Nasdaq 100: Tech zeigt Stärke
Entspannung im Zollstreit, stabile Zinsen und ein gut gelaunter Technologiesektor: Der Nasdaq 100 hat am Donnerstag an seine insgesamt freundliche Entwicklung der vergangenen Monate angeknüpft. Besonders die großen Tech-Schwergewichte zogen den Index nach oben. Spannend ist dabei weniger der Tagesgewinn, sondern die Frage, ob der Index genug Schwung hat, um den hartnäckigen Widerstand im Bereich von 26.000 Punkten ernsthaft anzugreifen.
Breite Tech-Rally, sinkende Nervosität
Der Nasdaq 100 legte am Donnerstag im Tagesverlauf kontinuierlich zu und schloss deutlich im Plus. Andere große US-Indizes wie Dow Jones und S&P 500 zogen mit – ein Zeichen, dass es keine reine Tech-Einzelbewegung war, sondern ein breiter Risikohunger im Markt.
Die Stimmung war klar positiv:
- Das Handelsvolumen lag mit rund 368 Millionen gehandelten Papieren auf einem soliden Niveau.
- Der Volatilitätsindex VIX brach um knapp 16 % ein und sank auf 16,9 Punkte – ein Hinweis darauf, dass die kurzfristige Angst an den Märkten spürbar nachgelassen hat.
Zudem deutete schon der vorbörsliche Handel auf einen starken Start hin: Der Nasdaq-Pre-Market-Indikator lag deutlich im Plus. Nachbörslich kam es dagegen zu einem leichten Rücksetzer, was aber den positiven Grundton der Sitzung nicht infrage stellt.
Ein wichtiger Treiber der besseren Stimmung waren Berichte, wonach das Weiße Haus von neuen Zöllen gegen mehrere europäische Länder abrückt. Das nimmt politischen Druck aus dem Markt, gerade für global aufgestellte Technologiewerte.
„Magnificent Seven“ geben den Takt vor
Den Tagesverlauf prägten klar die großen Tech-Schwergewichte, die sogenannten „Magnificent Seven“. Alle diese Mega-Caps schlossen im Plus – ein starkes Signal für den gesamten Sektor.
Unter den auffälligsten Gewinnern:
- Meta Platforms: Spitzenreiter mit einem Kurssprung von 5,69 %. Der Titel setzte sich an die Spitze der Mega-Techs.
- Tesla: Stieg um 4,15 % und profitierte von der freundlichen Gesamtstimmung im Wachstumssegment.
- Microsoft: Gewinn von 1,58 %,
- Amazon: Plus von 1,30 %,
- Nvidia: Zuwachs von 0,82 %.
Auf der Verliererseite gab es vor allem Einzelschicksale außerhalb des klassischen „Big Tech“-Kerns:
- Abbott Laboratories: minus 10,04 %,
- McCormick: minus 8,05 %,
- General Electric: minus 7,38 %,
- Broadcom: minus 1,01 %,
- Netflix: minus 2,2 %, hier reagierten Anleger zurückhaltend auf den Ausblick des Unternehmens.
Diese Mischung zeigt: Während der Kern des Technologieindex geschlossen Stärke zeigte, blieb es bei einzelnen deutlichen Rücksetzern in anderen Branchen. Für den Gesamtindex überwog aber klar der positive Effekt der Schwergewichte.
Technisches Bild: Widerstand rückt näher
Charttechnisch bewegt sich der Nasdaq 100 weiter in einer breiten Seitwärtszone. Wichtige Marken stecken den aktuellen Spielraum ab:
- Widerstand:
- Prägende Zone um 26.000 Punkte,
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die am Donnerstag erreichte obere Spanne lag im Bereich von rund 25.700 bis 25.850 Punkten und testete damit den unteren Rand dieses Widerstandsbandes.
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Unterstützung:
- Breiter Support um 24.000 Punkte,
- kurzfristig gilt der Bereich von 25.000 bis 25.250 Punkten als erste wichtige Auffangzone.
Aus technischer Sicht spricht aktuell einiges für eine freundliche Ausgangslage:
- Der Index liegt über seinen gleitenden Durchschnitten (50 und 200 Tage), was als bullisches mittelfristiges Signal gilt.
- Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist wieder über die neutrale Marke von 50 gestiegen. Das deutet auf zunehmende Kaufdynamik hin und passt zum freundlichen Tagesverlauf.
Im größeren Bild bleibt der Nasdaq 100 nahe an seinem 52‑Wochen-Hoch: Der Schlusskurs vom Donnerstag bei 25.518,35 Punkten liegt nur gut 2 % unter dem Rekordniveau, während der Abstand zum 52‑Wochen-Tief bei über 50 % liegt. Die Hausse ist also intakt, auch wenn der Weg nach oben zuletzt holpriger geworden ist.
Makrotreiber: Geopolitik wichtiger als Daten
Inhaltlich wurde der Handelstag vor allem von zwei Faktoren dominiert:
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Geopolitik und Handelspolitik
Die Signale aus Washington, auf weitere Strafzölle gegenüber europäischen Ländern vorerst zu verzichten, nahmen Druck aus der Konjunkturperspektive und stützten besonders international ausgerichtete Tech-Konzerne. Weniger Zolldrohungen bedeutet potenziell stabile Margen und Planbarkeit – das kommt an der Börse gut an. -
Inflationsdaten im Rahmen der Erwartungen
Der PCE-Preisindex, die von der US-Notenbank bevorzugte Inflationskennzahl, legte im Monatsvergleich um 0,2 % zu – exakt im Rahmen der Erwartungen. Diese „unspektakuläre“ Zahl hatte kaum unmittelbare Kurswirkung, ist aber wichtig, weil sie der Fed wenig Anlass gibt, kurzfristig aggressiver zu werden. Der Blick richtet sich damit auf die Fed-Sitzung (FOMC) am 28. Januar, bei der Anleger Hinweise auf den weiteren Zinskurs erwarten.
Parallel dazu blieb die Rendite der 10‑jährigen US-Staatsanleihe mit rund 4,25 % weitgehend stabil. Das ist ein Niveau, das für wachstumsstarke Tech-Werte zwar kein Geschenk ist, aber auch keinen akuten Schock darstellt. Ein deutlicher Renditeanstieg könnte hier wieder Gegenwind bringen.
Der US-Dollar-Index gab um 0,5 % auf 98,30 nach. Ein schwächerer Dollar wirkt für viele im Nasdaq 100 enthaltene Multis als Rückenwind, weil Auslandserlöse in der Heimatwährung höher ausfallen.
Ausblick: Widerstandszone im Fokus
Für die nächsten Handelstage dürfte sich der Blick vor allem auf zwei Punkte konzentrieren: Zum einen darauf, ob der Nasdaq 100 die aktuelle positive Dynamik nutzen kann, um die Widerstandszone knapp unterhalb von 26.000 Punkten anzugehen. Zum anderen darauf, wie der Markt auf weitere Quartalszahlen sowie neue Signale aus der Geopolitik reagiert.
Kurzfristig ist die Ausgangslage konstruktiv: Der Index liegt technisch im Aufwärtstrend, die Schwankungsintensität ist überschaubar und die großen Tech-Konzerne zeigen geschlossene Stärke. Richtungsweisend wird nun, ob diese Konstellation bis zur FOMC-Sitzung am 28. Januar Bestand hat und der Index den Sprung über die aktuelle Deckelung im Chart schafft.
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