Der iShares MSCI World ETF (URTH) hat ein herausragendes Jahr 2025 hinter sich und verzeichnete eine Rendite von rund 22 Prozent. Doch hinter der starken Performance verbirgt sich ein fundamentaler Wandel in der Struktur des Fonds: Mit NVIDIA als neuer Top-Position und einer US-Gewichtung von 70 Prozent entfernt sich das Produkt immer weiter von einer klassischen globalen Diversifikation. Das veränderte Risikoprofil macht den ETF zunehmend zu einer Wette auf den amerikanischen Technologiesektor.

Neuer Spitzenreiter im Portfolio

Die wohl signifikanteste Entwicklung des vergangenen Jahres ist die Verschiebung an der Spitze der Beteiligungen. NVIDIA hat Apple und Microsoft überholt und nimmt mit einer Gewichtung von 5,45 Prozent nun den ersten Platz im Portfolio ein. Die Top-10-Positionen machen mittlerweile 27,3 Prozent des gesamten Fondsvermögens aus.

Diese Konzentration spiegelt sich auch in der Länderallokation wider. US-Aktien stellen rund 70 Prozent des Portfolios, was Analysten dazu veranlasst, die Strategie zunehmend als "S&P 500 plus" zu bezeichnen. Der Technologiesektor allein dominiert mit etwa 28 Prozent; zählt man Kommunikationsdienstleister wie Alphabet und Meta hinzu, entfallen über 35 Prozent der Vermögenswerte auf wachstumsorientierte Tech-Bereiche. Internationale Anteile aus Japan, Großbritannien oder Kanada fungieren in diesem Umfeld primär als Währungsdiversifizierer und weniger als eigenständige Wachstumstreiber.

Bewertung und Konkurrenz

Der Fokus auf Wachstumswerte hat seinen Preis. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 26,29 ist der ETF deutlich teurer bewertet als der Durchschnitt seiner Kategorie (20,45). Zwar bietet der Fonds mit rund 1.320 Titeln eine breitere Streuung als viele Konkurrenten, doch die Abhängigkeit von den "Magnificent Seven" erhöht die Sensibilität gegenüber Schwankungen im Halbleiter- und KI-Sektor massiv.

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Im direkten Vergleich mit globalen Alternativen zeigt sich die spezifische Positionierung des URTH. Da er Schwellenländer (Emerging Markets) ausschließt, unterscheidet er sich vom Vanguard Total World Stock ETF (VT) oder dem iShares MSCI ACWI (ACWI). Der Vanguard-Fonds konnte 2025 durch seine Schwellenländer-Beimischung und die deutlich geringere Kostenquote (0,07 Prozent gegenüber 0,24 Prozent beim URTH) eine noch etwas höhere Rendite erzielen.

Ausblick und Einflussfaktoren

Für das laufende Jahr 2026 bleiben drei Faktoren entscheidend für die weitere Kursentwicklung. Erstens hängt der Erfolg maßgeblich von den Bewertungen der US-Tech-Giganten ab; eine Korrektur in diesem Sektor würde den ETF härter treffen als breiter aufgestellte Value-Fonds. Zweitens spielt die Währung eine Rolle: Eine anhaltende Schwäche des US-Dollars gegenüber Euro und Yen würde den Wert der 30-prozentigen internationalen Komponente bei der Umrechnung stützen.

Drittens wird der KI-Investitionszyklus die Gewichtung weiter beeinflussen. Sollte sich der KI-Boom von der Hardware (Halbleiter) auf Software und Industrieanwendungen ausweiten, könnte sich die extreme Konzentration auf wenige Top-Titel etwas entspannen.

Fazit

Der iShares MSCI World ETF hat sich als renditestarkes Basisinvestment für Industrieländer etabliert, dessen Erfolg 2025 primär auf der massiven US-Tech-Konzentration beruhte. Diese Stärke ist gleichzeitig das größte Risiko für Anleger, die eine echte weltweite Streuung suchen. Wer in den URTH investiert, entscheidet sich heute faktisch für ein US-dominiertes Wachstumsportfolio, dessen Entwicklung eng an den Erfolg des Silicon Valley gekoppelt bleibt.

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