Während der DAX von Rekord zu Rekord stürmt und erstmals die 24.800-Punkte-Marke überschreitet, gerät die Münchener Rück Aktie massiv unter Druck. Der weltweit größte Rückversicherer verlor am Montag zeitweise über 2,8 Prozent – eine deutliche Gegenbewegung zum Gesamtmarkt. Der Grund: Die wichtige Vertragserneuerungsrunde zum Jahreswechsel fiel deutlich schwächer aus als erhofft.

Die wichtigsten Entwicklungen:
- Property-Cat-Raten sanken global um 10 bis 20 Prozent
- Europa-Geschäft verzeichnet Preisrückgang von rund 15 Prozent
- Speziallinien wie Marine und Energie: Bis zu 15 Prozent Ratenverfall
- Globales Rückversicherungskapital erreichte Rekordwert von 760 Milliarden US-Dollar

Goldene Zeiten sind vorbei

Die Januar-Erneuerungsrunde 2026 markiert einen Wendepunkt für die Branche. Berichte von Guy Carpenter und Aon zeichnen ein ernüchterndes Bild: Das massive Kapitalangebot im Markt drückt auf die Preise. Besonders im für die Münchener Rück essenziellen Property-Cat-Segment – der Absicherung von Naturkatastrophen – zeigt sich der Preisverfall deutlich.

Das Problem: Alternative Kapitalquellen wie Sidecars und Katastrophenanleihen fluten den Markt. Das Angebot übersteigt die Nachfrage, was die Margen der etablierten Rückversicherer unter Druck setzt. Die Phase automatischer Gewinnsteigerungen durch Prämienerhöhungen scheint vorerst beendet.

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Analysten justieren Erwartungen

RBC Capital Markets reagierte bereits am 05. Januar mit einer klaren Einschätzung: Die Erneuerungsrunde falle "noch etwas negativer" aus als ohnehin schon erwartet. Analyst Ben Cohen bestätigte sein "Sector Perform"-Rating – ein Signal, dass die Diskrepanz zwischen Hoffnung und Realität den Kurs belastet.

Auch die Berenberg Bank hält an ihrer neutralen Haltung fest. Der Konsens in der Analystengemeinde ist eindeutig: Die Preissetzungsmacht der Rückversicherer schwindet schneller als prognostiziert.

Strategische Weichenstellung in Asien

Parallel zur Marktschwäche treibt der Konzern seine Expansion in Fernost voran. Eric Zhao übernahm zum 1. Januar die Leitung der Peking-Niederlassung. Der seit 2006 im Unternehmen tätige Manager soll das Geschäft im chinesischen Markt ausbauen – allerdings unter ähnlich herausfordernden Rahmenbedingungen wie im globalen Geschäft.

Die Aktie stabilisierte sich am Dienstagmorgen im Bereich von 540 Euro. Solange keine neuen Großschadenereignisse das Kapitalangebot verknappen, dürfte die Preiserosion das Aufwärtspotenzial kurzfristig begrenzen. Die Divergenz zum boomenden Gesamtmarkt bleibt damit vorerst bestehen.

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