehen nun zwei Segmente im Mittelpunkt – Network Infrastructure und Mobile Infrastructure. Bis 2028 peilt der Konzern eine vergleichbare operative Gewinnspanne an, die einem absoluten operativen Ergebnis von 2,7 bis 3,2 Milliarden Euro entsprechen soll, nach rund 2,0 Milliarden Euro in den letzten zwölf Monaten. Konkretere Hinweise auf den Fortschritt dieser Ziele dürften mit dem Geschäftsbericht Anfang März und auf der Hauptversammlung am 9. April 2026 folgen.
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