Newmont Mining nutzt den Rückenwind historisch hoher Goldpreise und schärft zugleich sein Portfolio. Der Konzern trennt sich von einer Minderheitsbeteiligung, baut operative Projekte weiter aus und erhält Rückendeckung von Analysten. Im Zentrum steht die Frage: Wie viel Potenzial steckt noch in der aktuellen Rally?

Portfolio bereinigt, Fokus geschärft

Am Donnerstag hat Newmont den vollständigen Ausstieg aus seiner Beteiligung an Greatland Gold bestätigt. Wyloo Consolidated Investments, gesteuert von Andrew Forrest, hat seine Option gezogen und den gesamten restlichen 9,9%-Anteil übernommen. Insgesamt flossen damit rund 200 Millionen US‑Dollar an Newmont.

Für den Goldproduzenten ist das mehr als eine einfache Finanztransaktion. Die Beteiligung an Greatland Gold galt als nicht strategischer Posten, der nun in liquide Mittel umgewandelt wird. Diese lassen sich gezielt für Schuldenabbau oder Ausschüttungen einsetzen – also Bereiche, die für die Bewertung an der Börse deutlich wichtiger sind als ein passives Aktienpaket eines Juniors.

Die Veräußerung passt nahtlos in die seit Ende 2025 verfolgte Strategie: Konzentration auf sogenannte Tier‑1‑Assets, also große, langfristig rentable Minen mit niedrigen Kosten. Newmont verkauft damit nicht aus einer Schwächeposition heraus, sondern verfeinert ein ohnehin stark laufendes Portfolio.

Gleichzeitig kommt Unterstützung von Analystenseite. DZ Bank hat die Aktie am 21. Januar auf „Strong Buy“ hochgestuft. Bereits zuvor hatte Jefferies das Kursziel deutlich von 120 auf 136 US‑Dollar angehoben. Diese Schritte signalisieren, dass Teile des Analystenkonsenses das Kursniveau noch nicht für ausgereizt halten.

Operative Stärke trifft Rekord-Goldpreis

Der Kursanstieg der vergangenen Monate lässt sich nicht allein mit M&A-News erklären. Entscheidend ist die Kombination aus operativem Fortschritt und einem außergewöhnlichen Marktumfeld im Goldsektor.

Der Goldpreis hat in dieser Woche die Marke von 4.800 US‑Dollar je Unze überschritten. Da Förderkosten kurzfristig vergleichsweise stabil bleiben, schlägt jeder zusätzliche Dollar beim Goldpreis überproportional auf die Marge durch. Genau diesen Hebel spielt Newmont derzeit aus.

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Wichtige Bausteine im Überblick:

  • Asset-Optimierung:
    Mit dem Verkauf der Greatland-Gold-Beteiligung verschlankt Newmont seine Struktur und erhöht die finanzielle Flexibilität. Statt in einer Minderheitsbeteiligung gebunden zu sein, steht Kapital für schuldenreduzierende Maßnahmen oder gezielte Rückflüsse an Aktionäre bereit.

  • Projektfortschritt in Ghana:
    Das Ahafo-North-Projekt hat laut Berichten inzwischen das erste Gold gegossen. Damit wechselt das Projekt von einer investitionsintensiven Bauphase in die Ertragsphase. Für das Jahr 2026 dürfte Ahafo North damit einen spürbaren Beitrag zur Produktion leisten.

  • Starke Ergebnisbasis:
    Anleger preisen weiterhin den deutlichen Überraschungseffekt aus dem dritten Quartal 2025 ein. Newmont hatte damals einen Gewinn je Aktie von 1,71 US‑Dollar gemeldet, deutlich über den erwarteten 1,27 US‑Dollar. Eine Nettomarge von 33,42 % verdeutlicht die hohe Ergebnisqualität im aktuellen Goldpreisumfeld.

Auch der Analystenkonsens spiegelt diese Entwicklung wider. Von 21 erfassten Häusern votieren 12 mit „Buy“ und 6 mit „Strong Buy“. Das durchschnittliche Kursziel von rund 99,49 US‑Dollar liegt zwar noch unter dem aktuellen Kursniveau, neuere Anpassungen wie das Jefferies‑Ziel von 136 US‑Dollar zeigen aber, dass Teile des Marktes versuchen, die Bewertungsmodelle an das Szenario von Goldpreisen deutlich über 4.800 US‑Dollar anzupassen.

Einordnung der Rally

Die Newmont-Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten stark entwickelt. Allein im letzten Jahr legte der Titel um knapp 200 % zu, in den vergangenen drei Monaten um rund 25 %. Aktuell notiert die Aktie bei 119,70 US‑Dollar und damit auf einem neuen 52‑Wochen‑ und Allzeithoch.

Im Branchenvergleich fällt auf: Viele Rohstoffkonzerne verkaufen Vermögenswerte, um Bilanzlöcher zu stoppen oder Krisen zu managen. Newmont verkauft hingegen aus einer Komfortzone heraus. Der Deal mit Wyloo erfolgt vor dem Hintergrund eines Rekord-Free-Cashflows von 1,6 Milliarden US‑Dollar im dritten Quartal und eines Portfolios, das bereits heute stark cash-generierend ist. Die Abgabe der Greatland-Gold-Beteiligung vereinfacht zudem die Equity-Story: Newmont positioniert sich klar als fokussierter Senior-Produzent, nicht als Halter diverser Junior-Beteiligungen.

Technisch gesehen befindet sich die Aktie in sogenanntem „Blue-Sky“-Terrain – es gibt oberhalb des aktuellen Niveaus keine historischen Widerstände. Die zuletzt dynamische Aufwärtsbewegung spiegelt sich auch in der Distanz zu gleitenden Durchschnitten wider, was kurzfristig Konsolidierungen wahrscheinlicher macht, ohne den übergeordneten Trend infrage zu stellen, solange der Goldpreis auf dem erhöhten Niveau bleibt.

Blick nach vorn

Der nächste zentrale Termin ist die Veröffentlichung der Zahlen zum vierten Quartal 2025 am 19. Februar 2026. Dann dürfte Newmont nicht nur das Gesamtjahr abschließen, sondern auch die Produktionsziele bestätigen und einen detaillierteren Ausblick auf 2026 geben – insbesondere zur weiteren Hochlaufkurve von Ahafo North. In Kombination mit dem aktuell rekordhohen Goldpreis und der konsequenten Portfoliofokussierung bildet dies den Rahmen für die weitere Kursentwicklung in den kommenden Monaten.

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