Der iShares MSCI World ETF (URTH) profitiert derzeit von einer spürbaren Erleichterungsrallye, nachdem die drohende Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und Europa abgewendet wurde. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Fonds ein Plus von rund 2 Prozent. Doch der Fokus verschiebt sich nun weg von der Geopolitik hin zu den fundamentalen Fakten: Die extreme Abhängigkeit von wenigen US-Tech-Riesen könnte in dieser Woche zur Belastungsprobe werden.

Historisches Klumpenrisiko

Trotz des Labels „World“ entfernt sich der ETF immer weiter von einer breiten globalen Diversifikation. Die Gewichtung von US-Aktien liegt inzwischen bei rund 70 Prozent, wobei der Technologiesektor allein über 27 Prozent des Portfolios ausmacht. Besonders kritisch ist die Konzentration an der Spitze: Die zehn größten Positionen vereinen mittlerweile 26 Prozent des gesamten Fondsvolumens auf sich – ein historischer Höchstwert.

Angeführt wird diese Liste nicht mehr von Apple oder Microsoft, sondern von Nvidia. Der KI-Chiphersteller hat seine Dominanz mit einer Gewichtung von über 5,3 Prozent weiter ausgebaut. Diese starke Ausrichtung auf US-Mega-Caps war in der Vergangenheit der Haupttreiber der Rendite, erhöht jedoch das Rückschlagpotenzial erheblich, sollten die Erwartungen an die künstliche Intelligenz enttäuscht werden.

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Woche der Wahrheit

Die laufende Woche wird zeigen, ob diese technologische Schlagseite den ETF trägt oder belastet. Mit den anstehenden Quartalszahlen von Tesla, Microsoft und Apple berichten Unternehmen, die das Portfolio maßgeblich bewegen. Analysten achten besonders darauf, ob die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur bereits monetarisiert werden können. Dass der Sektor nicht immun gegen Rückschläge ist, zeigte zuletzt die negative Reaktion auf den Ausblick von Intel, die kurzzeitig auch andere Halbleiterwerte unter Druck setzte.

Zusätzlich sorgt die US-Notenbank für Spannung. Am Mittwoch steht die Zinsentscheidung an. Zwar erwartet der Markt keine sofortige Änderung, doch die Kommentare zur künftigen Geldpolitik werden die Bewertung der hoch gewichteten Wachstumsaktien direkt beeinflussen.

Konkurrenz mit Vorteil

Im direkten Vergleich mit breiter aufgestellten Alternativen zeigt der URTH derzeit leichte Schwächen. Der Vanguard Total World Stock (VT), der auch Schwellenländer und kleinere Unternehmen einschließt, liegt seit Jahresbeginn mit knapp 3 Prozent im Plus und damit vor dem iShares-Produkt. Dies deutet darauf hin, dass Diversifikation abseits der großen US-Tech-Werte aktuell einen Performance-Vorteil bietet. Zudem fällt die Kostenquote des URTH mit 0,24 Prozent deutlich höher aus als bei vergleichbaren Produkten.

Aus charttechnischer Sicht ist nun die Marke von 185 US-Dollar entscheidend. Sollte diese Unterstützungszone nicht halten, droht eine tiefere Korrektur. Um den Aufwärtstrend aus dem Jahr 2025 zu bestätigen, muss der Kurs hingegen zügig die Marke von 191 US-Dollar zurückerobern.

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