Ein Bundesstaatsanwalt, ein Schmuggelvorwurf über 2,5 Milliarden Dollar und Nvidia-Chips auf dem Weg nach China: Der Freitag am Nasdaq stand ganz im Zeichen eines Justizskandals, der den gesamten KI-Hardwaresektor in Mitleidenschaft zog. Für den Nasdaq 100 war es die vierte Verlustwoche in Folge.

Der SMCI-Einschlag

Das US-Justizministerium entsiegelte eine Anklageschrift gegen Yih-Shyan „Wally" Liaw, Mitgründer und Boardmitglied von Super Micro Computer, sowie zwei weitere Personen. Der Vorwurf: Verschwörung zum Schmuggel von KI-Servern mit fortschrittlichen Nvidia-Chips nach China unter Verstoß gegen US-Exportkontrollen. Die Staatsanwaltschaft behauptet, das Schema habe eine Tarnfirma in Südostasien und gefälschte Dokumente genutzt. Super Micro beurlaubte die beiden angeklagten Mitarbeiter umgehend und trennte sich vom betroffenen Auftragnehmer.

Die Aktie von Super Micro brach daraufhin um mehr als 33 % ein — der stärkste Tageseinbruch in der jüngeren Geschichte des Unternehmens. Nvidia verlor knapp 3,3 %, da Super Micro rund 9 % des Nvidia-Umsatzes ausmacht und die rechtliche Exposition damit direkte Geschäftsrisiken birgt. AMD rutschte ebenfalls rund 2,3 % ab, weniger wegen eigener Verstrickung als wegen der allgemeinen Verunsicherung im KI-Halbleitersektor.

Makrodruck als Verstärker

Der Skandal traf auf ein ohnehin belastetes Marktumfeld. Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinssenkung in diesem Jahr ist binnen eines Monats von 95 % auf unter 15 % gefallen — getrieben durch einen überraschend heißen Erzeugerpreisindex für Februar sowie den anhaltenden Ölpreisanstieg, der Brent-Rohöl zeitweise auf rund 119 Dollar je Barrel trieb. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf 4,39 % und damit auf den höchsten Stand seit über einem Jahr. Auf diesem Niveau werden Bewertungen wachstumsstarker Technologietitel zunehmend unter Druck gesetzt.

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Der Volatilitätsindex VIX stieg auf bis zu 28,4 — ein Zeichen, dass Händler das Zinsumfeld inzwischen als strukturell „higher for longer" einpreisen.

Technisches Bild

Charttechnisch schloss der Nasdaq 100 am Freitag erstmals seit dem 9. Mai 2025 unterhalb seines 200-Tage-Durchschnitts. Alle drei relevanten gleitenden Durchschnitte (20, 50 und 200 Tage) liegen nun als Widerstand über dem aktuellen Kursniveau. Der Index notiert mit rund 23.900 Punkten knapp über der 23,6-%-Fibonacci-Unterstützung des 2025er-Aufwärtstrends bei 23.712 bis 23.907 Punkten.

Ein Wochenschlusskurs unterhalb dieser Zone würde den gleitenden 52-Wochen-Durchschnitt bei rund 23.410 Punkten ins Visier nehmen. Hält diese Marke nicht, rückt das nächste bedeutende Unterstützungsniveau bei 22.133 bis 22.499 Punkten in den Fokus — dem 38,2-%-Retracement und dem Swing-Hoch aus 2024.

Während Dell Technologies von der Umschichtung aus SMCI profitierte und allein in den vergangenen vier Wochen rund 35 % zulegte, bleibt der entscheidende Unsicherheitsfaktor für die neue Handelswoche der weitere Verlauf der DOJ-Ermittlungen — insbesondere die Frage, ob sich das Verfahren auf Super Micro als Unternehmen ausweitet.

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