Der Nasdaq 100 bleibt im Rekordmodus. Nach dem Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 26.000 Punkten rückt nun die Berichtssaison der Tech-Schwergewichte in den Mittelpunkt. Entscheidend wird, ob die hohen Erwartungen an KI, Cloud und Chipnachfrage den Aufwärtstrend rechtfertigen oder eine Gegenbewegung auslösen.

Fed-Ruhe, Tech-Fantasie

Auslöser für den jüngsten Schub war eine Kombination aus geldpolitischer Beruhigung und Sektorrotation. Die US-Notenbank hat die Spanne für den Leitzins bei 3,50 bis 3,75 Prozent unverändert gelassen – wie erwartet. Wichtiger für die Märkte waren die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell: Er sprach von einer nachlassenden Spannung zwischen Inflation und Arbeitsmarkt. Dieses Signal, dass kein unmittelbarer Straffungsschock droht, stützte Risikoanlagen.

Während der Dow Jones unter schwachen Versicherern litt, konnte der technologiegetriebene Nasdaq 100 ein neues Allzeithoch markieren. Besonders stark gefragt waren Halbleiter- und Speicherwerte. Das zeigt sich auch im Gesamtbild: Der Index liegt auf Jahressicht gut 21 Prozent im Plus und notiert aktuell genau auf seinem 52‑Wochen-Hoch bei 26.119 Punkten.

Das Handelsvolumen war hoch, was auf rege institutionelle Aktivität in der Rally hindeutet. Die Volatilität blieb dagegen gedämpft – ein Zeichen, dass der Markt die hohen Bewertungsniveaus bislang eher gelassen hinnimmt.

Chips und Hardware ziehen den Index

Den größten Beitrag zur Aufwärtsbewegung leisteten einzelne Hardware- und Chipwerte mit klaren unternehmensspezifischen Impulsen:

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  • Seagate Technology sprang um gut 19 Prozent nach oben. Der Speicherspezialist übertraf die Gewinnerwartungen deutlich und verwies auf eine stark anziehende Nachfrage nach Massenspeicherlösungen, die vor allem durch KI-Infrastrukturprojekte getrieben wird.
  • Intel legte um rund 11 Prozent zu. Berichte über mögliche Foundry-Partnerschaften mit großen Technologiekonzernen sorgten für Rückenwind und stärken die Wahrnehmung, dass der angekündigte Fertigungsturnaround Substanz haben könnte.
  • Western Digital profitierte von der positiven Stimmung im Speichersektor und gewann etwa 11 Prozent im Fahrwasser von Seagate.
  • Micron setzte den positiven Trend im Speichersegment mit einem Anstieg von rund 6 Prozent fort – ein weiteres Indiz für eine laufende Erholungsphase im Memory-Zyklus.
  • Nvidia verbuchte ein moderates Plus von gut 1,5 Prozent. Rückenwind kam von ASML, das mit Rekordaufträgen auf robuste Investitionen in Fertigungsanlagen für KI-Chips verwies.

Auf der anderen Seite gab es auch Bremsklötze im Index. Roper Technologies verlor rund 9 Prozent nach einer verhaltenen Prognose. Tesla konnte von der Tech-Rally kaum profitieren und schloss leicht im Minus. Zudem belastete Schwäche im Healthcare-Bereich – etwa bei Walgreens und Amgen – den Index zwar nur leicht, zeigte aber, dass nicht alle Sektoren am aktuellen Aufschwung teilhaben.

Chartbild: Ausbruch über 26.000

Technisch hat der Nasdaq 100 mit dem Ausbruch über die vorherige Seitwärtszone ein klares Kaufsignal geliefert. Die frühere Widerstandszone um 25.830 bis 25.850 Punkte fungiert nun als zentrale Unterstützungsbasis. Solange dieses Niveau hält, bleibt der kurzfristige Aufwärtstrend intakt.

Darüber hinaus ist der Index komfortabel über seinen wichtigen gleitenden Durchschnitten unterwegs. Der Abstand zur 200‑Tage-Linie beträgt gut 6 Prozent, zur 50‑Tage-Linie rund 2,5 Prozent – ein typisches Bild für einen etablierten Bullenmarkt, ohne in eine extreme Überdehnung zu kippen. Der RSI liegt mit rund 55 Punkten im neutral-positiven Bereich, was statistisch noch Raum für weitere Kurszuwächse signalisiert, bevor eine technische Korrektur wahrscheinlicher wird.

Wichtige technische Marken im Überblick:

  • Kurzfristige Unterstützung: ehemalige Widerstandszone bei 25.830–25.850 Punkten
  • Psychologische Marke: 26.000 Punkte als kurzfristige Referenzlinie
  • Nächste Zielzonen: 26.250 und 26.500 Punkte als potenzielle Etappen im „Price Discovery“-Modus auf neuen Höchstständen

Nächste 48 Stunden: Zahlenflut im Fokus

Der Blick der Marktteilnehmer richtet sich nun klar von der Fed auf die Unternehmensberichte. In den nächsten zwei Tagen stehen gleich mehrere Schwergewichte aus dem Nasdaq 100 an:

  • Microsoft
  • Meta Platforms
  • Amazon

Im Zentrum steht die Frage, wie sich Cloud-Umsätze und Investitionen in KI-Infrastruktur entwickeln. Sollten die Zahlen oder der Ausblick zur Investitionsdynamik im KI-Bereich hinter den hohen Erwartungen zurückbleiben, wäre ein schneller Rücklauf in Richtung der Unterstützung um 25.850 Punkte ein realistisches Szenario. Fallen die Ergebnisse dagegen überzeugend aus, könnte der Index seinen Lauf auf neue Höchstmarken bei 26.250 und darüber hinaus fortsetzen.

Damit hängt die mittelfristige Bestätigung der aktuellen Rekordstände weniger an weiteren Signalen der Notenbank, sondern vor allem daran, ob die großen Tech-Konzerne ihre Rolle als Wachstumstreiber des Nasdaq 100 in dieser Berichtssaison untermauern.

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