Der iShares MSCI World ETF (URTH) notiert Mitte Januar nahe seinem Allzeithoch von rund 189,53 US-Dollar. Doch der Name "World" täuscht zunehmend über die tatsächliche Zusammensetzung hinweg: Statt breiter globaler Diversifikation dominiert eine massive Wette auf US-Tech und Künstliche Intelligenz das Portfolio. Ist diese einseitige Ausrichtung noch ein Qualitätsmerkmal oder bereits ein Klumpenrisiko?

KI-Zyklus diktiert die Struktur

Die bedeutendste Veränderung im Fonds ist der Aufstieg der NVIDIA Corporation zur unangefochtenen Top-Position. Mit einer Gewichtung von 5,31 % hat der Chip-Gigant die langjährige Dominanz reiner Software-Konzerne gebrochen. Dies unterstreicht die enorme Abhängigkeit des Index von der Hardware-Infrastruktur für Künstliche Intelligenz.

Die Konzentration ist mittlerweile signifikant:
* Die Top-10-Positionen – darunter Apple, Microsoft und Amazon – machen allein rund 27 % des gesamten Fondsvolumens aus.
* Die sogenannten "Magnificent Seven" beanspruchen über 20 % des Portfolios.
* Geografisch ist der ETF faktisch ein US-Vehikel: Rund 70 % der Mittel stecken in US-Aktien, während internationale Märkte wie Japan oder Großbritannien nur eine Nebenrolle spielen.

Sektorale Schwergewichte wie Informationstechnologie (fast 27 %) dominieren klar vor Finanzwerten und dem Gesundheitswesen. Diese Struktur lieferte in der Vergangenheit Rendite, reduziert jedoch den diversifizierenden Effekt, den Anleger von einem Welt-ETF oft erwarten.

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Der Preis der Sicherheit

Im Vergleich zur Konkurrenz zeigt sich die Kehrseite dieser Strategie. Zwar erzielte der URTH im Jahr 2025 mit einem Plus von 21,36 % eine solide Rendite, hinkte aber breiter gefassten Indizes deutlich hinterher.

Der Grund liegt im strikten Ausschluss von Schwellenländern (Emerging Markets). Während der breitere iShares MSCI ACWI (All Country World Index) von der Erholung in diesen Märkten profitierte und den URTH um über 120 Basispunkte schlug, blieben URTH-Anleger außen vor. Investoren zahlen hier eine vergleichsweise hohe Gebühr von 0,24 % für eine vermeintliche Sicherheits-Auslese ("Quality Developed Markets"), die in Phasen globaler Marktbreite jedoch Rendite kostet.

Ausblick und wichtige Marken

Die Bewertung des ETFs ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 23,8 inzwischen sportlich und preist ein Szenario der "sanften Landung" der Wirtschaft bereits ein. Technisch wird die Luft dünner: Der Kurs hält sich stabil über der 50-Tage-Linie bei 184 US-Dollar, muss aber den Widerstand am Allzeithoch bei ca. 190 US-Dollar überwinden, um den Aufwärtstrend zu bestätigen. Ein Rückfall unter 180 US-Dollar würde hingegen auf eine Korrektur hindeuten.

Entscheidend für die kommenden Wochen wird die Berichtssaison ab Ende Januar sein. Da fast ein Drittel des Fondsvermögens in wenigen Tech-Riesen gebündelt ist, werden deren Quartalszahlen die kurzfristige Richtung diktieren. Zudem steht im Februar die vierteljährliche Index-Überprüfung an, bei der Nvidias hohes Gewicht mögliche Diversifikationsgrenzen testen könnte.

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