Der Nasdaq 100 erlebt den schwierigsten Handelstag seit zwei Monaten. Eine gefährliche Mischung aus geopolitischen Spannungen und steigenden Anleiherenditen zwingt Anleger in die Defensive. Während Tech-Schwergewichte unter Druck geraten, suchen Investoren Schutz in sicheren Häfen wie Gold – die Risikobereitschaft schwindet zusehends.

Zölle und Zinsen belasten

Verantwortlich für den Stimmungsumschwung ist primär ein neues Ultimatum aus dem Weißen Haus. Berichten zufolge drohen ab dem 1. Februar Zölle von 10 Prozent auf acht NATO-Staaten, die im Zusammenhang mit Verhandlungen über Grönland stehen. Diese Nachricht sorgte für Verunsicherung und trieb den Volatilitätsindex (VIX) auf den höchsten Stand seit Ende November.

Verschärft wird die Situation am Markt durch den Anleihemarkt. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen kletterte auf 4,30 Prozent und erreichte damit ein Niveau, das zuletzt im September gesehen wurde. Dieser Zinsanstieg setzt insbesondere hoch bewertete Technologiewerte unter Druck, da er deren zukünftige Gewinne diskontiert und Alternativen im Anleihebereich attraktiver macht.

Sollten Anleger jetzt Gewinne mitnehmen? Oder ist NASDAQ 100 noch einen Einstieg wert?

Chip-Sektor schwächelt, Walmart profitiert

Die Auswirkungen treffen vor allem die großen Technologie- und Halbleiterwerte. Nvidia verlor im Handelsverlauf rund 3,5 Prozent, belastet durch die Sorge, dass Handelskonflikte die globalen Lieferketten stören könnten. Auch Broadcom und TSMC mussten deutliche Abschläge hinnehmen.

Doch es gibt Lichtblicke in einem ansonsten roten Marktumfeld:
* Walmart: Der Einzelhandelsriese profitiert von seiner heutigen Aufnahme in den Nasdaq 100 Index. Indexfonds müssen die Aktie nun kaufen, was den Kurs stützte und zwischenzeitlich auf ein Rekordhoch trieb.
* Netflix: Die Aktie hält sich stabil im Plus. Anleger bewerten die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery positiv. Da es sich um eine reine Bartransaktion im Wert von 82,7 Milliarden US-Dollar handelt, entfällt die Sorge vor einer Verwässerung der Anteile.
* Gold: Das Edelmetall fungiert als klassischer Krisengewinner und erreichte ein neues Rekordhoch über 4.730 US-Dollar pro Unze.

Charttechnische Warnsignale

Durch den Verkaufsdruck hat sich das technische Bild kurzfristig eingetrübt. Der Nasdaq 100 fiel unter die Unterstützungszone bei 23.400 Punkten. Aktuell testen die Bären die Marke von 23.100 Punkten. Ein Unterschreiten dieses Niveaus per Tagesschluss könnte den Weg für einen Test des 50-Tage-Durchschnitts ebnen. Das hohe Handelsvolumen unterstreicht dabei die Ernsthaftigkeit der Abwärtsbewegung, da es eher auf institutionelle Verkäufe als auf reine Panik von Kleinanlegern hindeutet.

Händler blicken nun gespannt auf den Schlusskurs: Gelingt die Verteidigung der 23.100er-Marke nicht, droht im asiatischen und europäischen Handel weiterer Druck. Kurzfristig richten sich die Blicke zudem auf weitere Details zum Netflix-Deal. Dennoch bleibt die weitere Entwicklung primär von der geopolitischen Rhetorik abhängig – eine Entspannung bei den Zolldrohungen könnte angesichts der Geschwindigkeit des heutigen Abverkaufs schnell eine Gegenbewegung auslösen.

NASDAQ 100: Kaufen oder verkaufen?! Neue NASDAQ 100-Analyse vom 20. Januar liefert die Antwort:

Die neusten NASDAQ 100-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für NASDAQ 100-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

NASDAQ 100: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...